Anti-Phospholipid-Syndrom
Klassifikation nach ICD-10
D68.8 Sonstige näher bezeichnete Koagulopathien
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Das Antiphospholipid-Syndrom (APL, auch: Antiphospholipidantikörper-Syndrom, APS, APA-Syndrom, Hughes-Syndrom) ist eine Autoimmunerkrankung, an der 2 bis 5% der Bevölkerung, vorrangig Frauen (vgl. Gynäkotropie), erkrankt sind.

Grundlagen

Beim APS finden sich Antikörper gegen phospholipidbindende Proteine wie ß2-Glykoprotein, und gegen Phospholipide. Durch diese so genannten Antiphospholipid-Antikörper kommt es zu einer vermehrten Gerinnbarkeit (Hyperkoagulabilität) des Blutes und folglich zu einem vermehrten Vorkommen von Thrombosen. Man unterscheidet das primäre APS, welches unabhängig von anderen Erkrankungen auftritt vom sekundären APS. Das sekundäre APS, welches weitaus das häufigste ist, findet sich insbesondere im Rahmen von Autoimmunerkrankungen. Dabei ist die häufigste Grunderkrankung der Systemische Lupus Erythematodes. Sehr viel seltener tritt das sekundäre APS im Rahmen von anderen Erkrankungen wie bösartigen Tumoren, HIV, Infektionen oder als Medikamentennebenwirkung auf.

Symptome

Therapie

Aufgrund der vermehrten Thromboseneigung ist eine Gerinnungshemmung (Antikoagulation) mit Acetylsalicylsäure (ASS), Heparin oder bei einer eventuell ausgeprägten Thrombozytopenie mit Phenprocoumon (z.B. Marcumar) erforderlich. Bei symptomatischen Patienten sollte diese lebenslang durchgeführt werden, bei ansonsten asymptomatischen Patienten nur in Situationen mit erhöhtem Thromboserisiko (z. B. Operationen). In besonders kritischen Situationen können die Antikörper per Plasmapherese aus dem Blut entfernt werden, die weitere Entstehung kann durch Zytostatika wie Mykophenolatmofetil unterdrückt werden.

Gesundheitshinweis
Bitte beachte den Hinweis zu Gesundheitsthemen!

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Sneddon-Syndrom — Das Sneddon Syndrom ist definiert als Kombination einer Livedo racemosa generalisata mit zerebrovaskulären Ereignissen insbesondere Schlaganfällen, vor allem bei zerebraler Mikroangiopathie. Das Sneddon Syndrom ist eine mehrheitlich beim… …   Deutsch Wikipedia

  • Antiphospholipid-Syndrom — Klassifikation nach ICD 10 D68.6 Sonstige Thrombophilien …   Deutsch Wikipedia

  • Encephalomyelitis disseminata — Klassifikation nach ICD 10 G35 Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) …   Deutsch Wikipedia

  • Chronische Niereninsuffizienz — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • Chronische Nierenkrankheit — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • KDOQI — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • Nierenfunktionseinschränkung — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • Niereninsuffizienz — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • Nierenkrank — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

  • Nierenkrankheit — Klassifikation nach ICD 10 N18 Chronische Niereninsuffizienz N18.0 Terminale Niereninsuffizienz N18.8 …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”