Anould
Anould
Wappen von Anould
Anould (Frankreich)
Anould
Region Lothringen
Département Vosges
Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges
Kanton Fraize
Koordinaten 48° 11′ N, 6° 57′ O48.1855555555566.9455555555556455Koordinaten: 48° 11′ N, 6° 57′ O
Höhe 455 m (419–933 m)
Fläche 24,23 km²
Einwohner 3.323 (1. Jan. 2008)
Bevölkerungsdichte 137 Einw./km²
Postleitzahl 88650
INSEE-Code

Lage der Gemeinde Anould im Département Vosges

Anould ist eine französische Gemeinde im Département Vosges in der Region Lothringen. Sie gehört zum Arrondissement Saint-Dié-des-Vosges, zum Kanton Fraize, dessen größte Gemeinde Anould ist und zum 1993 gegründeten Kommunalverband Val de Meurthe.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Panorama Anoulds

Die Vogesengemeinde Anould liegt an der oberen Meurthe, zwischen den Städten Saint-Dié-des-Vosges und Gérardmer. Aus Süden kommend, durchfließt der teilweise kanalisierte Ruisseau de l’Anoux das Gemeindegebiet vor seiner Mündung in die Meurthe, deren Tal im Bereich Anould 1000 bis 1500 Meter breit ist. Die Täler von Meurthe und Anoux werden von bewaldeten Höhen flankiert, die sich ca. 150 Meter über die Flussebene erheben. Der höchste Berg im Gebiet Anoulds ist eine 936 m hohe Erhebung im so genannten Roche des Fées im Südosten der Gemeinde.

Die Waldfläche der Gemeinde Anould (darunter der Forêt communale d’Anould im Nordwesten) beträgt 962 ha, was einem Gesamtanteil von knapp 40% der Gemeindefläche entspricht. Im nördlichen Talbereich der Gemeinde wird in bescheidenem Maß Ackerbau betrieben, an den Berghängen herrscht Weideland vor.

Zu Anould gehören die Ortsteile Gerhaudel, L’Anoux und Le Souche.

Nachbargemeinden von Anould sind Saint-Léonard im Norden, Mandray im Nordosten, Fraize im Osten, Ban-sur-Meurthe-Clefcy im Südosten, Gerbépal im Süden, Corcieux im Südwesten sowie La Houssière im Nordwesten.

Geschichte

In den ursprünglich dichten, zusammenhängenden Waldgebieten der hohen Vogesen begannen Mönche im Mittelalter mit den Rodungen, die Siedler später fortsetzten. Im Gebiet der heutigen Gemeinde entstanden so viele kleine, abgeschiedene Bergbauernhöfe.

Über die Entstehung des Namens Anould, der sich aus Annoux (später Aunoulf) entwickelte, gibt es zwei Theorien. Für die Version der Abstammung vom lateinischen Anoldium (= Knoten) spricht die Annahme, dass die einzelnen Weiler früher durch Wege verbunden waren, die an der Stelle des heutigen Ortskerns zusammenliefen. Eine zweite Variante ist die Herkunft vom lateinischen Alnus, französisch: Aulne (= Erle), einem typischen Baum an Flussufern.

Die nachweislich älteste urkundliche Erwähnung Anoulds stammt aus dem Jahr 1225. Für 1395 ist eine Vereinbarung zwischen dem Herzog von Lothringen und dem Kapitel von Saint-Dié über die Weidegebiete in und um Anould überliefert. 1594 war Anould dann Teil der Vogtei Nancy und der Propstei von Saint-Dié-des-Vosges.

1751 bestand der Bann Anould aus den Weilern L’Anoux, La Hardalle, Déveline, Les Granges, Chalgoutte, Les Gouttes, Braconcel, Sainte-Marguerite, Le Paire, Gérhaudel, Le Souche und einem Teil der Vic.

Nach der Umstrukturierung infolge der Französischen Revolution gehörte Anould ab 1790 zum Bezirk Saint-Dié und zum Kanton Saint-Léonard. 1845, vor Beginn der Industrialisierung, zählte Anould 2532 Einwohner, die ihre Einkünfte hauptsächlich aus der Landwirtschaft bezogen (Anbau von Heu, Roggen, Hafer, Kartoffeln, Hanf, Flachs und Buchweizen).

Kirche Saint-Antoine

Kirche Saint-Antoine

Das im Jahr 1789 bereits baufällige Kirchengebäude wurde wegen der hohen Kosten nicht mehr saniert. Stattdessen wurde beschlossen, eine neue Kirche zu errichten. Als Standort wurde ein etwas erhöhtes Plateau gewählt, sodass die Kirche von allen Punkten des Dorfes zu sehen ist. Grundsteinlegung war 1828, im Jahr 1841 wurde die Kirche geweiht. Am 21. November 1944 wurde die Kirche von den Deutschen während der Rückzugsgefechte grundlos gesprengt. In den 1960er Jahren wurde die Kirche an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 2457 2642 2700 2885 2960 2992 3261

Als eine von wenigen Gemeinden in den Vogesen konnte Anould seit 1962 einen stetigen Einwohnerzuwachs verzeichnen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Landwirtschaft spielt im oberen Meurthegebiet heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Durch den Waldreichtum in den Vogesen hat die Forstwirtschaft sowie die Holz- und Papierindustrie eine lange Tradition. Im Norden der Gemeinde wurden drei Gewerbegebiete (Zone industrielle) eingerichtet, in die auch Erwerbstätige aus den Nachbargemeinden pendeln (Z.I. Gerhaudel, Z.I. des Grands Prés, Z.I. le Souche). Zu den in Anould ansässigen Industrieunternehmen gehören:

  • A.R.O.P - Maschinen- und Gerätebau
  • adapac - Verpackungsmittel auf Papierbasis
  • Escaland - Treppenbau

Bildung

Anould ist Standort zweier öffentlicher Grundschulen (École de la Hardalle, École du Souche).

Verkehrsanbindung

Durch Anould verläuft die Nationalstraße 415 von Saint-Dié-des-Vosges über den nahen Col du Bonhomme nach Colmar. Im Ort zweigt die Départementsstraße 8 über den 620 Meter hoch gelegenen Col du Plafond nach Gérardmer ab, sie stellt eine Querverbindung zur Nationalstraße 417 her (Remiremont-Col de la Schlucht-Colmar). Bahnanschluss besteht in der nördlichen Nachbargemeinde Saint-Léonard, deren Bahnhof an der Linie 13 der TER Lorraine Épinal-Saint-Dié-des-Vosges-Straßburg liegt.

Partnerschaft

Anould pflegt eine Gemeindepartnerschaft mit dem hessischen Schöneck.

Weblinks, Quellen


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