Antau
Antau
Wappen von Antau
Antau (Österreich)
Antau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 8,8 km²
Koordinaten: 47° 46′ N, 16° 29′ O47.77361111111116.476666666667189Koordinaten: 47° 46′ 25″ N, 16° 28′ 36″ O
Höhe: 189 m ü. A.
Einwohner: 746 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 7041
Gemeindekennziffer: 1 06 16
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Antau
7041 Antau
Website: www.antau.gv.at
Politik
Bürgermeister: Adalbert Endl (ÖVP)
Gemeinderat: (2007)
(13 Mitglieder)
9 ÖVP, 4 SPÖ
Lage der Gemeinde Antau im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera BurgenlandLage der Gemeinde Antau im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Antau (kroatisch: Otava, ungarisch: Selegszántó) ist eine Gemeinde mit 746 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich.

Im Ort gibt es zahlreiche Angehörige der burgenlandkroatischen Minderheit.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Antau liegt im Wulkatal und direkt an der Wulka, dem einzigen Fluss der in den Neusiedlersee mündet. Antau ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Herkunft des Ortsnamens

Bezeugt ist der Ortsname seit 1245 als Zantho. Eine Urkunde aus dem Jahr 1390 erwähnt die Poss(essio) Zanthou et pratum Nadasreth dictum iuxta fluvium Bulka al(io) nom(ine) Selegh dictum („Besitzung Szántó [Antau] und die Nádásrét genannte Wiese am Fluss Bulka [Wulka], der mit anderem Namen auch Seleg heißt“).[1]

Diese Bezeichnung ist mit dem heutigen ung. Wort szántó „Acker“ zu verbinden. Die Siedlung hat ihren Namen also von der Lage an einem Acker. Die Gegend wurde folglich ursprünglich von Ungarn bewohnt. Wie dies auch bei ursprünglich slawischen Ortsnamen in Ostösterreich zwischen 800 und 1200 üblich war, übernahm man den ungarischen Anlaut /s/ als [ts] ins Deutsche. Später wurde dieser Anlaut mit der bei Ortsnamen häufigen mhd. Präposition ze identifiziert, wodurch als vermeintlich eigentlicher Name nur noch Antau übrig blieb.

Auch der Name der burgenländischen Gemeinde Andau im Seewinkel geht auf denselben Ursprung zurück.

Die ungarische Form des Ortsnamens ist heute, nach der Lage an der Wulka und zur Unterscheidung von Andau im Seewinkel, Selegszántó („Antau an der Wulka“).

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.

Später unter den Römern lag das heutige Antau dann in der Provinz Pannonia.

Wie die Herkunft des Ortsnamens zeigt, war der seit 1245 nachgewiesene Ort zunächst von Ungarn besiedelt.

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Selegszántó verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Bevölkerung

Nach der Volkszählung 2001 hat Antau 753 Einwohner, von denen sich 64,9 % zur deutschsprachigen Volksgruppe und 26,2 % zur Volksgruppe der Burgenland-Kroaten bekennen (weitere 3,5 % der Bevölkerung geben Kroatisch als vorwiegende Umgangssprache an).

Religion

Der Anteil der Bevölkerung, die sich zur römisch-katholischen Kirche bekennen, beträgt 85,1 %. Die zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam mit 3,2 %.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
65,04%
(+5,38%)
34,96%
(-2,32%)
n. k.
(-3,06%)
2002

2007



  • Bürgermeister ist Albert Endl von der ÖVP, der sich bei den Bürgermeisterdirektwahlen 2007 gegen Vizebürgermeister Christian Huber von der SPÖ mit 72,6 % durchsetzen konnte.
  • Bei den Gemeinderatswahlen konnte die ÖVP ihren Stimmanteil mit 65,0 % um rund 5,4 % ausbauen. Die SPÖ verlor rund 2 % und büßte mit 35 % der Stimmen ein Mandat ein, das zur ÖVP wanderte. Die Grünen, die 2002 noch 3 %, jedoch kein Mandat erreicht hatten, traten 2007 nicht mehr an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Denkmale unter Denkmalschutz[2]:

  • Pest-/Dreifaltigkeitssäule
  • Rittermühle/Kirchenmühle (Wohnhaus, Speicherbau, und Mühlengebäude)
  • Kath. Pfarrkirche hl. Andreas
  • Sebastiansäule
  • Figurenbildstock hl. Antonius von Padua
  • Anna-Kapelle mit Figurenbildstock, Ecce homo und weiterem Figurenbildstock
  • Lourdeskapelle mit hl. Antonius und hl. Johannes Nepomuk
  • Bildstock, Weißes Kreuz, Wiesengasse

Persönlichkeiten

Personen mit Bezug zur Stadt

Auszeichnungen für die Gemeinde

  • 1991 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 1992 Jugendfreundlichste Gemeinde
  • 2001 Schönste Gemeinde des Burgenlandes
  • 2003 Drittschönste Gemeinde in Europa
Antau (Mitte unten) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Literatur

  • Franz Migschits: Dorfentwicklung als Zielvorstellung einer naturnahen Kulturlandschaft im Burgenland am Beispiel der Gemeinde Antau. Diplomarbeit, Technische Universität Wien 1993

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Dezső Csánky: Magyarország történeti topográfiája a Hunyadiak korában, Budapest 1890.
  2. Bundesdenkmalamt: Burgenland - unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz. (Stand: 30. Mai 2011)

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