Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium (Benrath)
Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium
Annette von Droste Hülshoff Gymnasium Benrath.JPG
Schulform Gymnasium
Gründung 1905
Ort Düsseldorf-Benrath
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 9′ 29,5″ N, 6° 52′ 42,4″ O51.1581816.878458Koordinaten: 51° 9′ 29,5″ N, 6° 52′ 42,4″ O
Träger Stadt Düsseldorf
Schüler ungefähr 1000 (Stand: 2011)
Lehrer 60
Leitung Brigitte Vinke (seit Ende Mai 2010)
Website http://www.annettegymnasium.de/

Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium (kurz Annette-Gymnasium) ist ein Gymnasium im Düsseldorfer Stadtteil Benrath, das von knapp 1000 Schülern besucht wird, die von über 60 Lehrern unterrichtet werden. Von 1994 bis 2010 war Wulff Rehfus Schulleiter. Seit Mai 2010 wird die Schule von Brigitte Vinke geleitet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Schule wurde 1905 (nicht unter dem jetzigen Namen) von Fräulein Clementine Bene als Privatschule gegründet.[1] Die Schule war eine reine Mädchenschule, allerdings war eine Vorschule angeschlossen, die auch Jungen besuchten.

1910 übernahm die Gemeinde die Schule, welche nun „Gehobene Mädchenschule der Gemeinde Benrath am Rhein“ hieß. Der Unterricht fand seit dem 13. April 1910 im noch heute erhaltenen Gebäude an der Ecke Kappeler Straße/Benrodestraße sowie seit 1912 im Ostflügel von Schloss Benrath statt. Zum Schuljahr 1912/1913 wurde aus der Gehobenen Mädchenschule die „Höhere Mädchenschule zu Benrath am Rhein“.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Vorschule eingestellt. Im Februar 1920 wurde der Schule ihr Antrag auf Zuerkennung des Lyzeum-Status genehmigt, der schon vor dem Krieg gestellt worden war. Bemühungen um einen Ausbau der Schule, nun offiziell „Lyzeum Benrath am Rhein“, bis zum Abschluss mit dem Abitur scheiterten zunächst an der Finanznot der Stadt Düsseldorf, worin Benrath seit 1929 eingemeindet war. Von 1928 bis 1930 wurde die Schule schließlich zum Oberlyzeum, ungefähr dem heutigen Gymnasium entsprechend (als „Ober-Lyzeum im Entstehen der Gemeinde Benrath am Rhein“ beziehungsweise ab der Eingemeindung „Ober-Lyzeum im Entstehen Düsseldorf-Benrath“). 1930 wurde der Schule der Status des Oberlyzeum wieder aberkannt, wodurch der Name wieder „Städtisches Lyzeum Düsseldorf-Benrath“ wurde. Am 12. Februar 1932 wurden die ersten Abiturprüfungen in der Geschichte der Schule abgehalten.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 waren auch am Lyzeum Benrath tiefgreifende Änderungen zu verspüren. Fächer wie Staatsbürgerkunde oder Rassenlehre wurden vordergründig unterrichtet; die Lehrkräfte mussten Mitglied in einer NS-Organisation sein, später mussten die Lehrerinnen und Lehrer ihre Arierherkunft nachweisen. Ab 1942 befand sich ein Teil der Schülerinnen und der Lehrkräfte in der Kinderlandverschickung. 1935 wurde die Anstalt in „Benrather Schloss-Lyzeum“ umbenannt, 1938 in „Städtische Schloßschule“. Durch familiäre Belastungen aufgrund des Krieges sowie Sammlungen und Einsätze für die Kriegswirtschaft wurde schließlich ein kontinuierlicher Unterricht unmöglich gemacht; am 6. Oktober 1944 musste er vollkommen eingestellt werden.

Am 15. Oktober 1945 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen unter der Leitung von Helmut Lauffs; die Schule war nun unter dem Namen „Benrather Schloss-Lyzeum mit Frauenoberschule“ ein voll ausgebautes neusprachliches Gymnasium mit angegliederter Frauenoberschule, die Schule war weiterhin reine Mädchenschule. Von 1951 bis 1958 war der Name wiederum „Schloß-Schule Benrath“. 1953 wurde die Schulleitung von Frau Wagener übernommen.

Aufgrund der wachsenden Schülerzahlen baute die Stadt schließlich 1958 das heutige große Schulgebäude an der Brucknerstraße; gestaltet wurde die Fassadenfront mit „der Pusteblume“ von Julius Schulte-Frohlinde. Das Gymnasium hat es Schulte-Frohlinde zu verdanken, dass es nach Annette von Droste-Hülshoff benannt wurde.[1]

1970 wurde die Schule offiziell zum „Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium“; Anfang der 1970er-Jahre wurde auch auf dem Gelände des Schulgartens ein Neubau mit acht Klassenräumen errichtet. Mit dem Schuljahr 1973/1974 wurde die Koedukation eingeführt, das heißt die Schule wurde von nun an auch von Jungen besucht.

Von 1975 bis 1993 wurde das Gymnasium von Norbert Meckel, dem Vater von Miriam Meckel, geleitet. Die Schülerzahl nahm weiterhin rapide zu, was zu aufwändigen Umbauten, dem Bau einer zweiten Turnhalle sowie der Einrichtung von naturwissenschaftlichen Fachräumen führte.

In dieser Zeit wurden außerdem die 5-Tage-Woche sowie das Angebot von Französisch als erste Fremdsprache eingeführt.

Von 1994 bis 2010 war Wulff Rehfus Schulleiter.

Die Schule war 2006 Hauptdrehort für den Kinofilm Die Wilden Hühner und 2008 wurde dort für den Kinofilm Die Wilden Hühner und das Leben, die auf dem Buch Die wilden Hühner auf Klassenfahrt beruht, gedreht.[2]

Im Jahr 2010 feiert die Schule das 100-jährige Bestehen. Seit diesem Jahr wird das Gymnasium, als letztes der Gymnasien im Düsseldorfer Süden, auch im Ganztagsbetrieb geführt.[3] Dies gilt jedoch nur für die neuen Schüler im Schuljahr 2010/2011 und die folgenden Jahrgangsstufen.

Im Mai 2011 fand in der Schule eine Schüler-Austausch-Messe statt.[4]

Schulleitung

Zeitraum Schulleiter(in) Bemerkungen
April 1910 – Mai 1911 Johannes Schmitz
Mai 1911 – April 1914 I. Jäger
April – September 1914 Johannes Derigs
September 1914 – November 1918 Elisabeth Fischer kommissarische Schulleiterin
Dezember 1918 – Oktober 1932 Johannes Derigs
Oktober 1932 – März 1934 Elisabeth Fischer kommissarische Schulleiterin
April 1934 – Juli 1944 Karl Deck
September – Oktober 1944 Feldkamp Leiter der „Sammelschule Benrath“
September 1945- Juni 1952 Helmut Lauffs
April 1953 – Mai 1974 Gertrud Wagener
September 1974 – Januar 1975 Sabine Kreifelts kommissarische Schulleiterin
Januar 1975 – Juli 1993 Norbert Meckel
August 1993 – Januar 1994 Ferdinand Picker kommissarischer Schulleiter
Februar 1994 – Januar 2010 Wulff Rehfus
seit Januar 2010 Brigitte Vinke Januar-Mai 2010 als kommissarische Schulleiterin

Schulleitbild

„Die drei grundsätzlichen Aufgaben von Schule sind Erziehung, Bildung und Ausbildung. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, bedarf es der Kompetenz und der Qualität des Lehrerkollegiums. Das Wissen und Können, das den Schülern in Verantwortung gegenüber der europäischen Tradition vermittelt werden soll, muss in der produktiven Spannung zwischen Tradition und Innovation stehen. Hierzu muss der Lehrer neben seinem Fachwissen und seinen pädagogisch-didaktischen Fähigkeiten über eine humane Kompetenz verfügen, die sich bestimmen lässt als Zuwendungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit. Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium bekennt sich zu diesen Leitbegriffen in einer Atmosphäre der Neugier, der Weltoffenheit, der Solidität und Seriosität.“

Annettegymnasium.de: Schulleitbild[5]

Arbeitsgemeinschaften

Das Annette-Gymnasium ist besonders für seine musikalischen Arbeitsgemeinschaften bekannt. Das (sinfonische) Schulorchester mit zirka 40 Mitgliedern wird geleitet von Tilman Gruhn, das Blasorchester steht unter der Leitung von Sebastian Schürger. Dazu wurde ein Orchester für die Unterstufe gegründet, es wird von Tilman Gruhn geleitet. An der Schule bestehen 5 Schulchöre für die verschiedenen Jahrgangsstufen, in denen zusammen etwa 350 Schülerinnen und Schüler singen. Alle Chöre werden geleitet von Ralph Erkelenz. Aufnahmen von Stücken der Chöre werden hin und wieder bei WDR 4 gesendet. Die Chöre traten mehrfach in der Tonhalle Düsseldorf auf.

Des Weiteren gibt es an der Schule unter anderem folgende Arbeitsgemeinschaften:

Außerdem gibt es am Annette-Gymnasium zwei Schülerzeitungen.

Kooperationen/Partnerschaften

Vor allen Dingen im Bereich der Sekundarstufe II (Oberstufe), zum Teil auch schon im Differenzierungsbereich in den Klassen 9 und 10 kooperiert das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium mit den anderen Benrather Gymnasien (Schloß-Gymnasium, Gymnasium Koblenzer Straße).

Partnerschaften zur Stiftung Schloss und Park Benrath, zur Tonhalle, zum TSG Benrath, zur Junior Management School[1] sowie zu zahlreichen Industrieunternehmen erweitern das Unterrichtsangebot außerhalb der eigentlichen Schule.

Partnerschulen

  • La Reunion[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h Serie – Schulporträts (3): Der Zukunft verpflichtet in: Rheinische Post vom 5. November 2008.
  2. Dreharbeiten zu den „Wilden Hühnern auf Klassenfahrt“: Blumen für das Team um Veronica Ferres (PDF-Datei)
  3. 26 Schulen ab heute ganztags in: Rheinische Post vom 30. August 2010.
  4. Messe informiert über Schüleraustausch in: Rheinische Post vom 21. Mai 2011.
  5. Schulleitbild

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