Anton Kathrein

Anton Kathrein sen. (* 22. April 1888 in Kiefersfelden-Mühlbach; † 13. Juni 1972 in Rosenheim) war ein deutscher Unternehmer in der Antennentechnik.

Sein Vater war Wagenwärter der Eisenbahn. Nach der Volksschule und Lehre zum Elektrotechniker verbrachte er Wanderjahre im In- und Ausland. Anschließend war er Obermonteur bei den Überlandwerken, wo er sich auf Blitzschutz spezialisierte. Hier erfand er den Überspannungsableiter Masttrennschalter mit eingebauter Sicherung, der Niederspannungsnetze vor Ausfällen durch Blitzschlag schützt, und mit dem er sich 1919 in Rosenheim selbständig machte. Mit weiteren Patenten im Blitzschutzbereich baute er sein Werk, die späteren Kathrein-Werke KG, aus. Bei Einführung des Rundfunks verlegte er seinen Schwerpunkt auf Antennen und Antennen-Zubehör.

Im Sommer 1941 beantragte Kathrein beim NS Bund Deutscher Technik die Zuerkennung der Berufsbezeichnung "Ingenieur". Zum 25-jährigen Betriebsjubiläum wurde ihm der "Ingenieur" ehrenhalber verliehen. In den Kriegszeiten war die Firma Kathrein durch eine Anweisung der Rüstungsinspektion des Wehrkreises VII als Fertigungsbetrieb der Luftwaffe zu betrachten. In der Selbstdarstellung der Firma für ihre fünfte Bewerbung beim Leistungskampf der deutschen Betriebe 1942/43 wurde darauf verwiesen, dass der Betrieb als Hersteller und Unterlieferant von Präzisionsteilen die höchste Dringlichkeitsstufe erhalten habe. Der Firma waren im April 1942, möglicherweise auch deshalb, 41 Frauen aus der Ukraine als Zwangsarbeiterinnen zugewiesen worden. Sie mussten zum Teil 72 Stunden wöchentlich arbeiten (ohne Lohn) und wurden bei Minderleistung von Kathrein in den Keller gesperrt. Anton Kathrein sen. war NSDAP-Mitglied (Nummer 1724236) und förderndes Mitglied der SS. In Rosenheim war er so prominent, dass ihn die NSDAP in den Gemeinderat berief.

Nach dem Wiederaufbau hatte er 1950-55 ein umfassendes Antennenprogramm aufgenommen und als erste Firma in Deutschland UKW-Dipole hergestellt. Danach begann ebenfalls die Produktion von Fernsehantennen.

Am 11. Januar 1951 wurde sein Sohn Anton Kathrein jun. geboren.[1]

Literatur

  • Veronika Diem: Fremdarbeit in Oberbayern. Studien zur Geschichte der Zwangsarbeit am Beispiel Rosenheim und Kolbermoor 1939 bis 1945, in: Beiheft 1 des Jahrbuchs der Geschichtswerkstatt Kolbermoor e.V., 2005
  • Klaus Weber: Döser und Kathrein. Profiteure der Nazis? Eine Veranstaltung un ihre Folgen, in Beiheft 4 des Jahrbuchs der Geschichtswerkstatt Kolbermoor e.V., 2009

Einzelnachweise

  1. http://www.stadtarchiv.de/index.php?id=616

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