Antiteilchen

Elementarteilchen existieren in zwei Formen, als normales und als Antiteilchen. Die beiden Teilchen unterscheiden sich in ihrer elektrischen Ladung, sind aber in Masse, Spin und magnetischem Moment identisch. Als normal wird das Teilchen angesehen, das in der uns umgebenden Materie vorkommt, und als Antiteilchen das Teilchen mit der entgegengesetzten Ladung. Antiteilchen sind die Bausteine der Antimaterie. Beispielsweise ist das Positron das Antiteilchen des normalen Elektrons. Dem Elektron wird die Leptonenzahl 1, dem Positron −1 zugeordnet.

Trifft ein Teilchen mit seinem Antiteilchen zusammen, kommt es oft zur Annihilation: Proton und Antiproton vernichten sich zu mehreren Pionen, Elektron und Positron zerstrahlen zu zwei oder drei Photonen. Umgekehrt kann ein Photon in ein Elektron und ein Positron umgewandelt werden, man spricht dabei von Paarbildung.

Inhaltsverzeichnis

Theorie

Das Konzept der Antiteilchen ergibt sich aus der Quantenphysik, genauer aus der Quantenfeldtheorie. Darin existiert aus Symmetriegründen zu jedem Elementarteilchen ein Antiteilchen, welches in seinen additiven Quantenzahlen, wie Ladung (elektrische Ladung, Farbladung, schwache Ladung), Baryonenzahl, Leptonenzahl usw. dem Teilchen entgegengesetzt ist. Die nichtadditiven Quantenzahlen, wie z. B. der Spin sind hingegen, ebenso wie die Masse, die Lebensdauer, usw. identisch.

Sind sämtliche additiven Quantenzahlen eines Teilchens Null, so ist das Teilchen sein eigenes Antiteilchen. Dies ist zum Beispiel beim Photon, beim Z0 und dem neutralen Pion π0 der Fall.

Antiteilchen werden als Symbole in Formeln mit einem Querstrich gekennzeichnet, also beispielsweise:

\ pProton \bar{p}Antiproton

Geschichtliches

Das erste bekannte Antiteilchen war das Positron, das von Dirac 1928 theoretisch vorhergesagt und von Anderson 1932 entdeckt wurde. Die Antiteilchen der anderen beiden stabilen Materiebestandteile, das Antiproton und das Antineutron, wurden 1955 bzw. 1956 entdeckt.

Deutungen

Die Dirac-Gleichung, welche Elektronen beschreibt, hat sowohl Lösungen mit positiver Energie E = + mc2 als auch mit negativer Energie E = − mc2. Damit stellt sich zunächst die Frage, warum ein Teilchen mit positiver Energie nicht unter Abstrahlung von 2mc2 in den Zustand negativer Energie übergeht. Diracs Deutung war, dass alle negativen Energiezustände besetzt sind (Dirac-See). Die Paarbildung ist dann das Anheben eines Teilchens vom negativen in den positiven Energiezustand. Der unbesetzte negative Energiezustand, das Loch, wird als Antiteilchen beobachtbar.

Die Deutung mit Hilfe des Dirac-Sees wurde von der Feynman-Stückelberg-Interpretation abgelöst. Diese beruht auf der Vorstellung, dass Antiteilchen sich rückwärts in der Zeit bewegen.

Siehe auch

Literatur

  • Lisa Randall: Verborgene Universen. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-062805-5.

Weblinks

 Commons: Antiparticles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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