28 Days Later
Filmdaten
Deutscher Titel: 28 Days Later
Originaltitel: 28 Days Later
Produktionsland: Großbritannien,
Frankreich
Erscheinungsjahr: 2002
Länge: 113 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 18
Stab
Regie: Danny Boyle
Drehbuch: Alex Garland
Produktion: Andrew Macdonald
Musik: John Murphy
Kamera: Anthony Dod Mantle
Schnitt: Chris Gill
Besetzung
  • Cillian Murphy: Jim
  • Naomie Harris: Selena
  • Noah Huntley: Mark
  • Christopher Eccleston: Major Henry West
  • Christopher Dunne: Jims Vater
  • Emma Hitching: Jims Mutter
  • Alexander Delamere: Mr. Bridges
  • Kim McGarrity: Mr. Bridges’ Tochter
  • Brendan Gleeson: Frank
  • Megan Burns: Hannah
  • Alex Palmer: Aktivist
  • Bindu De Stoppani: Aktivist
  • Jukka Hiltunen: Aktivist
  • David Schneider: Wissenschaftler
  • Toby Sedgwick: infizierter Priester

28 Days Later ist der 2002 von Danny Boyle nach einem Drehbuch von Alex Garland gedrehte erste Teil einer Trilogie von Endzeit-Horrorthrillern. Die Fortsetzung 28 Weeks Later kam 2007 in die Kinos. Der letzte Teil 28 Months Later ist für 2011 geplant.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Prolog

Der Film spielt im England der Gegenwart. Im Prolog sind einige Fernsehbildschirme mit verschiedenen gewalttätigen Inhalten wie Straßenschlachten und Polizeieinsätze zu sehen. Über eine Überwachungskamera wird gezeigt, wie eine Gruppe von Aktivisten nachts in die medizinische Abteilung einer Universität in Cambridge eindringt, um Primaten, denen die erwähnten TV-Szenen offenbar zu Versuchszwecken gezeigt werden, zu befreien. Ein Forscher überrascht sie bei der Befreiungsaktion und löst den Alarm aus, wird jedoch festgehalten. Er versucht die Aktivisten davon abzuhalten, die Käfige zu öffnen, da die Tiere mit „Wut“ infiziert seien, einem hochansteckenden, gefährlichen und tödlichen Virus. Die Infektion verwandelt den Betroffenen innerhalb einer Minute in einen des Sprechens unfähigen Rasenden ohne menschliche Vernunft, der jeden Nicht-Infizierten sofort angreift und ebenfalls infiziert. Eine Aktivistin befreit kurz darauf einen Schimpansen, der sie anfällt und mit dem Virus infiziert, das sie sofort in eine solche Bestie verwandelt. Sie spuckt einem anderen Aktivisten wenige Sekunden später Blut ins Gesicht und überträgt damit das Virus auf ihn.

Haupthandlung

28 Tage später...

Die Haupthandlung beginnt im Londoner St Thomas' Hospital. Der Fahrradkurier Jim wacht nach einem Unfall mit einem LKW in der verlassenen Intensivstation aus dem Koma auf. Verwundert wandert er auf der Suche nach anderen Menschen durch die Gänge und Zimmer. Wie nach einem Überfall liegen überall umgestürzte Möbel, Klinikutensilien und Abfälle auf dem Boden. Völlig verstört läuft der junge Mann auf die Straße und ruft mehrmals: „Hallo?“. Doch London scheint ausgestorben, Tauben sind die einzigen sichtbaren Lebewesen.

Als die Dämmerung anbricht, sucht Jim, der noch immer an den Folgen seines Fahrradunfalls leidet, Unterschlupf in einer Kirche. Auf dem Boden türmen sich zu seinem Entsetzen Berge von Leichen. Ein plötzliches Geräusch macht ihn auf die Anwesenheit eines Priesters aufmerksam. Dessen blitzschnelle Bewegungen, blutunterlaufene Augen, krankhafte Zuckungen und mörderische Schreie lassen Jim zurück auf die Straße flüchten. Mehr und mehr Infizierte werden von dem Lärm angelockt und Jim läuft in Panik und Verwirrung durch die Straßen, verfolgt von einer immer größer werdenden Meute. Die plötzliche Explosion einer Benzinbombe kündigt die Ankunft von Selena und Mark, zweier weiterer nicht-infizierter Überlebender, an. Nach einer gewagten Rettungsaktion, bei der viele der Verfolger und eine verlassene Tankstelle in Flammen aufgehen, bringen sie Jim in ein mit einem Rollgitter versehenes Kleingeschäft in einer Londoner U-Bahnstation und beginnen ihm die Wirkungsweise der Infektion zu erklären: Sie wird durch das Blut übertragen und befällt innerhalb von Sekunden den gesamten Organismus. Die Seuche hat sich inzwischen schon über ganz Großbritannien ausgebreitet, Selena berichtet von Vorfällen in Paris und New York. Und niemand weiß, ob nicht sogar das Ende der gesamten Menschheit droht.

Selena und Mark stimmen widerwillig zu, den unter Schock stehenden Jim in den Stadtteil Deptford zu bringen, um dessen Eltern zu finden. Jim entdeckt Vater und Mutter tot auf einem Bett im Obergeschoss, die sich mittels Schlaftabletten das Leben nahmen. In ihrem Abschiedsbrief wünschen sie Jim, dass er nie mehr (aus dem Koma) aufwachen werde. Als sie dort übernachten, werden sie von infizierten Nachbarn angegriffen. Mark erleidet bei der Abwehr eine offene Wunde. Obwohl er noch keine Anzeichen einer Infizierung zeigt, tötet Selena ihn sofort. Jim ist schockiert, doch Selena erklärt, dass es keinen anderen Weg gäbe.

Später, während sie wieder auf der Suche nach weiteren Überlebenden durch die Straßen Londons streifen, entdecken Selena und Jim bunte Lichter in einem Hochhausfenster und beschließen, sich dorthin durchzuschlagen. Nachdem sie einen aus Einkaufswagen errichteten Schutzwall überwunden haben, finden sie den verwitweten Frank und dessen Tochter Hannah, die sich notdürftig eingerichtet haben. Da deren Wasservorräte fast aufgebraucht sind, suchen auch sie dringend nach einem neuen Unterschlupf.

Am nächsten Morgen empfangen die Verzweifelten mittels eines Kurbelempfängers ein Radiosignal. In Manchester behauptet eine Soldatentruppe unter Führung eines gewissen Major Henry West, die Antwort auf die grausame Infektion gefunden zu haben, und lädt alle Überlebenden ein, sich ihr anzuschließen. Da ihnen kein Ausweg bleibt, machen sich die Londoner Weggefährten in Franks Taxi auf die gefährliche Reise Richtung Norden. Aber schon der Weg dorthin erweist sich als äußerst schwierig. Die Flüchtlinge können sich zwar kostenlos in einem Supermarkt versorgen, aber bei der Fahrt durch einen Tunnel lauern ihnen Infizierte auf.

Sie machen Rast an einem anscheinend sicheren Ort an einem See in einem Park. Hier kommt es zu einer ersten körperlichen Annäherung zwischen Selena und Jim: Sie küsst ihn auf die Wange. Beim Übernachten im Freien schreckt Jim morgens hoch, allein – die anderen scheinen ihn zurückgelassen zu haben. Diese Sequenz entpuppt sich kurz darauf als ein schlechter Traum, da Frank ihn aufweckt – daraufhin sagt Jim zu ihm: „Danke Dad“. Die Furcht vor dem Verlassensein wird darauf wiederholt: Als Jim am Morgen wirklich erwacht, sieht er sich wiederum allein. Aber das Auto steht mit laufendem Motor in der Nähe. Die anderen haben schon gepackt und warten auf ihn.

Als sie schließlich am Stadtrand von Manchester ankommen, werden ihre Hoffnungen enttäuscht: Die gesamte Stadt steht in Flammen. Bei einer Straßensperre, wo auch einige tote Infizierte liegen, wird Frank infiziert, als von einem toten Infizierten ein Blutstropfen in sein Auge fällt. Verzweifelt versucht er, seine Tochter Hannah zu warnen, stößt sie weg, doch schon nach wenigen Sekunden will er die anderen – auch seine Tochter – angreifen. In diesem Moment fordert Selena Jim auf, Frank zu töten. Jim hat große Zweifel, aber bevor Jim erst in seine Nähe kommt, wird Frank noch rechtzeitig von plötzlich auftauchenden Soldaten erschossen. Hannah ist am Boden zerstört, wird aber von Selena getröstet.

Jim, Selena und Hannah werden von den Soldaten in einem Militärfahrzeug in eine Villa auf dem Land gebracht, in welcher sich einige überlebende Militärs verschanzt haben. Um ihnen Hoffnung zu machen, hat Major Henry West den Soldaten Frauen versprochen. Auf dem Gelände wird versuchsweise ein angeketteter Infizierter beobachtet; man will herausfinden, wie lange es dauert, bis Infizierte verhungern.

Als die Soldaten die beiden Frauen vergewaltigen wollen, versucht Jim mit ihnen zu fliehen; dabei wird er von den Soldaten überwältigt und später in den Wald gebracht, um erschossen zu werden. Ihm gelingt jedoch die Flucht – allerdings in das von den Infizierten besiedelte Gebiet jenseits der Schutzmauer, eigentlich ein Todesurteil für ihn. Er ist verzweifelt und zu Tode erschöpft, sackt auf den Boden und bleibt auf dem Rücken liegen. Beim Blick in den Himmel sieht er ein Strahlflugzeug in großer Höhe – anscheinend ein Linienjet. Jim schöpft durch diesen Anblick neue Kraft und glaubt, dass er wieder auf eine Zukunft hoffen kann. Er kehrt zurück in die Villa und es gelingt ihm schließlich – auch mit Hilfe des Infizierten, den er befreit  (indem er mittels einer erbeuteten Waffe die Kette durchschießt) – die Soldaten zu töten. Der Infizierte tötet in rascher Geschwindigkeit einen Großteil der Soldaten. Nachdem Jim Selena in die Arme geschlossen und geküsst hat, gelingt es den dreien, mit dem Taxi zu fliehen.

Dabei werden sie jedoch vom plötzlich auftauchenden Major Henry West im Taxi überrascht, der Jim dann anschießt. Daraufhin sackt Jim in Selenas Arme. Gleichzeitig steigt Hannah ins Taxi und fährt mit Vollgas nach hinten, wo der Infizierte lauert. Dieser wiederum durchbricht die Rückfenster des Wagens und schnappt sich dann Major Henry West. Selena und Jim können sich dann doch noch ins Auto retten. Die drei flüchten im Taxi vom Gelände und durchbrechen dann das Stahltor vor der Einfahrt. In der nächsten Sequenz sieht man, wie Selena in einem leer stehenden Raum Jim mit einer Spritze und Wiederbelebungsversuchen das Leben rettet.

Epilog

Der Film endet mit einem Epilog weitere 28 Tage später...

Wieder erwacht Jim scheinbar allein. Die Flüchtlinge leben in einem Haus auf dem Land. Sie haben einen riesigen, aus Stoff genähten, Schriftzug (auf dem „Hello“ steht) ausgebreitet, der von einem anscheinend regelmäßig vorbeifliegenden Aufklärungsflugzeug gesichtet wird, welches unterwegs ist, um nach Überlebenden zu suchen. Der Pilot fordert zur Rettung der Flüchtlinge einen Hubschrauber an. In dieser Endsequenz erscheinen Szenen, in denen die infizierten Gestalten an Hunger sterben.

Ein Unterschied besteht zwischen der englischen Original- und der deutschen Synchronfassung: Als Jim und die beiden Frauen den Schriftzug „Hello“ auf der Wiese ausbreiten und das Aufklärungsflugzeug (Typ BAE Hawk, allerdings mit Zeichen der Royal Air Force [1]) über sie hinwegfliegt, sagt der Pilot aus dem Off in sein Funkgerät in deutscher Sprache „Die Suche hat sich gelohnt“. In der englischen Fassung funkt er auf finnisch „Lähetätkö helikopterin?“ („Können Sie einen Helikopter schicken?").

Hintergrund

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Der Film zeigt in drastischen Bildern die Gefahren, die von einer Virusepidemie ausgehen könnten. Besondere Brisanz und Aktualität erhielt der Film, da zur Zeit seiner Premiere die ersten Fälle der Lungenkrankheit SARS auftraten und für Schlagzeilen und Unsicherheit in der Bevölkerung sorgten. SARS wird durch Tröpfchen- oder Kontaktinfektion übertragen.

Die in dem Film gezeigten Symptome der Infizierten weisen zudem Ähnlichkeiten mit denen der Krankheit Tollwut auf. Auch diese Krankheit wird durch den Kontakt mit Blut bzw. Speichel übertragen und die Infizierten sind nach dem Ausbruch der Krankheit unfähig zu sprechen. Die größten Ähnlichkeiten in Bezug zu dem „Wut-Virus“ aus 28 Days Later sind Symptome der Tollwut-Infizierten, wie leichte Reizbarkeit und erhöhte Aggressivität. Jedoch beträgt die Inkubationszeit bei Tollwut in der Regel 3 bis 12 Wochen, ist also viel länger als die der Krankheit aus dem Film.

Ferner wird die Frage thematisiert, ob das Virus, anstatt einen Ausnahmezustand zu bedeuten, nicht vielmehr die Normalität im menschlichen Miteinander widerspiegelt. So meint der Kommandant der Soldaten: „Was ich während der vier Wochen der Epidemie sah, war: Menschen töten Menschen. Genauso wie ich es in den vier Wochen vor der Epidemie sah, und in denen davor, und in denen davor.“

Veranschaulicht wird diese These im Film vor allem durch die Soldaten selbst, aber auch anhand ihrer Tötung durch Jim. Die Soldaten sollen auf Befehl ihres Kommandanten Jim und Sergeant Farell, der Partei für die Frauen und Jim ergriffen hat, erschießen. Einer der Soldaten will seinen ehemaligen Vorgesetzten sogar mit dem Bajonett töten, um Munition zu sparen.

In Jim, dem die Flucht gelang, keimt neue Hoffnung, da er ein Flugzeug am Himmel sieht. Dank dieser Hoffnung ist er den desillusionierten, brutalen Soldaten überlegen. Jim entwickelt erstaunliche Fähigkeiten und tötet einige Soldaten. Den Großteil der Soldaten löscht jedoch das Virus aus – übertragen durch den mittlerweile von Jim befreiten Infizierten – den die Soldaten als Versuchskaninchen hielten, der nun unbewusst für Jim kämpft. Jim agiert äußerst brutal und kaltherzig gegen die Soldaten (ein Soldat wird von ihm getötet, indem er diesem seine Daumen durch die Augen bohrt), genau wie die Infizierten, denen er begegnet ist. Dem infizierten Soldaten verdankt er, dass er alle Soldaten ausschalten konnte. Somit schließt sich der Kreis.

Der von den Soldaten getötete Unteroffizier (Sergeant Farell) stellte zuvor bei Tisch die Theorie in den Raum, dass die Vernichtung der Menschheit durch das Virus, angesichts der kurzen Zeit, die die Menschheit auf dem Planeten existiert, eine Rückkehr zur Normalität darstelle.

Die Kämpfe zwischen Menschen und Infizierten ähneln den Bildern von gewaltsamen Demonstrationen. So sind Selena und Mark komplett in schwarz gekleidet, vermummt und bekämpfen die Infizierten mit Molotowcocktails, Frank tötet zwei Infizierte in einer Uniform der Bereitschaftspolizei mit Helm, Schild und Knüppel. Dies unterstützt die Gesellschaftskritik des Filmes, die auch im o. g. Zitat des Kommandanten thematisiert wird. Die Darstellung der Infizierten nimmt jedoch gleichzeitig auch Bezug auf die Figur der Zombies in „klassischen“ Horrorfilmen, etwa bei George A. Romero, die auch dort schon politische Momente aufweist, etwa bei Dawn of the Dead (1978).

Kritiken

„Liest man diesen Film politisch, dann bietet er dem jugendlichen Eskapismus an, sich durch einen ästhetisierten Kriegertypus mit einer barbarisch und ganz frei gewordenen Marktkonkurrenz zu identifizieren. Die Logik des Präventiven und der Dauerverdacht der Seuche sind die sehr aktuellen Codes, in die sich das Konkurrenzverhältnis naturgesetzartig einschreibt. Es wird übersetzt in einen Kampf aller gegen alle, bei dem es vor allem darauf ankommt, schnell den Infizierten zu finden und ihn ebenso schnell zu töten. […] Nur wo die Zivilisation ganz aufgehört hat, im ewigen Gemetzel einer zur Barbarei befreiten Konkurrenzlogik, herrscht die gute Intensität des kriegerischen Lebens.“

Diedrich Diederichsen[2]

Auszeichnungen

Musik

Die Musik wurde von John Murphy komponiert. Auffällig für die Filmmusik ist der eher an Rockmusik erinnernde Stil und die eher einfache Ausführung der Stücke. Besonders auffällig ist hierbei, der häufige Einsatz der E-Gitarre mit sich ständig wiederholenden Noten- und Akkordfolgen. Das Stück "In The House / In A Heartbeat" verfolgt diesen Stil sehr markant und wurde für die Fortsetzung 28 Weeks Later als "28 Theme" betitelt, da es einen hohen Wiedererkennungswert hat. Die Musik stellt als solche einen Kontrast zur herkömmlichen Filmmusik dar, da hier komplett auf ein orchestrales Arrangement verzichtet wird und teilweise die Stimmung der Stücke einen Kontrast zur Handlung des Films darstellen.

  • CD-Veröffentlichung: 28 Days Later. Original Motion Picture Soundtrack. Music by John Murphy. Xl/Beggars (Indigo) 2003

Fortsetzungen

  • Am 30. August 2007 startete die Fortsetzung 28 Weeks Later in den deutschen Kinos.
  • Voraussichtlich im Jahr 2011 erscheint der letzte Teil dieser Trilogie. „28 Months Later“ soll in Russland spielen.

Einzelnachweise

  1. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/54/Ensign_of_the_Royal_Air_Force.svg RAF
  2. Diedrich Diederichsen, In: Die Zeit, zit. nach: Filmzentrale

Weblinks


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