Laser Tweezer

Eine optische Pinzette ist ein photonisches Gerät zur Manipulation, d. h. zum Festhalten und Bewegen, kleinster Objekte. Eine typische Ausführung spiegelt einen Laserstrahl in ein optisches Mikroskop ein, der dadurch in der Objekt-Ebene fokussiert wird. Die zu manipulierenden Teile müssen bei der verwendeten Wellenlänge durchsichtig sein. Wenn der Laser einmal so eingestellt ist, dass das Objekt im Fokus liegt, führt jede Lageabweichung dazu, dass es durch Impulsübertragung bei der Brechung wieder in den Fokus gezogen wird.

Die erste Arbeit, in der lebende biologische Objekte (Zellen) mit einer "Laserpinzette" erfolgreich manipuliert wurden, stammt von Ashkin und Dziedzic [1].

Außer durch fokussierende Optiken, wird auch mit holografischer Bündelung des Laserlichts gearbeitet.

Durch Benutzung eines zweiten Lasers, mit einer Wellenlänge die vom Objekt absorbiert wird, meist Ultraviolett, hat man zusätzlich ein schneidendes Instrument (Mikro-Laserskalpell) zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entdeckung

Die erste wissenschaftliche Untersuchung von Kräften auf Teilchen in der Größenordnung von Mikrometern, verursacht durch Streuung von Licht und Gradientenkräften, wurde 1970 von Arthur Ashkin veröffentlicht [2], damals Physiker bei den Bell Laboratories (USA). Einige Jahre später berichteten Ashkin und Kollegen von der ersten Beobachtung der Möglichkeit, mit Hilfe eines stark fokussierten Lichtstrahls mikroskopische Teilchen in den drei Raumdimensionen festzuhalten. Diese Entdeckung war die Grundlage zur Entwicklung der Optischen Falle [3]. Einer der Coautoren dieser Veröffentlichung war Steven Chu, der die Technik zur Laserkühlung und der Speicherung von Atomen fortentwickelte. Chu erhielt gemeinsam mit dem theoretischen Physiker Claude Cohen-Tannoudji und William D. Phillips für die Entwicklung von Methoden zum Kühlen und Einfangen von Atomen mit Hilfe von Laserlicht den Nobelpreis in Physik 1997. In einem Interview beschrieb Steven Chu, wie Ashkin als erster die Optische Pinzette als Methode zum Festhalten von Atomen beschrieben hatte. Dabei war es Ashkin möglich, große Teilchen zu fangen (10 - 10.000 nm Durchmesser). Chu verbesserte diese Technik auf kleinere Teilchen bis zu 0,1 nm Durchmesser.

Funktionsweise

Die optischen Kräfte, die Optische Pinzetten auf ein Silikon- oder Latex-Kügelchen in Millimeter- oder Nanometer-Größe ausüben, liegen zwischen einem Piconewton und mehr als einem Nanonewton. Diese Kräfte reichen aus, um frei diffundierende Teilchen in Wasser ruhig zu halten oder biologische Moleküle physiologisch relevant zu beeinflussen. Meistens werden Optische Pinzetten zur Manipulation von Teilchen in Lösung (z.B. in Wasser oder Luft) eingesetzt [4].

Eine kleine dielektrische Kugel wechselwirkt mit dem elektromagnetischen Feld eines eingestrahlten Lichtstrahls, indem ein elektrischer Dipol induziert wird. Die daraus resultierende Wechselwirkung zwischen induziertem Dipol und induzierendem Feld führt zu einer Kraft entlang des elektrischen Feldgradienten (Gradientenkraft/Dipolkraft) in Richtung des Ortes maximaler Lichtintensität.

Dieser Kraft überlagert sich ein zweiter Effekt, interpretierbar als der intuitive klassische Strahlungsdruck. Reflexion und Brechung des Lichtstrahls an der Oberfläche des Kügelchens führen zu einem Impulsübertrag nach den Regeln der Impulserhaltung. Effektiv entsteht so eine Kraft und damit Bewegung des Kügelchens in Ausbreitungsrichtung des Lichtstrahls.

Sofern der Strahl stark genug fokussiert ist, überwiegt die Gradientenkraft die Kraft aufgrund des Strahlungsdruckes. Eine Manipulation des Orts eines Kügelchens in einer Ebene, die senkrecht auf dem Laserstrahl steht, wird möglich. Das Kügelchen "folgt" dem Strahl. Im Detail kann aus der Elektrodynamik semiklassisch die Lichtkraft in Spontankraft und Dipolkraft separiert werden, wobei erstere oben erwähnten "Strahlungsdruck" erzeugt, zweitere die "Gradienten-/Dipolkraft".

Literatur

  1. A. Ashkin and J.M. Dziedzic, Science 235, 1517-20 (1987)
  2. Ashkin, A. Phys. Rev. Lett. 24, 156-159 (1970)
  3. A. Ashkin, J.M. Dziedzic, J.E. Bjorkholm and S. Chu, Opt. Lett. 11, 288-290 (1986)
  4. C. Schmitz, Opt. Express 13 (21), 8678 - 8685 (2005)

Weblinks


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