Anseranas semipalmata
Spaltfußgans
Spaltfußgans (Anseranas semipalmata)

Spaltfußgans (Anseranas semipalmata)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Spaltfußgänse (Anseranatidae)
Gattung: Spaltfußgänse (Anseranas)
Art: Spaltfußgans
Wissenschaftlicher Name
Anseranas semipalmata
(Latham, 1798)

Die Spaltfußgans (Anseranas semipalmata) ist die einzige Art der Familie Anseranatidae aus der Ordnung der Gänsevögel. Manchmal wird sie auch als eigenständiger Tribus zu den Entenvögeln (Anatidae) gestellt. Es ist jedoch auch möglich, dass sie enger mit den Wehrvögeln (Anhimidae) verwandt ist, da sie manche Eigenschaften mit diesen teilt. Dazu zählen die verhältnismäßig langen Beine, der lange Hals und die stark reduzierten Schwimmhäute. Der breite orangegelbe bis -rote Schnabel, der zum Kopf hin zu einem mit dem Alter zunehmenden Höcker überleitet, ist dagegen wieder ein typisches Entenmerkmal. Das Gefieder ist am Hals, Kopf, Beinansatz und an den Flügelspitzen schwarz, ansonsten weiß, Beine und Füße haben eine orange Farbe. Als weitere Besonderheit ist zu erwähnen, dass Spaltfußgänse während der Mauser nicht wie andere Gänse flugunfähig werden, da die relevanten Flügelfedern nacheinander und nicht gleichzeitig ersetzt werden.[1]

Männchen werden etwa 90 cm groß, Weibchen bleiben meistens etwas kleiner.

Inhaltsverzeichnis

Ernährung

Spaltfußgänse sind auf Wasserpflanzen spezialisiert und fressen bevorzugt Wildreis. Eine wichtige Rolle in ihrer Ernährung haben auch Simse, die die Gänse mit ihrem kräftigem Schnabel herausreißen.

Lebensraum

Spaltfußgänse zählen zur Fauna Australiens. Die Spaltfußgans kommt in Neuguinea, im küstennahen nordöstlichen Australien und in Tasmanien vor. Bevorzugt werden Feuchtgebiete wie Flussauen und Wiesen, wo sie oft in mehrere tausend Vögel umfassenden Schwärmen leben. Im tropischen Nordaustralien konnte sie man früher noch in sehr großen Schwärmen beobachten, die bis zu 80.000 Individuen umfassten.

Fortpflanzung

Für gewöhnlich bilden ein Männchen und zwei verwandte Weibchen eine Familieneinheit. Alle drei sind am Nestbau, Brutgeschäft und der Aufzucht der Jungen beteiligt, auch wenn das Männchen in der Regel die Hauptarbeit des Nestbaus übernimmt. Die Brutzeit beginnt im Februar und reicht meist bis in den Juni hinein. Die Weibchen legen dann in das in unzulänglichem Gelände befindliche Nest, das sich auch in Baumwipfeln befinden kann, je bis zu 8 weiße Eier, so dass das gesamte Gelege gelegentlich 16 Eier umfassen kann. Anders als bei vielen Entenvögeln werden die geschlüpften Jungtiere oft von den Eltern ausgiebig gefüttert.

Haltung

Spaltfußgänse wurden bereits vor über 100 Jahren in Europa gehalten. Da Zuchterfolge jedoch ausblieben, war die Spaltfußgans nach der Exportsperre, die in Australien verhängt wurde, über längere Zeit nur noch selten in Zoos anzutreffen. Zuchterfolge gab es immer nur in größeren Abständen. Der erste Zuchterfolg in menschlicher Obhut gelang 1931 in Kalifornien. Der erste deutsche Zuchterfolg gelang im Jahre 1989 im Berliner Zoo.[2]

Einzelnachweise, Literatur und Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kolbe, S. 58
  2. Kolbe, S. 59

Literatur

  • T. Bartlett: Ducks And Geese - A Guide To Management, The Crowood Press, 2002, ISBN 1-85223-650-7
  • Hartmut Kolbe: Die Entenvögel der Welt, Ulmer Verlag 1999, ISBN 3-8001-7442-1

Weblinks


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