Annemarie von Nathusius
Annemarie von Nathusius (1874–1926), Schriftstellerin, mit Unterschrift, 1909

Annemarie von Nathusius, eigentlich Anna Maria Luise von Nathusius (* 28. August 1874 in Ludom bei Posen; † 17. Oktober 1926 in Berlin), war eine deutsche Schriftstellerin. Ihr historischer Roman Das törichte Herz der Julie von Voß (1918) wurde bis in die 1930er Jahre hinein neu aufgelegt. Ihre Novelle Malmaison wurde von Paul Ludwig Stein 1922 verfilmt unter dem Titel Es leuchtet meine Liebe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Annemarie von Nathusius wurde als Tochter des konservativen Publizisten und Politikers Philipp von Nathusius-Ludom und der Anna Henriette von Nathusius, geborene von Petzold geboren. Sie war eine Enkelin der Schriftstellerin Marie Nathusius und des Publizisten Philipp von Nathusius und damit Ur-Urenkelin der Dichterin Philippine Engelhard. Sie wurde im Adeligen Magdalenenstift in Altenburg/Thüringen erzogen. Nach ihrer Heirat 1896 mit dem zweitgradigen Onkel und Maler Thomas von Nathusius lebte sie in Berlin. Zu ihrem Freundeskreis dort zählte der Schriftsteller Paul Ilg. Die kinderlose Ehe wurde 1904 geschieden.

Nathusius begann Ende der 1880er Jahre in noch jungem Alter mit ersten schriftstellerischen Arbeiten auf dem Sektor des Jugendbuchs, der Lyrik und Kurzprosa. Dem ersten großen Erfolg mit Das törichte Herz der Julie von Voß (1918) folgten weitere historische Romane, Rheinsberg (1922) und Im sinkenden Licht (1922). In den 1920er Jahren unternahm sie, einer damaligen Mode entsprechend, eine Individualreise durch Persien. Dort begegnete sie u.a. Max Kirsch, der wie sie seine Reiseerfahrungen in einem anschließenden Reisebericht veröffentlichte. Auch wegen der Persienreise verschlechterte sich eine Zuckerkrankheit, an deren Folgen Annemarie von Nathusius 1926 im Berliner Krankenhaus Bethanien starb.

Werke

  • Freie Worte! Lieder und Skizzen, Mit Buchschmuck von Marcus Behmer, Eckstein, Berlin ca. 1900
  • Erika. Erzählung, Hillger, Berlin und Leipzig 1907
  • Die neue Göttin, Erzählung, Deutsche Roman-Zeitung, 1908
  • Der stolze Lumpenkram, Otto Janke, Berlin 1910
  • Mann und Weib. Geschichten und Gedichte, Eckstein, Berlin ca. 1910
  • Der Schatz von Sevengade, Hillger, Berlin und Leipzig 1913
  • Ich bin das Schwert!, C. Reissner, Dresden 1914
  • Das Haus mit den Rosen, Hillger, Berlin und Leipzig 1917
  • Das törichte Herz der Julie von Voß. Eine Hofgeschichte aus der Zopfzeit, Mit 13 Zeichnungen von Dorothea Hauer, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin 1918
  • Schloss Wusterode. Erzählung, Klambt Verlag, Neurode u.a. 1919
  • Eros. Roman, Deutsches Verlagshaus Bong, Berlin und Leipzig 1919
  • Jugendträume, Eckstein, Leipzig 1920
  • Es leuchtet meine Liebe. Erzählungen, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin 1921
  • Die Unerlösten. Eine Erzählung für Unmoralische, W. Borngräber, Berlin 1921
  • Die Glücksucherin, Otto Janke, Berlin 1921
  • Rheinsberg. Ein märkischer Roman, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart und Berlin 1922
  • Im sinkenden Licht. Roman aus den achtziger Jahren, Ullstein, Berlin 1922
  • Der Befreier, Schwert-Verlag, Berlin 1923
  • Heimat. Novellen, Schwert-Verlag, Berlin 1923
  • Im Auto durch Persien (Reisebericht), C. Reissner, Dresden 1926
  • Die Trennung. Roman, K.F.Köhler Verlag, Berlin 1927

Weblinks

 Commons: Annemarie von Nathusius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Petra Budke und Jutta Schulze, Schriftstellerinnen in Berlin 1871 - 1945. Ein Lexikon zu Leben und Werk. Der andere Blick. Frauenstudien in Wissenschaft und Kunst, ISBN 3929823225, Orlanda Frauenverlag, Berlin 1995

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