Antiochos IV. (Kommagene)

Gaius Julius Antiochos IV. Epiphanes, auch als Antiochos IV. Epiphanes bekannt oder Antiochos IV. von Kommagene, (altgriechisch ο Γαίος Ιούλιος Αντίοχος Επιφανής) war der letzte König von Kommagene, der zwischen 38 und 72 regierte. Antiochos war ein Vasallenkönig des Römischen Reiches.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Antiochos war ein Prinz und Sohn des Antiochos' III. und einer namentlich nicht bekannten Mutter. Seine Schwester und spätere Ehefrau war Iotapa. Er war armenisch[1]-griechisch-medisch-persischer Abstammung.

Väterlicherseits war er über Laodike VII. Thea, der Mutter des Antiochos I., mit den Seleukiden verwandt. Antiochos war ziemlich jung als sein Vater im Jahr 17 starb. Der römische Imperator Tiberius verständigte sich mit den Bürgern Kommagenes darauf, ihr Königreich zu einem Teil der römischen Provinz Syria zu machen. Von 17 bis 38 scheint es, dass Antiochos das Römische Bürgerrecht erhielt. Er lebte und wuchs zusammen mit seiner Schwester in Rom auf. Während sie in Rom aufwuchsen, waren sie ein Teil des außergewöhnlichen Hofes der Antonia Minor. Antonia Minor war die Nichte des ersten römischen Imperators Augustus und die jüngste Tochter des Triumvir Marcus Antonius. Sie war eine sehr einflussreiche Frau und kontrollierte ihre Gesellschaft von verschiedenen Prinzen und Prinzessinnen.

Im Jahr 38 erhielt Antiochos sein väterliches Königreich von Antonias Enkel, dem Herrscher Caligula, zurück. Zusätzlich vergrößerte den Herrscher das Reich des Antiochos' mit Teilen Kilikiens an der Küste. Caligula gab ihm auch die gesamten Staatseinnahmen Kommagenes während der 20 Jahre, in dem es eine römische Provinz war.[2][3] Die Gründe für diese riesigen Zuwendungen an einen Vasallenkönig bleiben unklar; vielleicht lag der Grund in der gut belegten Exzentrizität Caligulas. Er hatte eine innige Beziehung zu Caligula, und über ihn und König Herodes Agrippa I. sagt man, dass sie den Imperator in der Kunst der Tyrannei unterwiesen.[4] Diese Freundschaft aber hielt nicht lange an, denn er wurde von Caligula abgesetzt.

Er erhielt sein Königreich erst wieder, als Claudius im Jahr 41 Imperator wurde.[5] Antiochos' erster Sohn Gaius Julius Archelaus Antiochos Epiphanes wurde im Jahr 43 mit der Tochter Agrippas Drusilla verlobt.[6] Außer Epiphanes hatte Antiochos zwei andere Kinder mit Iotapa und zwar Kallinicus und Iotapa. 53 schlug Antiochos einen Aufstand der barbarischen Clitae in Kilikien nieder.[7] 55 erhielt er von Nero den Befehl, Truppen gegen die Parther auszuheben und im Jahr 59 diente er unter General Gnaeus Domitius Corbulo gegen König Trdat I., Bruder des parthischen Königs Vologaeses I.[8] Dafür erhielt er im Jahr 61 Teile von Großarmenien.[9] Er unterstützte Vespasian als dieser 70 zum Imperator wurde; von da an sprach man von ihm als den reichsten Vasallenkönig.[10] Im gleichen Jahr sandte er Truppen unter dem Kommando seines Sohnes Epiphanes, um Titus bei der Belagerung Jerusalems zu helfen.[11][12]

Antiochos' Niedergang begann im Jahr 72, als er von Lucius Iunius Caesennius Paetus, dem Gouverneur Syriens, der Konspiration mit den Parthern gegen die Römer beschuldigt wurde. Er wurde nach 34 Jahren Herrschaft entmachtet. Antiochos' Söhne flohen nach einem kurzen Zusammenstoß mit den römischen Truppen nach Parthien. Antiochos selber zog sich nach Lakedaimōn und dann nach Rom zurück, wo den Rest seines Lebens mit seinen Söhnen verbrachte und mit großem Respekt behandelt wurde.[13] Unter seinen Enkeln war der berühmte athenische Bürger Gaius Iulius Philopappus.

Münzen

Es gibt mehrere Münzen diesen Königs und ihre Ziehriefen beweisen, dass er große Teile Kappadokiens und Kilikiens sowie Kommagene selbst beherrschte. Auf einer dieser Münzen wird er ΒΑΣΙΛΕΥΣ ΜΕΓΑΣ ΑΝΤΙΟΧΟΣ (Großer König Antiochos) genannt, ein Beweis seiner politischen Ambitionen, die ohne Zweifel eine Rolle in seinem Niedergang spielten. Auf der Rückseite dieser Münze sind ein Skorpion, der von Lorbeerblättern umgeben ist, und die Inschrift ΚΟΜΜΑΓΗΝΩΝ dargestellt. Von dieser Münze erfährt man, dass seine Frau Iotapa hieß.[14][15]

Einzelnachweise

  1. Mark Chahin: The Kingdom of Armenia, S. 190-191, Verlag Routlege, 2001, ISBN 0700714529
  2. Cassius Dio, lix. 8
  3. Suetonius, Caligula, 16.
  4. Cassius Dio, lix. 24.
  5. Cassius Dio. lx. 8.
  6. Flavius Josephus, Jüdische Altertümer, xix. 9. § 1.
  7. Tacitus, Annalen, xii. 55.
  8. Tacitus, Annalen, xiii. 7, 37.
  9. Tacitus, Annals, xiv. 26.
  10. Tacitus, Historien, ii. 81.
  11. Flavius Josephus, De bello Iudaico, v. 11. § 3
  12. Tacitus, Histories, v. 1.
  13. Flavius Josephus, De bello Iudaico, vii. 7
  14. Joseph Hilarius Eckhel, iii. p. 255 etc.
  15. Henry Fynes Clinton, Fasti Hellenici, the Civil and Literary Chronology of Greece from the 55th to the 124th Olympiad, iii. S. 343 etc., (1824-1851).

Weblinks

Quellen


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