Antoine Kombouaré

Antoine Kombouaré (* 16. November 1963 in Nouméa, Neukaledonien) ist ein ehemaliger französischer Fußballspieler. Derzeit ist er Trainer beim Erstligisten Paris Saint-Germain FC.

Inhaltsverzeichnis

Spielerkarriere

Der 1,84 m große Innenverteidiger spielte in seiner Heimat zunächst für den WS Plum Nouméa, ehe er als 19-Jähriger 1983 in das Ausbildungszentrum des FC Nantes kam. Dieser Verein setzte Kombouaré erstmalig ein Jahr später in einer Partie der Division 1 ein. In den folgenden sechs Jahren bestritt er für die Canaris („die Kanarienvögel“ bzw. „die Gelben“ ist der in Frankreich verbreitetste Beiname für den FC Nantes) 177 Ligabegegnungen,[1] dazu etliche Landespokalspiele und neun Einsätze im UEFA-Pokal.[2] Zu einem Titelgewinn kam er in dieser Zeit allerdings nicht; zwei Vizemeisterschaften (1985 und 1986) blieben die besten Platzierungen, die er mit Nantes erreichte.

Im Sommer 1990 verpflichtete er sich bei Paris Saint-Germain FC, der ihn allerdings sofort an den Ligakonkurrenten Sporting Toulon auslieh, nur um ihn noch vor Weihnachten desselben Jahres in die Hauptstadt zurückzuholen. Ab diesem Zeitpunkt gehörte Antoine Kombouaré, der auch in der französischen B- und Olympiamannschaft berücksichtigt wurde, zur Stammformation von PSG, mit der er 1993 Vize- und 1994 Meister wurde; zunächst mit Ricardo, dann mit Paul Le Guen bildete er eine starke Innenverteidigung. Außerdem gewann er dort zweimal (1993, 1995) den Landes- sowie 1995 den Ligapokal. Im Finale 1993 eröffnete er per Elfmeter den Torreigen gegen seine alten Canaris (Endstand: 3:0).[3]

Zu den internationalen Höhepunkten seiner Laufbahn zählte die UEFA-Cup-Saison 1992/93: zunächst gelang ihm in der Runde der letzten 16 Mannschaften im Rückspiel bei RSC Anderlecht kurz vor Spielende der entscheidende Ausgleichstreffer zum 1:1; dem ließ er im Viertelfinale während der Nachspielzeit gegen Real Madrid das 4:1 folgen, das für Paris den Einzug ins Halbfinale bedeutete – beide Tore erzielte er per Kopfball –, in dem dann allerdings Juventus Turin eine unüberwindliche Hürde darstellte.

1995 wechselte Kombouaré zum Schweizer Nationalligisten FC Sion, mit dem er den Pokal gewann, anschließend für zwei Jahre in die schottische Liga zum FC Aberdeen. Auch in diesen drei Jahren kam er zu Einsätzen im Europapokal der Pokalsieger bzw. im UEFA-Cup. 1998 kehrte er nach Paris zurück und absolvierte noch eine Saison beim traditionsreichen Amateurverein Racing Club de France 92.

Spielerstationen

  • WS Plum Nouméa (1975–1983)
  • FC Nantes (1983–1990), 177 D1-Spiele, 5 Tore
  • Sporting Toulon (Juli bis November 1990), 17 D1-Spiele
  • Paris SG (Dezember 1990–1995), 106 D1-Spiele, 3 Tore
  • FC Sion (1995/96)
  • FC Aberdeen (1996–1998)
  • RC Paris (1998/99)

Trainerlaufbahn

Antoine Kombouaré als Trainer des FC Valenciennes

Nach Abschluss seiner Trainerausbildung kehrte Antoine Kombouaré zu PSG zurück, wurde dort Hauptverantwortlicher für die zweite Mannschaft (in der viertklassigen CFA) und leistete so gute Arbeit, dass er 2003 als erster Kandidat für die Nachfolge von Luis Fernandez bei der Erstligaelf galt. Nachdem das Präsidium sich jedoch für Vahid Halilhodžić entschieden hatte, folgte er einem Angebot von Racing Strasbourg. Die Elsässer führte er im ersten Jahr auf einen Mittelfeldplatz, wurde von ihnen aber dennoch nach wenigen Spieltagen der Saison 2004/05 entlassen.

Im Juli 2005 wurde er Cheftrainer bei FC Valenciennes, der gerade erst aus der dritten in die zweite Liga aufgestiegen war. Kombouaré formte hier eine Mannschaft der überwiegend Namenlosen, die auf Anhieb den Durchmarsch ins fußballerische Oberhaus schaffte; Stürmer Steve Savidan wurde zudem Torschützenkönig der Ligue 2. Dies ist ein Indiz dafür, dass der während seiner aktiven Zeit in erster Linie Tore verhindernde Trainer eine offensive und attraktive Spielweise bevorzugt. Als seine Vorbilder bezeichnet er deshalb Jean-Claude Suaudeau, unter dem er in Nantes spielte, aber auch Henri Michel und Artur Jorge, von deren Arbeit bei PSG er die Ruhe, Konstanz und Gründlichkeit für sich übernahm.[4] 2006 wurde Antoine Kombouaré von France Football als bester Trainer der zweiten Liga ausgezeichnet. Die folgende Erstligasaison (2006/07) beendete Valenciennes zwar nur auf dem 17. Rang, hatte allerdings mit dem Abstieg praktisch die gesamte Spielzeit über nichts zu tun. Und im auch in der Ligue 1 für Aufsteiger schwierigen zweiten Jahr belegt Kombouarés Elf nach Abschluss der Hinrunde sogar den 6. Tabellenplatz. Nach vier Jahren wechselte er 2009 zu PSG, wo er diesmal die Ligaelf von Paul Le Guen übernahm. Während es in der Meisterschaft eher schlecht als recht lief, krönte die Mannschaft Kombouarès erste Saison mit dem Gewinn des Landespokals.

Trainerstationen

  • Paris SG (Reserve) (1999-2003)
  • RC Strasbourg (2003-Oktober 2004), 47 D1-Spiele[5]
  • Valenciennes FC (seit 2005–2009), 38 D2- und 114 D1-Spiele
  • Paris SG (seit 2009)

Palmarès

als Spieler

als Trainer

Literatur

  • France Football: Entraîneurs, qui êtes-vous vraiment ? Nr. 3158 vom 17. Oktober 2006, S. 20-23
  • France Football: Kombouaré, un guide si discret. Nr. 3167 vom 19. Dezember 2006, S. 26-29
  • L’Équipe/Gérard Ejnès (2005): 50 ans de Coupes d'Europe. L’Équipe, Issy-les-Moulineaux 2005 ISBN 2-951-96059-X
  • L’Équipe/Gérard Ejnès (2007): Coupe de France. La folle épopée. L’Équipe, Issy-les-Moulineaux 2007 ISBN 978-2-915535-62-4

Anmerkungen

  1. alle französischen Erstliga-Zahlen aus Stéphane Boisson/Raoul Vian: Il était une fois le Championnat de France de Football. Tous les joueurs de la première division de 1948/49 à 2003/04. Neofoot, Saint-Thibault o.J.
  2. L’Équipe/Gérard Ejnès (2005), S. 287
  3. L’Équipe/Gérard Ejnès (2007), S. 410
  4. France Football Nr. 3167, S. 28
  5. France Football Nr. 3158, S. 22/23

Weblinks


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