Anschlussheilbehandlung

Die Anschlussheilbehandlung (auch Anschlussrehabilitation) ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird.

Die Anschlussheilbehandlung kann ambulant, stationär oder teilstationär durchgeführt werden. Geht der Anschlussheilbehandlung eine Operation voraus, so muss sie spätestens zwei Wochen nach Entlassung aus der Akutklinik beginnen. Geht der Anschlussheilbehandlung eine Bestrahlungsbehandlung voraus, so muss sie spätestens 6 Wochen nach Bestrahlungsende beginnen. Wurde die Bestrahlung im Bereich des Kopfes oder des Halses durchgeführt, so muss die Anschlussheilbehandlung spätestens 10 Wochen nach Bestrahlungsende beginnen. Beantragt wird sie durch das Krankenhaus, dort durch den behandelnden Krankenhausarzt oder den Sozialdienst. Bei ambulanter Vorbehandlung, z. B. Bestrahlung, erfolgt die Beantragung durch den behandelnden Strahlentherapeuten.

Die stationäre Anschlussheilbehandlung dauert in der Regel drei Wochen und kann bei schweren Erkrankungen und nach Operationen (z. B. Krebs, Schlaganfall, Herzoperationen) und nach Unfällen durchgeführt werden.

Kostenträger sind entweder die Deutsche Rentenversicherung oder die Krankenkasse. Im Falle einer privaten Krankentagegeldversicherung kommt nach einem Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 5. Juli 2005 – 3 O 114/05 –[1] – entgegen der Ansicht mancher privaten Krankentagegeldversicherung - eine Inanspruchnahme der privaten Krankentagegeldversicherung in Frage.

Ebenso wie bei einem Krankenhausaufenthalt ist pro Tag einer Anschlussheilbehandlung eine Zuzahlung von 10 Euro zu leisten. Die Zuzahlung ist, wenn die Krankenkasse Kostenträger ist, auf maximal 28 Tage im Kalenderjahr begrenzt, und wenn der Rentenversicherungsträger Kostenträger ist, auf maximal 14 Zuzahlungen Tage im Kalenderjahr begrenzt. Zuzahlungen, die im gleichen Jahr bereits an ein Krankenhaus geleistet wurden, werden angerechnet.

Einzelnachweise

  1. Urteil des Landgerichts Hildesheim vom 5. Juli 2005 – 3 O 114/05 –

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Anschlussrehabilitation — Die Anschlussheilbehandlung (auch Anschlussrehabilitation) ist eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme, die im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird. Die Anschlussheilbehandlung kann ambulant, stationär oder teilstationär… …   Deutsch Wikipedia

  • Kliniken Schmieder — (Stiftung Co.) KG Rechtsform Kommanditgesellschaft Gründung 1950 Sitz Hauptverwaltung in Allensbach, Deutschland Leitung Dagmar Schmieder (Geschäftsführende Gesellschafterin) …   Deutsch Wikipedia

  • Reha — Unter medizinischer Rehabilitation versteht man die Wiederherstellung von körperlichen Funktionen, Organfunktionen und gesellschaftlicher Teilhabe mit physiotherapeutischen und ergotherapeutischen Maßnahmen, Mitteln der klinischen Psychologie und …   Deutsch Wikipedia

  • Ahb — Die Abkürzung AHB bedeutet: Advanced High performance Bus (ein Nachfolger des Advanced System Bus) Allgemeine Haftpflichtversicherungsbedingungen Allgemeine Hannoversche Biographie, Hrsg. von Wilhelm Rothert, Hannover 1914 Andreas Hofer Bund… …   Deutsch Wikipedia

  • Drahtextension — Dieser Artikel stellt die wichtigsten Grundsätze und Verfahren der Behandlung von Knochenbrüchen (Frakturen) dar. Inhaltsverzeichnis 1 Historisches 2 Einteilung der Frakturen 2.1 Geschlossene Frakturen 2.2 Offene Frakturen …   Deutsch Wikipedia

  • Dreifache Beckenosteotomie — Becken einer erwachsenen Frau mit Hüftdysplasie links. Osteotomielinien der Triple Osteotomie (rot). Die Triple Osteotomie (Syn. Dreifache Beckenosteotomie – DBO, Tönnis Osteotomie, modifizierte Tönnis Osteotomie oder Triple pelvic osteotomy –… …   Deutsch Wikipedia

  • Femurfraktur — Klassifikation nach ICD 10 S72.0 Schenkelhalsfraktur …   Deutsch Wikipedia

  • Frakturbehandlung — Dieser Artikel stellt die wichtigsten Grundsätze und Verfahren der Behandlung von Knochenbrüchen (Frakturen) dar. Inhaltsverzeichnis 1 Historisches 2 Einteilung der Frakturen 2.1 Geschlossene Frakturen 2.2 Offene Frakturen …   Deutsch Wikipedia

  • Gelenkersatz — Bei Endoprothesen handelt es sich um Implantate, welche dauerhaft im Körper verbleiben. Am bekanntesten sind wohl die künstlichen Hüftgelenke. Heute stehen auch Endoprothesen für weitere Gelenke zur Verfügung (Kniegelenk, Schultergelenk, seltener …   Deutsch Wikipedia

  • Hühnerbrust — Klassifikation nach ICD 10 Q67.7 Pectus carinatum Angeborene Hühnerbrust …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”