Anton Rée
Anton Rée

Anton Rée (* 9. November 1815 in Hamburg; † 13. Januar 1891 Hamburg) war ein Hamburger Reformpädagoge und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn eines jüdischen Bankiers (welcher zeitweise Hofbankier des dänischen Königs war) wurde von Privatlehrern erzogen und studierte anschließend an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel Philosophie.

Anschließend arbeitete er über 50 Jahre als Lehrer und dann als Direktor an der Israelitischen Freischule, der späteren Stiftungsschule am Hopfenmarkt in der Hamburger Altstadt, welche auf seine Initiative hin in eine konfessionsübergreifende Grundschule umgewandelt wurde. Rées Bestreben war es, in Hamburg ein allen Kindern unabhängig von Religionszugehörigkeit und sozialer Herkunft offenes Grundschulwesen zu etablieren, was u.a. auf Grund der Aktivitäten Rées in Hamburg zur Einführung der allgemeinen Schulpflicht 1871 führte.

Rée wurde 1848 in die Hamburger Konstituante gewählt, er gehörte neben Gabriel Riesser, mit dem er eng zusammenarbeitete, zu den wichtigsten Verfechtern der Jüdische Emanzipation. Bei den ersten Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft erlangte Rée 1859 ein Mandat. Er war bis 1871 Mitglied der Bürgerschaft. Von 1867 bis 1870 gehörte Rée den Reichstag des Norddeutschen Bundes an. Von 1881 bis 1884 war er Mitglied des Reichstages und vertrat den dritten Hamburger Wahlkreis.[1]

Ehrungen

Nach Rées Tod wurde die Stiftungsschule in Anton-Rée-Schule umbenannt, ein Weg im Stadtteil Ohlsdorf erhielt den Namen Réesweg. Beide Benennung wurden in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 beziehungsweise 1938 rückgängig gemacht, der ehemalige Réesweg trägt seit 1938 den Namen des Hamburger Senators und Kolonialpolitikers Justus Strandes.

Heute trägt eine Schule im Stadtteil Allermöhe und eine Straße im Stadtteil Hammerbrook Rées Namen.

Einzelnachweise

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 295f

Literatur

  • Manfred Asendorf: Der Hamburger Pädagoge und Politiker Anton Rée. Ein Beitrag zum Verhältnis von Emanzipation und Bildung. Hamburg 1985
  • Josef Feiner: Dr. Anton Rée, ein Kämpfer für Fortschritt und Recht. Hamburg 1916
  • Wilhelm Sillem: Ree, Anton. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 53, Duncker & Humblot, Leipzig 1907, S. 255–258.

Weblinks


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