Antipodeninsel
Lage der Antipoden-Inseln südöstlich von Neuseeland

Die Antipoden-Inseln (engl.: Antipodes Islands) sind eine Gruppe unbewohnter Felsinseln vulkanischen Ursprungs, im Südpazifik. Sie gehören politisch zu Neuseeland und werden dort zu den New Zealand Outlying Islands gezählt. Geographisch zählen sie zu den subantarktischen Inseln und liegen etwa 650 km südöstlich der neuseeländischen Stewart-Insel. Die höchste Stelle ist der Mount Galloway mit 366 m.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Antipoden-Inseln von Norden gesehen: In der Mitte die Hauptinsel, links davon Bollans Island

Die Inselgruppe besteht aus der gleichnamigen Hauptinsel Antipodes Island (60 km²), der nördlich gelegenen Bollans Island (2 km²) mit dem vorgelagerten Eiland Remarkable Arch, zwei westlich gelegenen Windwardinseln, einer östlich gelegenen Leewardinsel, einem Südeiland im Südwesten und mehreren anderen kleinen Inselchen. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei 8° C und die jährliche Niederschlagsmenge bei 1.000 bis 1.500 mm.

Geschichte

Entdeckung und Namensgebung

Die Inseln wurden 1800 von Henry Waterhouse, Kapitän der HMS Reliance, entdeckt und zunächst die Penantipoden genannt. Ihren Namen verdanken die Inseln der Annahme, dass sie auf antipodischer Position zu England liegen. Tatsächlich liegen sie aber einem Punkt im Meer vor Cherbourg in der Normandie im Nordwesten Frankreichs gegenüber (49° 40′ 59″ N, 1° 13′ 0″ W49.683055555556-1.21666666666677). Ob ein Rechenfehler seitens Waterhouse vorliegt, oder er sich absichtlich auf diese Gegend bezog, ist aber nicht bekannt

Besiedlungsversuche und wirtschaftliche Nutzung

Der Versuch, Rinderzucht auf den Inseln zu betreiben, scheiterte aufgrund des rauen Klimas. 1893 sank in der Nähe der Hauptinsel das Schiff Spirit of Dawn, und die Überlebenden mussten 3 Monate lang auf der Insel ausharren. 1804 begann der Robbenfang auf den Inseln, der 1814 bis 1815 mit 400.000 erlegten Tieren seinen Höhepunkt erreichte.

Tierwelt

Kronenpinguine auf der Hauptinsel Antipodes Island

Die Inseln sind neben den Bountyinseln der einzige Nistort für Kronenpinguine (Eudyptes sclateri), von denen etwa 150.000 Paare hier brüten. Daneben brüten hier ca. 50.000 Paare Felsenpinguine (Eudyptes chrysocome).

Endemisch ist der Einfarblaufsittich (Cyanoramphus unicolor), der Antipoden-Ziegensittich (Cyanoramphus novaezelandiae hochstetteri), die Antipodeninselschnepfe (Coenocorypha aucklandica meinertzhagenae), und der Antipodeninselpieper (Anthus novaeseelandiae steindachneri), eine Spornpieperart. Außerdem brütet auch der seltene Antipoden-Wanderalbatros (Diomedea exulans antipodensis) auf den Inseln. Der südliche See-Elefant (Mirounga leonina) ist ebenfalls auf der Inselgruppe anzutreffen.

Naturschutz

Die Inseln sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Um die einzigartige Flora und Fauna zu erhalten, hat die neuseeländische Regierung das Betreten der Inseln verboten.

Weblinks

-49.683055555556178.783333333337Koordinaten: 49° 41′ S, 178° 47′ O


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  • Antipodeninsel — Antipodeninsel, südlich von Neu Seeland liegende, 1800 von Waterhouse entdeckte Insel, so genannt, weil sie dem Meridian Anfangspunkte Greenwich antipodisch entgegengesetzt liegt …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Antipodeninsel — Antipodeninsel, von Waterhouse, dem Entdecker, so genannt, weil sie dem engl. Meridiananfangspunkte Grenwich antipodisch entgegengesetzt ist …   Herders Conversations-Lexikon

  • Neuseeland — (engl. New Zealand; hierzu die Karte »Neuseeland«), brit. Kolonie im südlichen Stillen Ozean, bestehend aus zwei großen, zwischen 34°25´ 47°17´ südl. Br. und 166°26´ 178°36´ östl. L. gelegenen und durch die Cookstraße getrennten Inseln: Nordinsel …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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