Anschlussturm
Burschenschafterturm

Der Burschenschafterturm, auch Anschlussturm genannt, ist ein Teil der Linzer Wehranlage (Turmbefestigung Linz). Er wurde 1917 von den Burschenschaften erworben, um als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges ausgestaltet zu werden; außerdem wurde ein Gedenkraum für die nach 1918 verlorengegangenen deutschen Hochschulstandorte eingerichtet. 1928 erklärte die Deutsche Burschenschaft, dass „der Turm in Linz [...] zu einem Anschlussdenkmal ausgebaut werde“. 1932 wurde für eine Weihe die Inschrift „Ein Volk, ein Reich“ angebracht, die 1938 auf „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“ ergänzt wurde.

Nach 1945 wurde das Gedenken um die Toten des Zweiten Weltkrieges erweitert. Der Gedenkspruch lautet: „Gefallen – vermisst – an Wunden gestorben – vertrieben – erschlagen – in Lagern verdorben – für Heimat und Volk – weil sie Deutsche waren – so haben ihr Leben vieltausend gegeben“. 1989-1990 und 2001-2002 wurde der Turm restauriert.

Die Deutsche Burschenschaft sieht den Turm heute so: „So stellt sich heute der Turm als Mahnmal für die Gefallenen beider Weltkriege dar, als Museum burschenschaftlicher Geschichte und burschenschaftlichen Gedankengutes und als Erinnerungsstätte daran, dass es über Grenzen und die Einzelstaatlichkeit hinaus ein geistiges Band gibt, welches den gesamten deutschen Volks- und Kulturraum umfaßt.“[1]

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes bezeichnet den Turm als „steinerne Anschlusspropaganda“ und damit als „permanenten Verstoß gegen den Staatsvertrag“, der Österreich verpflichtet, großdeutsche Propaganda zu unterbinden. Er diene der völkischen (deutschnationalen bis rechtsextremen) Szene bis heute als „Wallfahrtsstätte und Ort großdeutscher Propaganda“.[2]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Deutsche Burschenschaft: Der Burschenschafterturm in Linz an der Donau, 6. Dezember 2004
  2. DÖW: Gegen völkische Feierstunde für „Anschlussdenkmal“, 27. September 2007

48.30805555555614.2455555555567Koordinaten: 48° 18′ 29″ N, 14° 14′ 44″ O


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