Anton Bossi-Fedrigotti

Anton Graf Bossi-Fedrigotti von Ochsenfeld (* 28. Juni 1901 in Innsbruck, nach anderen Angaben * 6. August 1901[1]; † 9. Dezember 1990 in Pfaffenhofen a. d. Ilm) bzw. mit Pseudonym Toni Herbstenburger war ein österreichischer Diplomat, Autor und Journalist sowie ein Verfasser von Jugend- und Kriegsromanen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anton Graf Bossi-Fedrigotti verbrachte seine Jugendjahre in Toblach, wo sich die Stammburg der Bossi-Fedrigotti befindet (Herbstenburg), und in Feldkirch.

Er lebte von 1920 bis 1923 in Norddeutschland, von 1923 bis 1925 in Südtirol und Italien, und von 1930 bis 1938 in Berlin. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war er seit Mai 1933 Mitglied der NSDAP(Nr.1875708) und der SA.[1] 1938 nahm er am Reichsfrontdichtertreffen in Guben teil. Nach dem „Anschluss Österreichs“ wurde er 1939 Kulturreferent beim Landeshauptmann von Tirol und erhielt den Titel Oberregierungsrat.[1]

1939 bis 1945 leistete er als Vertreter des Auswärtigen Amtes Kriegsdienst, unter anderem 1941 in Weißrussland bei Mogilew, worüber er beim Armeeoberkommando 2 berichtete.[2] 1943 war er Legationsrat im Auswärtigen Amt.

1947 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück und galt nun als Oberregierungsrat a. D. und Landwirt. Weitere Stationen seines Lebens waren Südtirol, Bayern, Berlin, Rom, Ischia, USA. Als Schriftsteller lebte er in Rom, München und Innsbruck. Von 1965 bis 1988 schrieb er auch Beiträge im Deutschen Soldatenjahrbuch.[2] In der Sowjetischen Besatzungszone wurden viele seiner Schriften auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[3][4]

Sein Lebenswerk widmete der Südtiroler der Trentiner Landschaft, ihren Menschen und ihren Problemen. Weiter hat Graf Bossi Fedrigotti zahlreiche Bücher über den Ersten Weltkrieg geschrieben. Er war als Autor auch für Fernsehen, Rundfunk und Film tätig.

Graf Bossi-Fedrigotti war Träger des Verdienstkreuzes des Landes Tirol.

Der Name Bossi-Fedrigotti als Doppelname leitet sich von einer späteren Heirat eines Bossi mit einer Fedrigotti-Tochter ab. In den Grafenstand wurden die Bossi-Fedrigotti 1717 mit dem Beinamen von Ochsenfeld erhoben.

Werke

  • Die Tiroler Kaiserjäger am Col di Lana. Franz Schneider, Leipzig 1934.
  • Standschütze Bruggler. Zeitgeschichte-Verlag, Berlin 1934.
  • Tirol bleibt Tirol. Bruckmann, München 1935.
  • Spionage und Verrat in den Karpathenkämpfen des Weltkrieges. Franz Schneider, Leipzig, Wien 1935.
  • Andreas Hofer. Sandwirt von Passeier. Franz Schneider, Berlin 1935.
  • Das Vermächtnis der letzten Tage. Zeitgeschichte-Verlag, Berlin 1937.
  • Wir kommen, Kameraden! Zeitgeschichte-Verlag, Berlin 1938.
  • Österreichs Blutweg. Verlag Die Wehrmacht, Berlin 1939.
  • Vormarschtage. NS-Gauverlag und Druckerei Tirol und Vorarlberg, Innsbruck 1941.
  • Die alte Fahne. NS-Gauverlag und Druckerei Tirol und Vorarlberg, Innsbruck 1941.
  • Die beiden Teraldi. Andermann, München, Wien 1951.
  • Christian, der Grenzgänger. Andermann, München 1951.
  • Befehl zum Verrat. Pabel, Rastatt 1960.
  • Pustertal. Athesia Verlag, Bozen 1967.
  • Vinschgau. 2. Aufl. Athesia Verlag, Bozen 1968. Neuaufl. unter Rampold Josef, 1971.
  • Kaiserjäger, Ruhm und Ende. Stocker, Graz, Stuttgart 1977.
  • Kaiser Franz Joseph I. und seine Zeit. Ringier, Zürich, München 1978.
  • Col di Lana. Schild-Verlag, München 1979.
  • Heimkehr in den Untergang. Leopold Stocker Verlag, Graz, Stuttgart 1981.
  • Ade, mein Land Tirol. Neuaufl.(von 1978). Schild-Verlag, München 1983.
  • Dolomitensaga. Amalthea, Wien, München 1986.
  • Abschied vom Doppeladler. Verlagsgesellschaft Berg, Abt. Türmer-Verlag, Berg am See: 1990.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 70.
  2. a b Ernst Klee: Kulturlexikon, S. 71.
  3. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-b.html
  4. http://www.polunbi.de/bibliothek/1948-nslit-b.html

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