Anolis caroliensis
Rotkehlanolis
Rotkehlanolis (Anolis carolinensis)

Rotkehlanolis (Anolis carolinensis)

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Teilordnung: Leguanartige (Iguania)
Familie: Polychrotidae
Gattung: Anolis
Art: Rotkehlanolis
Wissenschaftlicher Name
Anolis carolinensis
Voigt, 1832

Der Rotkehlanolis (Anolis carolinensis), auch amerikanisches Chamäleon genannt, ist eine in den Laubwäldern der USA und Kuba beheimatete Echse.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Männliche Rotkehlanolis messen ausgewachsen etwa 20 cm bei einer Kopf-Rumpf-Länge von 8 cm, die Weibchen bleiben mit maximal 18 cm (KRL 7 cm) etwas kleiner. Im Terrarium sind sie ab einer Mindestgröße von ca. 70x50x80cm zu halten. Sie haben einen schlanken Körperbau mit spitz zulaufendem Kopf, der vor allem beim 3-4 cm kleineren Weibchen sehr drahtig ist. Rotkehlanolis können ihre Augen unabhängig voneinander bewegen und die Farbe von grün zu braun wechseln was ihnen den genannten Namen amerikanisches Chamäleon einbrachte. Die Körperfarbe ändert sich je nach Stimmung und Aktivität, wobei anzumerken ist, dass die Weibchen oftmals dunkler als die Männchen sind. Wenn die Tiere sich etwa sonnen, färben sie sich dunkler, um mehr Wärme aufzunehmen. Der Kehlsack dieser Art ist namensgebend rot. Die geläufige Meinung, dass Weibchen diesen Kehlsack nicht besitzen, ist falsch. Er ist jedoch sehr viel kleiner als der des Männchens und wird fast nie eingesetzt. Der Kehlsack wird sowohl bei Männchen als auch beim Weibchen vom Zungenbeinapparat aufgespannt. Das durchschnittliche Lebensalter wird mit 3 bis 5 Jahren angegeben, die Tiere können aber durchaus auch bis zu 8 Jahre alt werden.

Vorkommen

Ein Rotkehlanolis (Anolis carolinensis) im Laub

Ursprünglich stammt der Rotkehlanolis aus dem Südosten der USA. Dort sind sie heimisch von Florida nach Westen über Alabama und Louisiana bis Texas, von dort aus bis Südoklahoma. Von Oklahoma nach Osten über Arkansas und Tennessee bis nach Südvirginia.

Eine weitere Population wurde auf Hawaii festgestellt, jedoch ist diese auf Verschleppung durch den Menschen zurückzuführen. Dort verbreiten sie sich durch das Fehlen natürlicher Prädatoren (Fressfeinde) so stark, dass sie eine Gefahr für dort heimische Tiere geworden sind.

Außerhalb der USA besiedeln sie große Teile von Nordost-Mexiko. Entgegen vieler Meinungen wird der Karibische Raum nicht erreicht. [1]

In seinem Habitat bewohnt der Rotkehlanolis Laubwälder und Sträucher. Seine Krallen und Haftfüße (mehr dazu in Geckos und Anolis) machen Anolis carolinensis zu einem hervorragendem Kletterer.

Lebensweise

Die tagaktiven Rotkehlanolis leben in kleinen Gruppen mit einer klaren Rangordnung. Diese Tiere, welche im Winter eine zweimonatige Winterruhe absolvieren, sind Sonnenanbeter, die sich häufig und gerne sonnen. Dabei färben sie sich dunkelbraun. Sie sind scheue Fluchttiere, die von vielen Jägern (Greifvögel, Katzen etc.) verfolgt werden. Wenn es jedoch keinen Ausweg gibt, versuchen sie, mit dem Kehlsack den Feind einzuschüchtern. Dies ist die eine mögliche Situation, bei der Weibchen den Kehlsack benutzt. Auch beim Balzen oder der vor der Nahrungsaufnahme wird der Kehlsack aufgeblasen. Die Männchen weichen gegenüber Artgenossen selten einem Kampf. Rotkehlanolis sind sehr territorial, die erste Folge des Eindringens ist wohl die Drohgebärde des Revierinhabers. Er stellt seinen Kehlsack auf und nickt zum Teil dabei mit dem Kopf. Sollte das schwächere Männchen nicht fliehen, oder die Kontrahenten sind gleichstark, kommt es zu einem Kampf. Die erste Attacke geht dabei vom Revierinhaber aus. Die Folgen sind vielfältig, Kratzverletzungen und Bissverletzungen sind immer vorhanden. Seltener sind Knochenbrüche und ausgekugelte Gelenke.

Anolis können Ihre Färbung blitzschnell zwischen grün und braun wechseln.

Ernährung

Rotkehlanolis (Anolis carolinensis) mit erbeuteter Fliege

Rotkehlanolis stellen aktiv kleineren Gliederfüßern, etwa Grillen, Heuschrecken, Fliegen, Maden, Mehlwürmer und Motten nach. Überdies werden Spinnen gefressen. Das Beutetier wird mit dem Auge erkannt und anvisiert. Dann springt der Anolis auf das Beutetier zu und schnappt es. Im Terrarium wurde die Aufnahme von Obst und Gemüse, natürlich im gehackten Zustand, selten beobachtet.

Fortpflanzung

Nach der Winterruhe beginnt die Fortpflanzungszeit der Rotkehlanolis. Das Balzritual besteht aus dem Aufstellen des Kehlsackes und einer liegestützenähnlichen Bewegung. Bei der Paarung setzt das Männchen zu einem Nackenbiss an, um das Weibchen in die Paarungsposition zu bringen. Daraufhin legt das Männchen ein Bein auf den Körper des Weibchens und beginnt mit der Begattung. Die Kopulation dauert ein paar Minuten. Nach einer Trächtigkeit von 2-3 Wochen werden 1 oder 2 weichschalige Eier vergraben, aus denen nach 1-2 Monaten die Jungen schlüpfen, die nach etwa 7 Monaten ebenfalls Jungtiere zeugen können.

Quellen

  • Jens Rauh: Der Rotkehlanolis, Natur-Tier-Verlag, ISBN 3-937285-27-X

Literatur

  • Denzer, W. (1986): Die Herpetofauna Südfloridas • Teil 2: Die disjunkten Populationen tropischer Reptilien und Amphibien im Süden Floridas - Sauria 8 (3): S. 23-26
  • George, S. G. (1994): Anolis carolinensis (green anole). USA: Louisiana. - Herpetological Review 25(4): S. 164.

Einzelnachweise

  1. Fläschendräger, A., Wijffels, Leo: Anolis, Natur-Tier-Verlag

Weblinks


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