Lipari

Lipari
Lipari
Wappen
Lipari (Italien)
Lipari
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Messina (ME)
Lokale Bezeichnung: Lìpari
Koordinaten: 38° 29′ N, 14° 57′ O38.47972222222214.955Koordinaten: 38° 28′ 47″ N, 14° 57′ 18″ O
Fläche: 88,61 km²
Einwohner: 11.386 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 128 Einw./km²
Postleitzahl: 98055
Vorwahl: 090
ISTAT-Nummer: 083041
Schutzpatron: San Bartolo

Die Insel Lipari gehört mit ihren Nachbarinseln Stromboli, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi zur Inselgruppe der Äolischen oder Liparischen Inseln (italienisch: Isole Eolie) im Tyrrhenischen Meer. Lipari ist der Name der Gemeinde, der Insel und des Hauptortes. Die Insel gehört zur Region Sizilien in Italien und liegt in der Provinz Messina.

Inhaltsverzeichnis

Gemeinde

Die Gemeinde umfasst ein Gebiet von 88,61 km² und hat 11.386 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010), von denen 5000 im gleichnamigen Hauptort Lipari leben. Zu der Gemeinde gehören auch die Ortsteile Alicudi, Filicudi, Panarea, Stromboli und Vulcano auf den gleichnamigen Inseln.

Die nächstgelegenen Gemeinden sind Santa Marina Salina, Leni und Malfa, sie liegen alle auf der Insel Salina.

Geologie

Bimsabbau bei Acquacalda

Die Insel Lipari ist vulkanischen Ursprungs, allerdings ist kein aktiver Vulkanismus mehr vorhanden. Die Entstehung erfolgte in mehreren Phasen, wobei sowohl die Eruptionszentren als auch das eruptierte Material sehr verschieden waren. Während der Süden der Insel zusammen mit der benachbarten Insel Vulcano entstanden ist und Lavadome aufweist (z.B. Monte Guardia), ist der Westen und Osten durch strombolianische Eruptionen entstanden, in der Mitte befinden sich die Stratovulkane Monte Chirica (höchste Erhebung der Insel, 602 m hoch) und Monte S. Angelo, und im Nordosten gibt es die bis zu 300 m dicken Bimsablagerungen und zwei Obsidianströme des Monte Pilato (476 m hoch). Der Obsidian wurde schon seit der Jungsteinzeit abgebaut; Funde aus dieser Zeit gibt es im ganzen westlichen Mittelmeerraum. Die riesigen weißen Bimsablagerungen, welche auch Monte Chirica bedecken, sind die größten der Welt und wurden an der Nordostküste bei Porticello und Acquacalda bis 2007 abgebaut.

Geschichte

Der Fischerhafen von Lipari
Schwertfisch-Fänger
Lipari von Marina Lunga aus

Die Besiedlung der Insel lässt sich seit etwa 4000 v. Chr. nachweisen. Zu griechischer Zeit entwickelte sich der Ort Meliguni. Diodorus Siculus berichtet über die Liparischen Inseln zur Zeit der fünfzigsten Olympiade (580-576 v. Chr.) von der Kolonisation durch griechisch stämmige Auswanderer aus Knidos und Rhodos. [2]

Eine Besonderheit bildete das Gemeinwesen unter den Bewohnern. Aller Besitz wurde zum Gemeineigentum. Die arbeitsfähigen Männer wurden in zwei Gruppen geteilt. Eine Gruppe bewirtschaftete das Land und sicherte so die Nahrungsversorgung. Die andere Gruppe kämpfte auf See, verteidigte die Gemeinschaft vor tyrrhenischen Seeräubern und fuhr später selber auf Beutezug. Die Einkommen beider Gruppen wurden bei Syssitien verteilt. [3]

Dieser Zustand währte solange, bis die Gefahr gegnerischer Seeräuber gebannt war. Anschließend setzte ein Aufweichen dieser strengen Güterteilung zuerst mit der festen Aufteilung Liparas, später mit der Neuverteilung des Ackerlandes der anderen Inseln alle 20 Jahre durch ein Losverfahren ein. Diese Gesellschaftsform wurde in der Forschung als Urkommunismus diskutiert. Diese Meinung ist jedoch stark umstritten.

Vom 6. bis zum Ende des 8. Jahrhunderts ist Lipari als Bischofssitz bezeugt. Unter sarazenischer Herrschaft ging es in dieser Rolle unter. Während der Herrschaft der Normannen wurde das Bistum Lipari - Patti errichtet. Im Mittelalter war Lipari eine Festung. Der Ort befand sich damals in der Nähe der Kathedrale.

Während des Erdbebens von 1783 wurde Lipari zum größten Teil zerstört. 1939 bauten die Einwohner einen Einschnitt in den Mauergürtel und hatten somit einen direkten Zugang zum Schloss und der Kathedrale.

Sehenswürdigkeiten

Fischerboote im Hafen und Blick auf den Burgberg
Amphoren im Archäologischen Museum in Lipari
  • Der Burgberg mit der Burganlage aus dem 16. Jahrhundert; im Inneren des Mauerrings der Burg liegt auch die Kathedrale San Bartolomeo, heute Konkathedrale des Erzbistums Messina-Lipari-Santa Lucia del Mela.
  • Das Archäologische Museum, das größtenteils in der Burg untergebracht ist; zu sehen sind Fundstücke aus der Vorzeit und Frühzeit von Lipari, Inschriften von Nekropolen. Weitere Abteilungen befassen sich mit der klassischen Archäologie und der Meeresarchäologie. Zusätzlich gibt es eine vulkanologische Abteilung.
  • Marina Corta mit der Piazza Ugo di Sant' Onofrio; hier steht die kleine Kirche Anime del Purgatorio; auf dem Platz liegen Boote und Fischernetze die ausgebessert werden müssen; hier legen auch die Tragflügelboote und Ausflugsschiffe aus Milazzo an.
  • Der Aussichtspunkt "Quattrocchi" von dem aus man einen herrlichen Blick auf die Nachbarinsel Vulcano hat.
  • Die archäologische Zone außerhalb der Stadt
  • Die Natur, die durch den Vulkanismus geprägt ist

Söhne und Töchter

Literatur

  • Peter Amann: Liparische Inseln. Insel- und Wanderführer. Iwanowski's Reisebuchverlag Dormagen, 2005, 4. Auflage (ISBN 3-933041-01-5)
  • Luigi Bernabò Brea: Le isole Eolie dal Tardo Antico ai Normanni. Appendici di Wolfgang Krönig, Sul complesso architettonico normanno contiguo alla Cattedrale di Lipari; S.L. Agnello, L'iscrizione di Proba. Ravenna 1998 (Biblioteca di Felix Ravenna, 5)

Quellen

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. Diodorus <Siculus>: Griechische Weltgeschichte, Buch I-X/ übers. von Gerhard Wirth 1993
  3. Link, Stefan: Lipara, der Beutestaat, aus Laverna 13, 2002, S. 45-55

Weblinks

 Commons: Lipari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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