Ansip
Andrus Ansip

Andrus Ansip (* 1. Oktober 1956 in Tartu/Estland) ist seit 2005 Premierminister Estlands und Vorsitzender der Estnischen Reformpartei (estnisch: Reformierakond).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Geboren in Tartu, absolvierte Ansip die Universität Tartu im Jahr 1979 mit einem Diplom in Chemie. Bevor er in die Politik ging, befasste er sich mit Banken und Investitionen. Er war Mitglied des Vorstandes der Bank von Tartu (estnisch: Rahvapank), Vorstandsvorsitzender der Livonia Privatisation IF und Vorstandsvorsitzender der Investment Fund Broker Ltd (estnisch: Fondiinvesteeringu Maakler AS). Außerdem war Ansip auch Vorstandsvorsitzender von Radio Tartu.

Bürgermeister von Tartu

1998 wurde Ansip zum Bürgermeister von Tartu als Kandidat der Reformierakond (Reformpartei) gewählt, ein Amt, dass er bis 2004 innehatte. Er hatte bei früheren Wahlen für das estnische Parlament kandidiert, jedoch jedes Mal seinen Sitz aufgegeben, um Bürgermeister bleiben zu können.

Vorsitzender der Reformierakond und Wirtschaftsminister

Als der Minister für Wirtschaftangelegenheiten und Kommunikation Meelis Atonen, ein Parteifreund, in der Koalitionsregierung von Juhan Parts sein Amt niederlegen musste, wurde Ansip am 13. September 2004 dessen Nachfolger. Am 21. November 2004 wurde Ansip der Vorsitzende der Reformierakond weil der Parteigründer und bisherige Vorsitzende, der frühere Premierminister Siim Kallas, EU-Kommissar und Vizepräsident der europäischen Kommission geworden war.

Premierminister

Am 31. März 2005 rief der estnische Präsident Arnold Rüütel Ansip auf eine Regierung zu bilden, nachdem am 24. März 2005 Premierminister Juhan Parts sein Rücktrittsgesuch eingereicht hatte. Ansip bildete eine Koalition zwischen Keskerakond ("Zentrumspartei") und Rahvaliit ("Volksunion"), die von der Riigikogu am 12. April 2005 bestätigt wurde. Seine Regierung wurde unterstützt von 53 der 101 Mitglieder des estnischen Parlaments, 40 Abgeordnete stimmten gegen ihn. Ansip wurde daraufhin als Premierminister von Estland zusammen mit seinem Kabinett am 13. April 2005 offiziell vereidigt.

Im Zuge der von Ansip persönlich betriebenen Verlegung eines 1947 während der sowjetischen Besetzung Estlands errichteten Denkmals für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee aus dem Stadtzentrum auf einen Militärfriedhof kam es am 27. und 28. April 2007 in Tallinn zu schweren Krawallen und Plünderungen, bei denen größtenteils russischstämmige Jugendliche mitwirkten. Die Verlegung des Denkmals führte aussenpolitisch zu einer schweren Krise zwischen Estland und Russland.

Das 1. Kabinett

Das neue Kabinett, bestätigt von der Riigikogu am 12. April 2005, setzt sich wie folgt zusammen:

Reformierakond

  • Premierminister Andrus Ansip
  • Außenminister Urmas Paet (früherer Kulturminister; Journalist)
  • Verteidigungsminister Jaak Jõerüüt
  • Justizminister Rein Lang
  • Minister für Bevölkerungsentwicklung Paul-Eerik Rummo (früher in ebenderselben Position, Poet)

Keskerakond

  • Minister für Wirtschaftsangelegenheiten und Kommunikation Edgar Savisaar (früher Premierminister und Bürgermeister von Tallinn; Parteivorsitzender der Keskerakond)
  • Kultusminister Raivo Palmaru
  • Minister für soziale Angelegenheiten Jaak Aab
  • Innenminister Kalle Laanet
  • Minister für Bildung und Forschung Mailis Reps

Rahvaliit

  • Umweltminister Villu Reiljan (blieb in dieser Position)
  • Agrarminister Ester Tuiksoo
  • Finanzminister Aivar Sõerd
  • Minister für regionale Angelegenheiten Jaan Õunapuu (blieb in dieser Position)

Das 2. Kabinett

Das zweite Kabinett von Andrus Ansip wurde am 4. April 2007 durch den Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves ernannt und am 5. April 2007 vor dem Riigikogu vereidigt. Diese Regierung wurde nach den Wahlen zum 11. Riigikogu gebildet.

Reformierakond

Isamaa ja Res Publica Liit

Sotsiaaldemokraatlik Erakond

Weblinks



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