Antikriegstag

Der Weltfriedenstag oder Antikriegstag ist ein Gedenktag. Es gibt drei verschiedene Termine für diesen Tag:

Inhaltsverzeichnis

1. September

In Deutschland wird alljährlich am 1. September der "Antikriegstag" begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Die Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" zu Aktionen aufrief. Auf dem Bundeskongreß des DGB 1966 wurde ein Antrag angenommen "...alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. September in würdiger Form als eines Tages des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird". In der DDR wurde der 1. September als "Weltfriedenstag" gefeiert.

1. Januar

Seit dem 1. Januar 1968 begeht die katholische Kirche einen "Weltfriedenstag". Dies ist bewusst der 1. Januar, der Anfang des zivilen Jahres. Die Feier ist jährlich mit einer vorab veröffentlichten Weltfriedensbotschaft des Papstes verbunden, die ein konkretes Thema näher erörtert. Der Tag wird aber mancherorts, so in deutschen Gemeinden, flexibel innerhalb der ersten 6 Wochen des Jahres begangen.

Dieser Gedenktag entstand, als sich Papst Paul VI., nach seinem Besuch bei der UNO am 4. Okt. 1965 und der Enzyklika Christi Matri vom 15. September 1966, am 8. Dezember 1967 angesichts der weltweiten Spannungen erneut an die Regierenden in aller Welt wandte mit einer Friedensbotschaft und den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärte. Bereits 1963 hatte Papst Johannes XXIII. sich mit seiner letzten Enzyclika zum Frieden auf Erden an alle Menschen guten Willens in der ganzen Welt gewandt Pacem in terris [1]

Chronik

I. Papst Paul VI.

  • 1) 1968: 1. Januar: Weltfriedenstag
  • 2) 1969: Menschenrechte, der Weg zum Frieden
  • 3) 1970: Erziehung zum Frieden durch Versöhnung
  • 4) 1971: Jeder Mensch ist mein Bruder
  • 5) 1972: Willst du den Frieden, so arbeite für die Gerechtigkeit
  • 6) 1973: Der Friede ist möglich
  • 7) 1974: Der Friede hängt auch von dir ab!
  • 8) 1975: Versöhnung, der Weg zum Frieden
  • 9) 1976: Die echten Waffen des Friedens
  • 10) 1977: Wenn du den Frieden willst, verteidige das Leben
  • 11) 1978: Nein zur Gewalt - Ja zum Frieden

II. Papst Johannes Paul II.

(Die Themen der weiteren 27 Weltfriedenstage lauteten:)

  • 12) 1979: Zum Frieden erziehen, um zum Frieden zu gelangen
  • 13) 1980: Die Wahrheit, Stärke des Friedens
  • 14) 1981: Schütze die Freiheit, dann dienst du dem Frieden
  • 15) 1982: Der Friede, Gottes Geschenk, dem Menschen anvertraut
  • 16) 1983: Der Dialog für den Frieden: Eine Forderung an unsere Zeit
  • 17) 1984: Der Friede entspringt einem neuen Herzen
  • 18) 1985: Frieden und Jugend zusammen unterwegs
  • 19) 1986: Der Friede, Wert ohne Grenzen. Nord-Süd, Ost-West: Ein einziger Friede
  • 20) 1987: Entwicklung und Solidarität: Zwei Schlüssel zum Frieden
  • 21) 1988: Religionsfreiheit, Bedingung für friedliches Zusammenleben
  • 22) 1989: Um Frieden zu schaffen, Minderheiten achten
  • 23) 1990: Friede mit Gott, dem Schöpfer, Friede mit der ganzen Schöpfung
  • 24) 1991: Wenn du den Frieden willst, achte das Gewissen jedes Menschen
  • 25) 1992: Die Gläubigen vereint im Aufbau des Friedens
  • 26) 1993: Willst du den Frieden, komm den Armen entgegen
  • 27) 1994: Aus der Familie erwächst der Friede für die Menschheitsfamilie
  • 28) 1995: Die Frau: Erzieherin zum Frieden
  • 29) 1996: Bereiten wir den Kindern eine friedliche Zukunft
  • 30) 1997: Biete die Vergebung an, empfange den Frieden
  • 31) 1998: Aus der Gerechtigkeit des einzelnen erwächst der Frieden für alle
  • 32) 1999: In der Achtung der Menschenrechte liegt das Geheimnis des wahren Friedens
  • 33) 2000: "Friede auf Erden den Menschen, die Gott liebt"
  • 34) 2001: Dialog zwischen den Kulturen für eine Zivilisation der Liebe und des Friedens
  • 35) 2002: Kein Friede ohne Gerechtigkeit, keine Gerechtigkeit ohne Vergebung
  • 36) 2003: Pacem in terris: Eine bleibende Aufgabe
  • 37) 2004: Eine stets aktuelle Aufgabe: Zum Frieden erziehen.
  • 38) 2005: Lass Dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute.

Papst Benedikt XVI.

  • 39) 2006: In der Wahrheit liegt der Friede
  • 40) 2007: Der Mensch - Herz des Friedens
  • 41) 2008: Die Menschheitsfamilie, eine Gemeinschaft des Friedens
  • 42) 2009: Die Armut bekämpfen, den Frieden schaffen

21. September

Die Jahresversammlungen der UN-Generalversammlung beginnen traditionell am dritten Dienstag im September. Am 21. September 1981, dem Tag der damaligen Vollversammlung, verkündete die Generalversammlung: Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen zu beobachten und zu stärken. Am 30. November 1981 wurde dieser Tag in der UN-Resolution 36/67 zum „International Day of Peace“ erklärt[2]. Er soll ein Tag des Waffenstillstands und der Gewaltlosigkeit sein.

Nach einer Kampagne von Jeremy Gilley und der Peace One Day-Organisation verabschiedete die UN-Generalversammlung am 7. September 2001 die Resolution 55/282[3]. Nach dieser soll der Weltfriedenstag ab 2002 jedes Jahr am gleichen Tag, dem 21. September, gefeiert werden. Allerdings wird der Tag bis heute nur von wenigen beachtet.

Seit 2004 ruft der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) alle Kirchen dazu auf, jährlich den 21. September zu einem Internationalen Tag des Gebets für den Frieden zu machen, „als eine Möglichkeit, die Zeugniskraft der Kirchen und Glaubensgemeinschaften den vielen Kräften der weltweiten Bewegung für Frieden und Gerechtigkeit hinzu zu fügen“.

Quellen

  1. [1].
  2. UN-Resolution 36/67
  3. UN-Resolution 55/282 (PDF)

Siehe auch

Weblinks


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