Anspach (Neu-Anspach)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Neu-Anspach
Neu-Anspach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Neu-Anspach hervorgehoben
50.2930555555568.5088888888889342Koordinaten: 50° 18′ N, 8° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 342 m ü. NN
Fläche: 36,14 km²
Einwohner: 15.036 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61267
Vorwahl: 06081
Kfz-Kennzeichen: HG
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 007
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Bahnhofstraße 26–28
61267 Neu-Anspach
Webpräsenz:
Bürgermeister: Klaus Hoffmann (CDU)

Neu-Anspach ist eine Stadt im Hochtaunuskreis in Hessen. Am 30. Oktober 2007 erhielt die Gemeinde die Stadtrechte.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Neu-Anspach von Nordwesten

Geographische Lage

Neu-Anspach liegt in 300 bis 340 Meter Höhe nördlich des Taunuskamms in einer weiträumigen Senke des Usatals.

Nachbargemeinden

Neu-Anspach grenzt im Norden an die Stadt Usingen, im Osten an die Gemeinde Wehrheim, im Süden an die Stadt Bad Homburg sowie im Westen an die Gemeinde Schmitten.

Aus der Luft
… und von Süden, im Hintergrund rechts Ortsteil Rod am Berg
Südlicher Teil des alten Ortskerns

Geschichte

Urkundlich wird der namensgebende Stadtteil Anspach im Jahre 1274 zum ersten Mal als Langenansbach erwähnt, zog sich die Bebauung ursprünglich vom heutigen Waldschwimmbad bis zum alten Ortskern hin.

Anekdotisch: „Während des 30-jährigen Krieges wurde Anspach von feindlichen Truppen belagert, wodurch sich die Bevölkerung in die umgebenden Wälder flüchtete. Nach einiger Zeit schlich sich der damalige Schultheiss Johannes Paul Löw aufgrund eines Traumes in das Dorf zurück, um zu überprüfen, ob seine verborgenen Schätze entdeckt worden seien. Als er feststellte, dass keine feindlichen Truppen mehr zugegen waren, begann er die Kirchenglocken zu läuten um die Bevölkerung zu informieren. Angeblich passierte dies um zehn Uhr, so dass die Glocken der evangelische Kirche täglich um zehn Uhr (heute um elf Uhr) zum Angedenken läuteten. In Erinnerung an diese Tat wurden die Glocken in das neue Wappen des Ortsteils Anspach aufgenommen.“

Neu-Anspach besteht seit dem 27. April 1970 als freiwilliger Zusammenschluss der vorher selbständigen Gemeinden Anspach, Rod am Berg und Hausen-Arnsbach. Westerfeld kam im Rahmen der Gebietsreform in Hessen als vierter Ortsteil am 1. Januar 1972 hinzu.

Im August 2007 legte Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) der Gemeindevertretung den Plan vor, Stadtrechte zu beantragen. Am 3. September 2007 stimmte die Gemeindevertretung einstimmig diesem Plan zu. Auch das Land als Genehmigungsbehörde signalisierte Zustimmung. Die offizielle Erhebung zur Stadt erfolgte am 30. Oktober 2007.[2] In der Bevölkerung der alten Ortskerne wurde dieser Vorschlag jedoch kontrovers diskutiert.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 46,9 18 40,4 15
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 27,8 10 34,9 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,7 4 12,1 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,2 2 4,9 2
FWG-UBN Freie Wählergemeinschaft der unabhängigen Bürger in Neu-Anspach 7,4 3 7,7 3
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 42,1 52,7

Bürgermeister

Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Anspach, ab 1970 der Gesamtgemeinde Neu-Anspach und ab 2007 der Stadt Neu-Anspach:

Anspach hatte, da es zwei unterschiedlichen Landesherren unterstand, teilweise auch zwei Schultheiße.

  • Cuntz Keller (um 1560)
  • Johann Keller
  • Johannes Paul Löw
  • Sebastian Keller (?–1640)
  • Hanß Ernst (1640–?)
  • Johann Keller
  • Henrici (um 1800)
  • Wörner (um 1800)
  • Johann Weill Föller (etwa 1830 bis etwa 1850)
  • Christian Jakob Henrici (etwa 1850 bis etwa 1880)
  • Friedrich Jakob Henrici (etwa 1880–1911)
  • Fritz Jäger (1911–1918)
  • Emil Becker (1918–1933)
  • Rudolf Henrici (1933–1946)
  • Heinrich Schneider (1946–1960)
  • Rudolf Selzer (1960–1984)
  • Heinz Born (1984–1991)
  • Rudi Rübsamen (kommissarisch) (1991–)
  • Gerd Hillen (–2005)
  • Klaus Hoffmann (2005–heute)[3]

Wappen

Das Wappen der Stadt zeigt einen geviertelten Schild, der die vier Elemente der Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinden Anspach (goldene Glocke auf blauem Grund, 1817 bis 1953 fünf grüne, nach oben oval geschlossene Rundhöcker zweizeilig übereinandermontiert), Hausen-Arnsbach (Rose mit grünen Butzen auf goldenem Grund), Rod am Berg (rote Hirschstange auf goldenem Grund) und Westerfeld (goldene Ähre auf grünem Grund) zeigt. In die Mitte ist ein mit verwechselten Farben gestaltener Ring gelegt. Die Genehmigung zur Führung dieses von Heinz Ritt entworfenen Wappens erhielt die Gemeinde am 13. Februar 1974 vom hessischen Innenminister.[4] Da Wappen dem Namensrecht unterliegen, ist dessen Nutzung dem Magistrat vorbehalten.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur

Kirche und alte Schule Hausen-Arnsbach

Kaufkraft

Im Jahr 2000 lag der Kaufkraftindex bei 118,3 Prozent (Bundesrepublik Deutschland = 100 Prozent).

Wirtschaft

  • Vergärungsanlage für nachwachsende Rohstoffe (seit 2007) am Standort Deponie Brandholz, Bauherr Rhein-Main Deponie GmbH, Betreiber AGROGAS SERVICE GmbH & Co KG (i.G.) und der landw. Erzeugergemeinschaft „NawaRo“ Hochtaunus
  • Möbelfabrik Schlapp Möbel GmbH & Co. KG, Internationale Objekteinrichtungen
  • Fa.Greentop, Rußpartikelfilter
  • Adam Hall GmbH, Großhandel für Flightcase Hardware und Audiozubehör
  • Pferdesport Wintermühle GmbH (Reitsport, Pferdehandel)
  • Landwirtschaftisches Lohnunternehmen Staehr, Dienstleistungen für die Landwirtschaft

Verkehr

Bahnhof der Taunusbahn

Der nächste Autobahnanschluss an der Bundesautobahn 661 ist etwa 13 Kilometer vom Ortszentrum entfernt. Der Anschluss zur Bundesautobahn 5 ist etwa 15 Kilometer entfernt, nach Bad Homburg sind es etwa 12 Kilometer und zum Flughafen Frankfurt am Main etwa 35 Kilometer.

Im öffentlichen Nahverkehr gibt es direkte Verbindungen nach Bad Homburg (teilweise bis nach Frankfurt am Main), Grävenwiesbach (Busanschluss nach Weilburg) und Brandoberndorf mit der vom Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) betriebenen RMV-Linie 15 (Taunusbahn). Außerdem gibt es Buslinien nach Usingen und Königstein im Taunus.

Bei Neu-Anspach, in der Gemarkung der Nachbargemeinde Wehrheim, liegt der Flugplatz Anspach.

Öffentliche Einrichtungen

Blick von Osten über alle Stadtteile, rechts im Bild: Teile von Usingen und Wehrheim

Neu-Anspach ist Sitz des kommunalen Zweckverbandes Naturpark Hochtaunus.

Bildungseinrichtungen

Eingangsschild der Adolf-Reichwein-Schule
Neubau der Adolf-Reichwein-Schule

In Neu-Anspach gibt es die Grundschule am Hasenberg, die Grundschule an der Wiesenau und die Adolf-Reichwein-Schule, eine 1966 eröffnete Gesamtschule. Benannt wurde sie nach dem deutschen Widerstandskämpfer Adolf Reichwein. Mit der Schaffung einer gymnasialen Oberstufe wurde die Attraktivität der Schule deutlich gesteigert. Im Schuljahr 1999/2000 wurde an der Adolf-Reichwein-Schule das erste Abitur abgelegt. Im Jahr 2005 wurde der moderne Neubau eröffnet, der die 1960er-Jahre-Zweckbauten ergänzt. Der Schulkomplex umfasst sieben Gebäude, eine große und eine kleine Turnhalle sowie einen Sportplatz. Es besuchen etwa 1700 Schüler diese Schule.[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hessenpark

Die bekannteste Sehenswürdigkeit Neu-Anspachs ist das Freilichtmuseum Hessenpark. Das bei Bad Homburg gelegene Römerkastell Saalburg ist nicht weit entfernt.

Im Nachbarort Wehrheim liegt der Freizeitpark Lochmühle.

Waldschwimmbad

Waldschwimmbad

Das oberhalb des Stadtteils Anspach gelegene Waldschwimmbad ist ein Freibad, das besonders aufgrund der idyllischen Lage im Wald nicht nur von den Bürgern Neu-Anspachs gerne besucht wird. Die Dauerkarten gelten ebenso für das benachbarte Schwimmbad in Schmitten und umgekehrt.

Am 2. Juni 1932 wurde im Stadtparlament der Bau eines Schwimmbades beschlossen; die Bauarbeiten begannen sogleich. Das Schwimmbad wurde bereits im gleichen Herbst vollendet. Da es vor allem aus Holz erbaut war, wurden 1946 und 1947 weitgehende Reparaturen notwendig, um den Schwimmbetrieb aufrecht zu erhalten. Fortschreitender Verfall machte jedoch eine Schließung im Jahre 1953 unumgänglich. 1955 wurde ein kompletter Neubau begonnen.

Um die Attraktivität des Schwimmbades zu steigern und das von der Stadt zu tragende Defizit zu verringern hat sich der Verein N.A.p.S. (Neu-Anspach pro Schwimmbad) gegründet.[7]

Weitere Einrichtungen

Als einziger Ort im Usinger Land verfügt der Stadtteil Anspach über ein Kino.

Die BASA („Bildungsstätte Alte Schule Anspach“) ist eine vom Bund Deutscher Pfadfinder betriebene Bildungsstätte in der alten Schule des Stadtteils Anspach.

Außerdem verfügt Neu-Anspach über zahlreiche Sportvereine, die unter dem Hauptverein SG Anspach zusammengefasst sind.

Grünwiesenweiher

Der Grünwiesenweiher nahe dem Stadtteil Hausen-Arnsbach ist mit eine Größe von 1,3 Hektar eine der wenigen größeren Wasserflächen des Taunus. Geologisch bedingt gibt es im Taunus keine nennenswerten natürlichen Seen. Auch der Grünwiesenweiher ist künstlich angelegt und dient seit dem 18. Jahrhundert als Reservoir für die Mühlen an der Usa und Fischgrund. Der erste urkundliche Nachweis des Weihers stammt aus dem Jahr 1805. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Weiher auch als Badesee genutzt. Am Ostufer wurden hierfür auch eine Bruchsteinmauer, ein Badesteg und eine Grillhütte angelegt. Aufgrund der Waldlage und dem geringen Wasseraustausch „kippte“ der Weiher aber durch die Badenutzung regelmäßig um, so dass sich die Gemeinde 1987 entschloss, die Badenutzung zu untersagen und den Weiher unter Naturschutz zu stellen.[8]

Partnerstädte

Quellen

  1. neu-anspach.de: Neu-Anspach ist die jüngste Stadt Hessens
  2. StAnz. 48/2007 S. 2327
  3. Wahlergebnis der Bürgermeister-Stichwahl von 2005
  4. Informationen der Gemeinde zur Gestaltung des Wappens
  5. Satzung zum Schutze des Gemeindewappens
  6. ARS Homepage
  7. Schwimmbad Neu-Anspach
  8. Horst Wolf: „Weiher im Usinger Land“, in: Ingrid Berg, Heimat Hochtaunus, Frankfurt 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 27-29
  9. "Aus dem Parlament"

Weblinks


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