Literaturbetrieb

Literaturbetrieb

Mit Literaturbetrieb bezeichnet man die literarische Öffentlichkeit, die durch die Zusammenarbeit von Verlegern, Autoren und Medien sowie Institutionen wie Literaturgesellschaften, Stiftungen u. ä., die Literaturpreise vergeben, und die dazugehörigen Jurys hergestellt wird. Dabei rechnen zu den Medien insbesondere die Feuilletonredaktionen der Zeitungen und Literaturzeitschriften sowie der Rundfunkanstalten.

Besonders anschaulich wird Literaturbetrieb bei den Buchmessen und den Literatursendungen des Fernsehens, die wesentlich die Verkaufszahlen der vorrangig vorgestellten oder besprochenen Titel bestimmen. Als meinungsführend gelten dabei die Fernsehsendungen Das literarische Quartett von Marcel Reich-Ranicki, die Ende 2001 eingestellt wurde, und die Nachfolgesendung Lesen! von Elke Heidenreich.

Zunehmend wird Literaturbetrieb auch von Literaturagenten beeinflusst, die zwischen den Autorinnen und Autoren und den Verlagen stehen. Eine Sonderrolle nehmen Buchhändler und Kleinverleger ein, die sich auf bestimmte literarische Sparten und/oder besondere Kundengruppen spezialisiert haben.

Siehe auch

Literatur

  • Bodo Plachta: Literaturbetrieb, Wilhelm Fink-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-8252-2982-5.
  • Heinz Ludwig Arnold, Matthias Beilein (Hrsg.): Literaturbetrieb in der Bundesrepublik Deutschland. München : edition text + kritik, 3., völlig veränd. Auflage, 2009
  • Erhard Schütz, David Oels, Stephan Porombka, Thomas Wegmann (Hrsg.): Das BuchMarktBuch : Der Literaturbetrieb in Grundbegriffen. Rowohlt Taschenbuch-Verl., Reinbek bei Hamburg 2005, Rowohlts Enzyklopädie 55672, ISBN 3-499-55672-3.
  • Helmut Böttiger, Lutz Dittrich: Elefantenrunden. Walter Höllerer und die Erfindung des Literaturbetriebs. Ausstellungsbuch, Literaturhaus Berlin, Berlin 2005, Schriftenreihe: Texte aus dem Literaturhaus Berlin, Bd. 15, ISBN 3-926433-42-6 (Ausstellungskatalog der gleichnamigen Ausstellung im Literaturhaus Berlin in der Zeit vom 7. Oktober - 20. November 2005).
  • Ernst v. Fischer (Hrsg.): Literarische Agenturen - die heimlichen Herrscher im Literaturbetrieb? O. Harrassowitz Verlag, 2001, Schriftreihe: Mainzer Studien zur Buchwissenschaft, ISBN 978-3-447-04471-4.
  • Renate Grau: Ästhetisches Engineering. Zur Verbreitung von Belletristik im Literaturbetrieb. transcript-Verlag, Bielefeld 2006, ISBN 978-3-89942-529-1.
  • Stephan Porombka: Literaturbetriebskunde. Zur „genetischen Kritik“ kollektiver Kreativität.In: Kollektive Kreativität. Hrsg. von Stephan Porombka, Wolfgang Schneider, Volker Wortmann. Tübingen 2005, S. 86-102. pdf-Version: [1]
  • Sorg, Reto: Kleine Literatur, großer Markt. Die ›Schweizer Literatur‹ zwischen schweizerischem und gesamtdeutschem Markt, in: Thomas Wegmann (Hg.): Markt: literarisch. Bern u. a.: Lang 2005 (Publikationen zur Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge; 12), S. 209–228.
  • Sandra Uschtrin: Handbuch für Autorinnen und Autoren, München: 5. Aufl. 2005, Online-Seiten mit Informationen zum Literaturbetrieb
  • Uwe Wittstock: Die Büchersäufer. Streifzüge durch den Literaturbetrieb. Dietrich zu Klampen Verlag, Springe 2007, Schriftreihe: Zu Klampen Essay, ISBN 978-3-86674-005-1.

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