Annette Langen

Annette Langen (* 29. April 1967 in Leverkusen) ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Annette Langen wurde als erstes Kind einer Buchhändlerfamilie in Leichlingen (Rheinland) geboren. Sie selbst hat ihre Kindheit und das Aufwachsen mit Literatur immer als ein großes Glück bezeichnet. Nach dem Abitur machte sie zuerst eine Ausbildung zur Sortimentsbuchhändlerin und ging anschließend in die USA um einen Verlagskurs zu besuchen. Wieder in Deutschland angekommen, wurde sie Lektorin und gestaltete viele Jahre das Programm in einem Kinderbuchverlag. Bereits in diesen Jahren schrieb sie ihre ersten Kinderbücher, neben der Lektoratsarbeit. Seit 2000 ist sie ausschließlich freiberufliche Autorin. Annette Langen hat eine Tochter und einen Sohn und lebt im Bergischen Land.

Künstlerisches Schaffen

Annette Langen veröffentlichte als Autorin etwa 70 Kinder- und Jugendbücher. Davon wurden Teile ihres Werkes in über 29 Sprachen übersetzt. Ihr erstes Kinderbuch erschien 1989.

Ihr schriftstellerisches Schaffen wird stets von lebensnahen Themen beeinflusst. Dafür gaben ihre Kinder oft den Impuls, aber nicht nur.[1] Seit vielen Jahren engagiert sie sich als Schulpatin einer Grundschule in Solingen,[2] in der Kinder aus etwa 13 Nationen unterrichtet werden. Auch ihre „Patenkinder“ inspirieren sie oftmals zu Themen, die sich dann in ihren Büchern wieder finden.

Der Durchbruch gelang Annette Langen mit der Kinderbuch-Reihe Felix. Schon als Kind unternahm sie viele Reisen mit ihrer Familie und hatte als Jugendliche zahlreiche Brieffreunde in aller Welt, die sie auch besuchte. So tauchen oft eigene Reiseerinnerungen in den Felix-Büchern auf. Der erste Band Briefe von Felix (Illustriert von Constanza Droop) wurde von der Gesellschaft für Jugend- und Sozialforschung als „Pädagogisch wertvolles Bilderbuch“ ausgezeichnet.[3] Der Hase „Felix“ zog auch in einige Schulbücher ein und wurde damit ein Begleiter der Kinder in den Grundschulen. Im Verlag an der Ruhr erschienen Literaturkarteien zu den einzelnen Bänden aus der „Felix-Reihe“, mit denen die Schüler fächerübergreifend unterrichtet werden.[4] Heute sind die Literaturkarteien als Download über den Cornelsen Verlag erhältlich. Zur Abrundung der Felix-Briefe aus aller Welt gibt es auch einen Weltatlas, über den die Süddeutsche Zeitung im Oktober 2007 schrieb „[…] Felix animiert zu Brieffreundschaften und überhaupt zu Entdeckungen aller Art. Denn je besser einer die Welt kennt, davon ist Felix überzeugt, desto eher weiß er, was er an ihr hat. Dass er darüber nicht moralinsauer wird, ist der wohl schönste Charakterzug an dem frohgemuten Hasen.“[5] Bei der Recherche zu Der große Felix Weltatlas fand die Autorin heraus, dass jeden Tag etwa 100 Tiere und Pflanzen aussterben. Dies war die Motivation, Kinder mehr für die Natur und deren Erhalt zu sensibilisieren. So wurde der erste „Felix-Erlebnispfad“[6] Deutschlands im Mai 2008 parallel zur UN Konferenz der Artenvielfalt in Bonn eröffnet.

Eine weitere Reihe entstand 2000 mit Die kleine Motzkuh, illustriert von Imke Sönnichsen und Dorothea Ackroyd. Annette Langen gibt mit diesem Bilderbuch Eltern und Erziehern ein Hilfsmittel an die Hand: Die Motzkuh. Ziel ist es, die Trotzphase der Kinder positiv und spielerisch zu gestalten. Außerdem erschienen in dieser Reihe die Bände Das kleine Meckerschaf, Der kleine Brülllöwe sowie Das kleine Quengelmonster. Alle Bände eint, dass sie innerfamiliäre Konflikte mit Humor aufzeigen und Lösungen vorschlagen.

Mit Der kleine Herr G.Ott oder wie die Welt ein bisschen besser werden könnte, erschienen im Herder Verlag (illustriert von Katrina Lange), ist der Autorin ein Kinder- und Jugendbuch gelungen, das in den Medien als altersübergreifend beschrieben wird. Es behandelt ein durchaus aktuelles Thema bei Erscheinen in 2010: Ein Mädchen möchte nicht, das ihr Vater in den Krieg geht. Es verwechselt den kleinen Herrn G.Ott und bittet ihn um Hilfe. So kommt es, dass der einsam in den Bergen lebende alte Mann mit seiner Ziege nach Berlin aufbricht und sich dann im Bundestag als Botschafter für den Frieden wiederfindet. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendbuch der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schrieb dazu:

„[…] Auf höchst amüsante Weise erzählt Annette Langen, wie Menschen auf einfache Art und Weise in Frieden miteinander leben könnten. Sie macht deutlich, dass Frieden immer eine gemeinsame Angelegenheit ist. Dieses anspruchsvolle Büchlein liest sich leicht und ist sehr unterhaltsam. Gleichzeitig liefert es eine Menge Diskussionsstoff, weshalb es im Religionsunterricht bei dem Thema „Frieden“ oder „Weltreligionen“ als praktisches Beispiel eingesetzt werden kann. Es ist ein Buch zum Selbstlesen und zum Vorlesen. Die wenigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen treten diskret in den Hintergrund. So macht Lesen Spaß!“[7]

Die Rheinische Post meinte:

„Der kleine Herr G.Ott“ […], in dem sie anschaulich über Toleranz und Frieden spricht und die Frage aufwirft, wie es überhaupt funktionieren kann, dass Menschen in Frieden leben. […] ist auch für Erwachsene durchaus lesenswert. Alle Religionen geben da im Prinzip die gleiche Antwort, hat die Autorin bei ihren Recherchen für das Buch herausgefunden. Die Lösung lautet im Kern: Behandele jeden Menschen so, wie du selbst von anderen behandelt werden möchtest. […] Den Anstoß zu dieser Geschichte über die große Reise des liebenswerten kleinen Herrn G.Ott gab übrigens tatsächlich ein besorgtes Kind […], erzählt Annette Langen“[8]

Die Stiftung Lesen gab zum Welttag des Buches am 23. April 2011, gemeinsam mit Partnern, den Band Ich schenk dir eine Geschichte – Mutgeschichten heraus. Darin enthalten ist neben sechs weiteren, eine Geschichte von Annette Langen: Geh nicht mit, Jasper.

Auszeichnungen

  • Goldene Schallplatte für Briefe von Felix, Verleihung zur Leipziger Buchmesse, 2010
  • „Dekade-Projekt Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch die UNESCO für den ersten „Felix-Erlebnispfad“ Deutschlands“ in Bonn. 2008
  • Buchliebling für Felix bei den Kindern der Welt, Buchverband Österreich, 2006
  • NRW-Preis „Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche“ - Künstlerinnen und Künstler begegnen Kindern und Jugendlichen für Patenprojekt der Annette Langen, Gemeinschaftsgrundschule, Solingen, 2005
  • Feder des Monats für Briefe von Felix, Niederlande, 1995

Werke

Einzelwerke

Reihen Der Hase „Felix

Motzkuh und Freunde(mit Illustrationen von Dorothea Ackroyd)

Die Kinder aus Kleeberg (mit Illustrationen von Betina Gotzen-Beek)

Carlotta (mit Illustrationen von Frauke Bahr)

Hörbuch

  • Briefe ans Christkind (gelesen von Anna Thalbach), 2009
  • Die Abenteuer von Felix
  • Briefe von Felix und andere Geschichten, 2008
  • Weltbeste Briefe von Felix, 2003
  • Weihnachtsbriefe von Felix, 2002
  • Zirkus-Briefe von Felix, 2002
  • Abenteuerliche Briefe von Felix, 2002
  • Neue Briefe von Felix, 2002
  • Briefe von Felix, 2002

Verfilmung/DVD

  • Die kleine Motzkuh und ihre Freunde, 2009
  • Briefe von Felix und andere Geschichten, 2008
  • Abenteuerliche Briefe von Felix & neue Briefe von Felix, 2008
  • Felix in [ZDF-tivi], 2008, 2009, 2010
  • Felix im Kino: Felix – Ein Hase auf Weltreise,
  • Felix im Kino: Der Hase und die verflixte Zeitmaschine, 2006
  • Felix – Ein Hase auf Weltreise, 2005
  • Felix in [KIKA] (ARD und ZDF), 2000 bis 2006
  • Briefe von Felix, 2001

Musik

  • Felix – Das Musical! Die Live-DVD, 2009
  • Felix – Das Musical! Die Original-CD, 2008
  • Das große Felix-Liederalbum 1, 2003, s.u.
  • Das große Felix-Liederalbum 2, 2004, s.u.

Spiele

  • Englisch mit Felix CD
  • Felix – Eine wundersame Reise durch die Zeit 1, CD
  • Felix – Eine wundersame Reise durch die Zeit 2, CD
  • Die Abenteuer von Felix, CD
  • Rund um die Welt mit Felix, Eine abenteuerliche Reise durch fünf Kontinente, 2002
  • Entdecke die Welt mit Felix, eine spannende Reise zu den großen Geheimnissen der Welt, 2002

Einzelnachweise

  1. Vita. In: www.annettelangen.de. Abgerufen am 17. September 2011.
  2. Leseschule. In: www.gs-yorckstrasse.de. Grundschule Yorckstraße, abgerufen am 17. September 2011.
  3. Eltern-Lehrer-Info. In: felix-club.de. Coppenrath Verlag, abgerufen am 17. September 2011.
  4. Gudrun Seifert-Kneer: Briefe von Felix. Darstellung einer fächerübergreifenden Unterrichtseinheit. In: Grundschule. 29, Nr. 11, 1997, ISSN 0533-3431, S. 47–50 (Kurzbeschreibung auf www.fachportal-paedagogik.de).
  5. Stefan Fischer: Der große Felix-Weltatlas. In: sz-shop.sueddeutsche.de. Abgerufen am 17. September 2011.
  6. Bonner Weg der Artenvielfalt. In: NABU-Bonn.de. NABU Kreisgruppe Bonn, abgerufen am 17. September 2011.
  7. Rezension der AJuM. In: ajum.de. Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, abgerufen am 17. September 2011.
  8. Monika Klein: Friedensbotschafter mit Ziege. In: rp-online.de. Rheinische Post, 17. Februar 2010, abgerufen am 17. September 2011.

Weblinks


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