Anton Marxer

Franz Xaver Anton Marxer (* 20. Mai 1703 in Heiligkreuz bei Tisis; † 25. Mai 1775 in Wien) war Weihbischof in Wien.

Franz Xaver Anton Marxer wurde 1703 in Heiligkreuz bei Tisis als Ruggeller Bürger geboren. Nach dem Besuch des Jesuitengymnasiums in Feldkirch und dem Studium in Wien stieg er in der Kirchenhierarchie rasch auf. Er wurde 1738 zum Domherrn von St. Stephan ernannt. Kaiser Karl VI. beauftragte ihn mit der Reorganisation des Armenwesens, was unter anderem im Jahr 1742 zur Gründung des ersten Wiener Waisenhauses am Rennweg führte. 1748 wurde er zum Titularbischof von Chrysopolis in Arabia geweiht. 1749 erfolgte die Ernennung zum Weihbischof und Generalvikar der Erzdiözese Wien. Ab 1753 fungierte er bis zu seinem Tod auch als Dompropst und Kanzler der Universität Wien.

Durch Lotteriegewinne vermögend geworden erwarb Marxer 1754 Schloss Gutenbrunn, das er als Sommerresidenz nutzte, und die zugehörige Wallfahrtskapelle. Um der mit einem Gnadenbild verbundenen Marienverehrung einen angemessenen Rahmen zu verleihen, ließ er durch den Hildebrandt-Schüler Johann Ohmeyer nach dem „Vorarlberger Münsterschema“ eine Kirche errichten, die 1758 geweiht wurde. In Erinnerung an seine Geburt in Heilig-Kreuz bei Tisis (Feldkirch) nannte er den Ort Heiligenkreuz. Er wurde im 18. Jahrhundert zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. 1767 wurde der Westtrakt des Schlosses zu einem Priesterseminar für Unterösterreich (der damals riesigen Diözese Passau) ausgebaut, das aber im Zuge der Reformen Kaiser Josefs II. 1783 wieder aufgelöst wurde. Erst nach dem Tod Josefs II. wurde es 1791 in St. Pölten neu eröffnet.

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