Anton Schlüter München
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Schlüter DS25B, Baujahr 1952

Anton Schlüter München war ein deutscher Hersteller von Traktoren.

Schlüter S450, Baujahr 1963
Schlüter Super Trac, Baujahr 1990
Schlüter Euro Trac

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Das Unternehmen Anton Schlüter München wurde 1898 von Kommerzienrat Anton Schlüter zum Bau von Benzin- und Vielstoffmotoren gegründet. Zwölf Jahre später erwarb Schlüter in Freising eine eigene Gießerei. Die neuen Gebäude wurden um 1910 von den Architekten Jakob Heilmann und Max Littmann errichtet. Im Jahr darauf baute Schlüter vor Freising ein landtechnisches Versuchszentrum, den heute von der Molkerei Weihenstephan genutzten Schlüterhof.

Traktorenbau

Schlüter begann im Jahr 1937 mit dem Bau von Traktoren. Aufgrund des kriegsbedingten Benzinmangels wurden ab 1942 auch Holzgasschlepper und Holzgas-Elektro-Aggregate mit 25 und 50 PS produziert. Durch die Bombenangriffe auf München und auf Freising wurden sowohl das Münchener Werk als auch die Gießerei in Freising weitgehend zerstört. Als Anton Schlüter junior 1949 nach dem Tod seines Vaters die Führung der Schlüterwerke übernahm, entschied er sich, das Werk in München nicht mehr wieder zu errichten, sondern stattdessen die Gießerei in Freising zum Traktorenwerk mit integrierter Gießerei umzubauen. Schlüter spezialisierte sich seit 1964 auf den Bau von Großschleppern. Dazu zählten die Baureihen Super (bis 280 PS), Super Trac mit vier gleich großen Rädern (bis 300 PS) und Profi Trac mit vier gleich großen Rädern (serienmäßig bis 320 PS). Die Baureihe kleinerer Modelle trug den Namen Compakt.

Im Jahre 1978 wurde als Unikat der stärkste Schlepper Europas, der Profi Trac 5000 TVL mit 500 PS, gebaut. Der Bauauftrag kam vom jugoslawischen Staatschef Josip Broz Tito. Pläne zur Serienfertigung des 5000 TVL wurden mit den politischen Veränderungen in Jugoslawien nach 1990 hinfällig. 1989 wurde als neue Baureihe der Euro Trac mit bis zu 200 PS und verschiebbarem Ballastgewicht vorgestellt. Die Konkurrenz hatte Schlüter jedoch längst technisch überholt, und nach der Wende 1989 waren leistungsstärkere Standardtraktoren eher gefragt als Systemschlepper. So wurden vom Euro Trac insgesamt nur 184 Exemplare gebaut, bevor Schlüter Konkurs anmelden musste.

Stilllegung

Ehemalige Schlüter-Werke in Freising (vor der Renovierung)
Einkaufszentrum Schlüterhallen

Als im Dezember 1993 das Werk in Freising schloss, wurde die Produktion des Euro Trac zur Landmaschinen Schönebeck AG (zur Zeit der Euro-Trac-Fertigung "Landtechnik Schlüter") nach Schönebeck in Sachsen-Anhalt verlegt. Dort musste die Fertigung nach nur 32 produzierten Exemplaren eingestellt werden. Die Firma Egelseer in Fürth kaufte die übrig gebliebenen Teile von Landtechnik Schlüter auf und baute bis ins Jahr 2004 vereinzelte Exemplare des Euro Trac.

Das stillgelegte Werk in Freising stand mehr als ein Jahrzehnt als Industrieruine mit den zwei markanten Türmen am Ortseingang (B 11 aus Richtung München). Die verbliebenen Gebäudeteile sind als Kulturdenkmal anerkannt und geschützt. Bis Ende 2009 wurden die Hallen renoviert und in ein Einkaufszentrum umgestaltet. Auch ein restaurierter Schlüter-Schlepper fand darin einen Platz und erinnert an die frühere Nutzung der Hallen.

Anton Schlüter starb im Sommer 1999. Zahlreiche Fanclubs pflegen die Erinnerung an die bayerische Traktorenmarke und veranstalten regelmäßig Schlüter-Feldtage, die aber nicht mehr die Besucherzahlen der ursprünglichen "Schlütertage" erreichen, an denen bis zu 30.000 Menschen teilnahmen.

Literatur

  • Schlüter-Traktoren Bärenstark, Wolfram A. Riedel, DLG-Verlags-GmbH (1998), ISBN 3-7690-0561-9
  • Schlüter in aller Welt - Zwei Bären auf Reisen, Karl-Heinz Fischer und Klaus Tietgens, DLG-Verlags-GmbH (2004), ISBN 3-7690-0619-4
  • Schlüter Traktoren im Einsatz, Klaus Tietgens, Verlag Podszun-Motorbücher GmbH (2005), ISBN 3-86133-380-5
  • Alle Traktoren von Schlüter, Klaus Tietgens, Verlag Klaus Rabe , ISBN 3-926071-21-4

Weblinks

 Commons: Schlüter-Traktoren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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