Anton van eyk

Anton van Eyk (* 9. Dezember 1911 in Kaldenkirchen; † 10. Januar 2004 in Nettetal) war Künstler und Keramiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1911 wird Anton van Eyk als Niederländer in Kaldenkirchen geboren. Nach dem Abitur 1931 beginnt er das Studium der Bildhauerei, das ihn nach Den Haag, Paris und München führt. Von 1935 bis 1938 absolviert er ein Keramikstudium in Dresden und arbeitet danach in einem keramischen Betrieb in Bischofswerda, wo er die Künstlerin Dorothea Fischer kennen lernt, die er 1939 heiratet. Ab 1940 entstehen die ersten künstlerischen Arbeiten. Im Zweiten Weltkrieg wird van Eyk vorübergehend wegen angeblicher Hilfe für Kriegsfeinde inhaftiert, kann jedoch nach seiner Entlassung mit seiner Frau in die ehemalige Tschechoslowakei fliehen. Nach Kriegsende betreibt das Ehepaar einen keramischen Betrieb in Elstra, wird jedoch schon bald von den russischen Besatzern der Spionage verdächtigt und flieht 1948 nach Berlin, wo Anton van Eyk in einer keramischen Fabrik für die Firma Delfter Blau in Nijmegen Arbeit findet. 1950 ziehen Anton und Dorle van Eyk nach Amsterdam, eröffnen ein Atelier und sind mit ihren Terra sigillata-Produkten zunächst sehr erfolgreich. Da sie dem Druck der Konkurrenz nicht lange standhalten können, gründen sie 1955 in Bracht einen Familienbetrieb und produzieren kleine Serien von hoher Qualität und ausgefallenem Design. 1958 kauft van Eyk ein Grundstück in Nettetal-Leuth, auf dem er zusammen mit seiner Frau ab 1976 in einem Wohnwagen lebt. Nach dem Tode Dorothea van Eyks im Jahr 1995 bleibt Anton van Eyk zunächst in seinem Wohnwagen wohnen, bis er mit Hilfe seiner Nachbarn einen festen Wohnraum im alten Flugzeughangar auf dem Leuther Gelände erhält. 2004 verstirbt Anton van Eyk.

Werke

Schon während seines Studiums schuf van Eyk eine Reihe von figürlichen Plastiken, die seinen professionellen und sensiblen Umgang mit dem Ton zeigen. In den 50er Jahren stellt er Terra sigillata her, glänzend rot überzogenen Gefäße, die mit dem Siegel des Herstellers versehend sind. 1997 entsteht ein Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, das als Plastik der "Mahnung und Erinnerung" bezeichnet wird, auf dem Gelände in Elstra aufgestellt, wo das Ehepaar gelebt hat. Obwohl Anton van Eyk diese Arbeit sowie ihre Aufstellung aus eigenen Mitteln finanziert, muss er gegen viele Widerstände ankämpfen, denn niemand, weder Politiker noch politisch enga­gierte Gruppen wie der "Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie", dem van Eyk angehört, ist bereit, sich für die Aufstellung der Plastik einzusetzen. Die Plastik besteht aus Beton, der mit eingefärbtem Polyurethan überzogen ist. Sie repräsentiert eine Auffassung van Eyks über Kunst, die sich durch seine späteren freien Arbeiten zieht: seine Plastiken halten den Menschen einen Spiegel vor, in dem sich auch das Hässliche, das Leid, die "Unkultur" widerspiegeln darf. In der Scheune auf dem Grundstück in Leuth ist eine Sammlung an Wandbehängen, Tischdecken und Kleinkeramik aus den 50er und 60er Jahren aufbewahrt: es sind fantasiereiche, qualitätsvolle Keramiken, Vasen, Schalen, Töpfe, Ascher etc., deren zeitloser Charme erstaunlich ist.

Literatur

  • BEGEGNUNG mit van Eyk, Sigrid Blomen-Radermacher, Viersen, 2006
  • Heimatbuch des Kreises Viersen 2002, Seiten 30-37; Herausgeber: Der Landrat des Kreises Viersen

Weblinks


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