Anneliese Uhlig

Anneliese Uhlig (* 27. August 1918 in Essen) ist eine deutsch-amerikanische Schauspielerin und Journalistin.

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Leben und Werk

Anneliese Uhlig ist die Tochter der Opernsängerin Margarethe Maschmann und des Bühnenschauspielers Kurt Uhlig. Nach der Trennung der Eltern lebte sie mit der Mutter in Essen, Dortmund, Leipzig und Braunschweig. 1937 ging sie nach Berlin, nahm Schauspielunterricht an der Peter-Reimann-Akademie und machte gleichzeitig eine Ausbildung als Modezeichnerin. Noch im selben Jahr debütierte sie in CalderónsDer Richter von Zalamea“ am Berliner Schillertheater und – mit den weiblichen Hauptrollen in zwei von Carmine Gallone inszenierten Filmen der Tobis – auch beim Film. 1939/40 trat die Schauspielerin, die von klassischer Schönheit war, gleich in vier Kriminalfilmen auf, in denen sie bezaubernde, aber hintergründige und verdächtige Frauen verkörperte. In den Film „Der Vorhang fällt“ erweist sich am Ende tatsächlich, dass die elegante Schöne aus Eifersucht einen Mord begangen hat. In dem von der Terra produzierten, von klassischen faschistischen Themen wimmelnden Propagandafilm „Blutsbrüderschaft“ (1941) spielt sie eine von zwei ungleichen Freunden umworbene Krankenschwester.

In der Anfangszeit des Zweiten Weltkrieges wurde Anneliese Uhlig auch in der Truppenbetreuung eingesetzt und tingelte in holländischen, französischen, polnischen und russischen Fronttheatern. Nach einem Konflikt mit Propagandaminister Joseph Goebbels ging sie 1942 – ebenso wie ein Jahr später auch Lída Baarová - nach Italien, wo sie in fünf weiteren Filmen mitwirkte und nach Mussolinis vorläufiger Entmachtung im Juli 1943 als Dolmetscherin für seine Familie arbeitete. 1944 kehrte sie – kriegsdienstverpflichtet – nach Deutschland zurück und führte ihre Karriere mit Filmen wie „Der Majoratsherr“, „Um neun kommt Harald“ und „Solistin Anna Alt“ fort. In dem letztgenannten Film, einem von Werner Klingler inszenierten Ehedrama im Musikermilieu, zeigte sie ihre reifste Darstellungsleistung.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Anneliese Uhligs Filmauftritte selten, seit den 1950er-Jahren spielte sie in Deutschland jedoch immer wieder Theater, und seit den 1970er-Jahren war sie wiederholt auch in deutschen Fernsehproduktionen zu sehen.

Ihre zweite Berufslaufbahn hatte Anneliese Uhlig nach Kriegsende beim US-Special-Service in Salzburg begonnen, für den sie Filme produzierte und inszenierte. Von 1946 bis 1967 arbeitete sie als Auslandskorrespondentin in Italien, Österreich und den USA und schrieb politische Artikel und Reportagen, die in amerikanischen und deutschen Zeitungen und im Rundfunk veröffentlicht wurden. Sie übersiedelte 1948 in die USA und erwarb dort später auch die Staatsbürgerschaft. Als Redakteurin der in Alexandria/Virginia ansässigen Zeitung „Alexandria Gazette“ berichtete sie unter anderem aus dem Weißen Haus. Von 1960 bis 1964 war sie in Alexandria auch als Theaterproduzentin tätig. Von 1963 bis 1965 wirkte sie an der Thammasat-Universität Bangkok als Dozentin für Dramatik und Deutsch. Im Jahr 1989 wurde sie mit dem Verdienstkreuz l. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

Anneliese Uhlig war in erster Ehe seit 1939 mit dem Schauspieler Kurt Waitzmann verheiratet. Nach der Scheidung ging sie eine weitere Ehe mit dem amerikanischen Oberleutnant und Kunsthistoriker Douglas B. Tucker ein. Sie ist Mutter eines Sohnes und lebt im kalifornischen Santa Cruz.

Filmografie

Bücher von Anneliese Uhlig

  • Einladung nach Kalifornien, München (Langen-Müller) 1981
  • Rosenkavaliers Kind. Eine Frau und drei Karrieren, Rastatt (Pabel/Moevig) 1984 (Autobiografie)

Literatur über Anneliese Uhlig

  • Cinegraph. Lexikon zum deutschsprachigen Film

Weblinks


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