Anpfiff (Buch)
Toni Schumacher
Spielerinformationen
Voller Name Harald Anton Schumacher
Geburtstag 6. März 1954
Geburtsort DürenDeutschland
Position Torwart
Vereine in der Jugend
bis 1972 Schwarz-Weiß Düren
Vereine als Aktiver1
Jahre Verein Spiele (Tore)
1972–1987
1987–1988
1988–1991
1991–1992
1995–1996
1. FC Köln
FC Schalke 04
Fenerbahçe Istanbul
FC Bayern München
Borussia Dortmund
422 (-)
33 (-)
89 (-)
8 (-)
1 (-)
Nationalmannschaft
1979–1986 Deutschland 76 (-)
Stationen als Trainer
1996–1998
1998–2000
2001–2003
Borussia Dortmund (Torwart-Trainer)
SC Fortuna Köln
Bayer 04 Leverkusen (Torwart-Trainer)

1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Harald Anton Schumacher (* 6. März 1954 in Düren), genannt Toni Schumacher, ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler. Er gilt als einer der weltbesten Torhüter der 1980er Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Karriere

Karriere als Spieler

Schumacher begann seine Karriere bei Schwarz-Weiß Düren 1962. Im Finale um die Mittelrheinmeisterschaft 1971/72 in Elsdorf gegen den amtierenden A-Jugend-Meister 1. FC Köln (1:0 für Köln) hielt er so gut, dass Jupp Röhrig (Entdecker und Vorgänger von Christoph Daum) auf ihn aufmerksam wurde. Als Keeper der A-Jugend-Nationalmannschaft kam er 1972 zum 1. FC Köln. Mit diesem Klub wurde Schumacher 1978 Deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger (1977, 1978 und 1983). 1979 trat er im Tor der deutschen Nationalelf die Nachfolge von Sepp Maier an. Mit dem DFB-Team wurde er 1980 in Rom Europameister. Bei den Weltmeisterschaften 1982 in Spanien und 1986 in Mexiko wurde er Vize-Weltmeister. Später räumte er ein, dass er im Endspiel gegen Argentinien 1986 keine gute Leistung zeigte und dies ein Hauptgrund für den Verlust des Finales (2:3) war. Trotzdem wurde er zum besten Torhüter des Turniers gewählt. In negativer Erinnerung bleibt sein Zusammenprall 1982 im WM-Halbfinalspiel Deutschland-Frankreich mit dem angreifenden Patrick Battiston, der schwer verletzt vom Platz getragen werden musste. Battiston verlor zwei Zähne und erlitt einen Wirbelbruch. Daraufhin bot Schumacher nach dem Spiel flapsig an, für die Kosten der Jacketkronen aufzukommen. Schumacher entschuldigte sich später öffentlich und bei Battiston persönlich für den Vorfall. Dieser nahm die Entschuldigung auch an. Nach kritischen Äußerungen zum Thema Doping im Fußball in seinem Buch Anpfiff musste er 1987 seine internationale Karriere (76 Länderspiele) beenden. Auch der 1. FC Köln reagierte mit Auflösung des Vertrags.

Nach einem Intermezzo beim FC Schalke 04 1987/88 wechselte Schumacher zu Fenerbahçe Istanbul. Dort wurde er zu einem Publikumsliebling und führte das Team als Kapitän auf Anhieb zur türkischen Meisterschaft. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei stand er in der Saison 1991/92 in 8 Spielen für die damals abstiegsgefährdete Mannschaft des FC Bayern München im Tor, nachdem sich dort Stammtorwart Raimond Aumann verletzte und auch die Nummer 2, Sven Scheuer, ausfiel. Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn 1992 wurde er erst Torwarttrainer bei den Bayern, dann bei Borussia Dortmund. Dort wurde er im letzten Spiel der Saison 1995/96 kurz vor Schluss eingewechselt und durfte so seine zweite deutsche Meisterschaft als Spieler feiern.

Weiterer Werdegang

Auch als Torwarttrainer war Schumacher sehr erfolgreich. So wurden seine Schützlinge Raimond Aumann (FC Bayern München) und Stefan Klos (Dortmund) Deutscher Meister, Hans-Jörg Butt wurde Nationalspieler. Im Sommer 1998 löste er seinen früheren Mitspieler Bernd Schuster als Trainer beim Fußball-Zweitligisten SC Fortuna Köln ab. Hier wurde er im Dezember 1999 in der Halbzeit – beim Spielstand von 0:2 gegen den SV Waldhof Mannheim – von Präsident Jean Löring mit dem Kommentar „Du hast hier nichts mehr zu sagen, du Wichser!“ – entlassen. Unter Cheftrainer Berti Vogts übernahm er, ebenso wie Pierre Littbarski, im Januar 2001 einen Co-Trainerposten bei Bayer 04 Leverkusen, wo er bis 2003 tätig war. Seitdem hat sich Schumacher aus dem Fußballgeschäft zurückgezogen und ist heute Geschäftsführer und Teilhaber der Sportmarketingagentur Sports First in Köln. Des weiteren ist er bei großen Turnieren als Experte bei ARD/ZDF zu sehen.

Spitzname Toni

Schumachers Spitzname Toni wird mitunter abgeleitet von dem legendären Kölner Schlussmann Toni Schumacher, der 1964 mit dem FC Deutscher Meister wurde. In seinem Buch Anpfiff (Seite 37) schreibt Schumacher, dass sich der Spitzname nach Schumachers zweiten Vornamen Anton sowie nach dem Torwart der Weltmeistermannschaft von 1954, Toni Turek ableitet. Zudem gab es zu der Zeit beim 1. FC Köln den Verteidiger Harald Konopka, so dass es zu Missverständnissen hätte kommen können, wenn ein Mitspieler „Harald” gerufen hätte. Harald Schumacher ist bis heute der Rekordspieler des 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga.

Erfolge

Weiteres

Die Punkband Knochenfabrik hat auf ihrem Album "Deutschmark muss sterben (2001)" ein Tributlied an Toni Schumacher veröffentlicht, in welchem sie die Geschichte von Schumacher beim FC Bayern München beschreibt.

Siehe auch

Literatur

  • Harald Schumacher: Anpfiff. Enthüllungen über den deutschen Fußball – Droemer Knaur, 1987 (Coup de sifflet, Monique Thiollet trad., Paris, Michel Lafon ed., 1987) ISBN 3-426-26298-3

Weblinks



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