Litthauisches Ulanen-Regiment Nr. 12


Litthauisches Ulanen-Regiment Nr. 12

Das Litthauische Ulanen-Regiment Nr. 12 war ein Kavallerieverband in der Königlich Preußischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Verbandszugehörigkeit

  • Garnison: Insterburg
  • Stiftungstag des Regiments: 26. Januar 1860

Aufstellung

Im Zuge der Heeresreform wurde mit Allerhöchster-Kabinetts-Order (A.K.O.) vom 26. Januar 1860 die Aufstellung eines 4. komb. Ulanen-Regiments zu vier Eskadrons befohlen.

Dazu mussten je eine Eskadron abgeben:

  • das Kürassier-Regiment Nr. 2
  • das Kürassier-Regiment Nr. 3
  • das Ulanen-Regiment Nr. 4
  • das Ulanen-Regiment Nr. 8

Am 14. Juni 1860 war das Regiment einsatzbereit mit Stab, 1. Eskadron und 2. Eskadron in Insterburg, sowie 3. Eskadron und 4. Eskadron in Wehlau aufgestellt. Zum ersten Kommandeur des Regiments wurde Major von Trotha bestimmt.

Durch AKO vom 4. Juli 1860 erhielt das Regiment den Namen Litthauisches Ulanen Regiment (Nr. 12), der am 7. Mai 1861 ebenfalls durch AKO in seine endgültige Form Litthauisches Ulanen Regiment Nr. 12 abgeändert wurde.

Einsätze

Im Krieg gegen Österreich rückte das Regiment nach Schlesien und Böhmen aus und war an mehreren kleineren Gefechten beteiligt. Am 3. Juli 1866 kämpften die Ulanen in der Schlacht bei Königgrätz und kehrten danach ohne weitere größere Kampftätigkeiten Mitte September in ihre Standorte zurück.

Als 1870 der Krieg gegen Frankreich begann, war das Regiment der 1. Kavallerie-Division zugeteilt und nahm an der Einschließung der Festung Metz teil. Nachdem Metz am 27. Oktober kapituliert hatte, verlegte der Divisionsverband an die Loire, wo die französische Loirearmee den deutschen Einschließungsring um Paris bedrohte. Hier kam es zu mehreren Gefechten, an denen die Ulanen beteiligt waren, bis Orléans am 4. Dezember 1870 den Deutschen endgültig in die Hände fiel. Besondere Bedeutung hatte hierbei die Schlacht bei Beaune-la-Rolande, als die erste Kavalleriedivision zusammen mit 4 Bataillonen von der 5. Infanteriedivision gerade noch rechtzeitig eingreifen konnte, um das deutsche X. Korps vor einer Niederlage zu bewahren. Durch diese Verstärkung wurde die drohende Niederlage in einen deutlichen Sieg verwandelt. Einigen Teile des Regimentes kämpften danach noch weiter beim Vormarsch auf Vendôme bis zum Beginn der Schlacht bei Le Mans im Januar 1871. Nach dem Ende der Kämpfe gehörte das Regiment zur Besatzungstruppe und kehrte im Sommer 1871 in seine Garnisonen zurück, wo es im Juni eintraf.

Erster Weltkrieg

Das Regiment behielt seinen Kavallerie-Status während des gesamten Krieges. Es war in dieser Zeit ständig im Verband der 1. Kavallerie-Division, 2. Kavallerie-Brigade zusammen mit dem Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 9 eingesetzt.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rückten die Ulanen nach dem Osten aus, wo sie zunächst im Grenzschutz eingesetzt wurden. Ende August nahmen sie an der Schlacht bei Tannenberg und Mitte September an der Schlacht an den Masurischen Seen teil.

Danach folgten bis zum November 1915 der Aufgabenstellung gemäß Patrouillen-, Sicherungs- und Aufklärungsdienst in Litauen zwischen Njemen und der Ostpreußischen Grenze.

Vom November 1915 bis August 1917 oblag dem Regiment der Küstenschutz in Kurland. Während dieser Zeit gab es keine Feindberührung. Nach vereinzelten Kämpfen östlich von Riga im Herbst 1917 kam das Regiment zur Etappen-Inspektion 10 und wurde im rückwärtigen Gebiet eingesetzt. Dieses schloss auch die Bekämpfung von Zusammenschlüssen bewaffneter russischer Deserteure und sonstiger, nicht dem Kombattantenstatus angehörender bewaffneter Gruppierungen der Bevölkerung ein. Im Frühjahr 1918 waren die Reiter am Vorstoß bis zum Peipus-See beteiligt und übernahmen anschließend den Schutz der estnischen Grenze. Im Mai 1918 erfolgte die Verlegung in die Ukraine, um dort bis Kriegsende im Ordnungsdienst eingesetzt zu werden. Am 22. Februar kehrte das Regiment nach Insterburg zurück, um anschließend aufgelöst zu werden.

Aus den Resten des Regiments wurde eine Freiwilligen-Eskadron zum Grenzschutz gegen Polen und zum Polizeidienst in Königsberg aufgestellt.

Die Tradition der 12er Ulanen übernahm später (1934) die 3. Eskadron des Reichswehr-Reiter-Regiments 1 in Insterburg.

Uniform

Der Ulanka genannte Waffenrock war aus dunkelblauem Tuch gefertigt. Die Abzeichenfarbe (Ärmelaufschläge, Kragen, Paraderabatte, Tschapkarabatte , Epaulettenfelder und Passanten) war hellblau. Die Stiefelhose war anthrazitfarben. Die Knöpfe sowie die Beschläge der Tschapka waren gelb, der Paradehaarbusch weiß. Auf den Schultern der Ulanka befanden sich Epauletten mit der Regimentsnummer. Von der linken Schulter zur rechten Hüfte lief ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Mannschaften und Unteroffiziere führten Stahlrohrlanzen mit schwarz-weißen Lanzenflaggen.

Bereits mit A.K.O. vom 14. Februar 1907 befohlen und ab 1909/1910 schrittweise eingeführt, wurde anlässlich des Kaisermanövers 1913 die bunte Uniform erstmalig durch die feldgraue Felddienstuniform (M 1910) ersetzt. Diese glich vollkommen der Friedensuniform. Das Lederzeug und die Stiefel waren naturbraun, die Tschapka wurde durch einen schilffarbig genannten Stoffüberzug bedeckt. Das Bandelier und die Kartusche wurden zu dieser Uniform nicht mehr angelegt.

Literatur

  • Hugo F. W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Weltbild, Augsburg 1992.

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