Anton von Dannecker

Anton von Dannecker (* 8. Juni 1816 in Ratshausen; † 21. Juni 1881 in Rottenburg am Neckar) war ein römisch-katholischer Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anton von Dannecker wurde in dem damals noch zum Oberamt Spaichingen gehörenden Ratshausen geboren. In Ratshausen gibt es eine auffällige Häufung des Familiennamens Dannecker, der durch den in Waldenbuch bei Stuttgart geborenen Bildhauer Johann Heinrich von Dannecker bekannt geworden ist. Ratshausen ist heute noch Stammsitz der Familie Dannecker. „Der gemeinsame Stammvater der Dannecker-Sippe ist der Bauer Hans Dannecker, der um 1580 […] im Dörflein Ratshausen lebte.“[1]

Anton besuchte das Gymnasium in Rottweil und studierte dann Theologie an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, am 9. September 1841 wurde er zum Priester geweiht. Am 16. Juli 1845 wurde er Kaplan in Stuttgart, am 9. April 1849 Stadtpfarrer in Stuttgart.

Von Juni 1856 bis April 1857 war er in Rom als theologischer Berater des württembergischen Gesandten von Ow beim Abschluss des Konkordats tätig. Es ging um den geplanten Abschluss eines Konkordats zwischen Württemberg und dem Vatikan, das aber nie zustande kam. Am 10. Dezember 1860 wurde er zum Domkapitular in Rottenburg ernannt und am 25. Januar 1861 als solcher installiert. Von 1868 bis 1876 war er Mitglied der württembergischen Kammer der Abgeordneten als Vertreter des Rottenburger Domkapitels und päpstlicher Hausprälat.

Veröffentlichungen

Danneckers literarische Tätigkeit fällt in die Jahre seiner Zeit als Pfarrer in Stuttgart. Sie bewegt sich auf homiletischem Gebiet und umfasst zwei Bände

  • Predigten auf alle Sonn- und Festtage des Kirchenjahrs Tübingen 1856,

ferner mehrere Cyklen von Fastenpredigten:

  • Die Lehre vom alleinseligmachenden Glauben, Stuttgart 1853
  • Die Lehre vom religiösen Opfer, Tübingen 1854
  • Die Lehre von der Kirche, Tübingen 1855
  • Neue Fastenbetrachtungen über die letzten Dinge des Menschen, Tübingen 1858
  • Fastenbetrachtungen über die acht Seligkeiten, Tübingen 1860
  • Abschiedsworte an die katholische Gemeinde in Stuttgart, Stuttgart 1860

Ehrungen, Nobilitierung

Anton Dannecker erhielt 1857 das Ritterkreuz I. Klasse des Ordens der württembergischen Krone,[2] welches mit dem persönlichen Adelstitel verbunden war. Außerdem wurde er mit dem K.K mexikanischen Guadalupe-Orden geehrt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Blätter für Württembergische Familienkunde, Heft 99 <Bd. 9, Heft 3>, Mai 1942, S. 43.
  2. Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1877, S. 27

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Anton Dannecker — Anton von Dannecker (* 8. Juni 1816 in Ratshausen; † 21. Juni 1881 in Rottenburg am Neckar) war ein römisch katholischer Theologe. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Veröffentlichungen 3 Einzelnachweise …   Deutsch Wikipedia

  • Dannecker — may refer to: Johann Heinrich von Dannecker (1758, Stuttgart 1841, Stuttgart), a German sculptor Anton von Dannecker (1816 1881), German Catholic theologian[1] Theodor Dannecker (1913, Tübingen 1945, Bad Tölz), a SS Hauptsturmführer (captain)… …   Wikipedia

  • Dannecker — ist der Familienname folgender Personen: Anton von Dannecker (1816–1881), württembergischer katholischer Theologe Franz Josef Dannecker (1927–1992), deutscher Politiker und Rechtsanwalt von Franz Josef Strauß Johann Heinrich Dannecker (1758−1841) …   Deutsch Wikipedia

  • Anton Duttenhofer — Familie Duttenhofer um 1820, außen links Anton Duttenhofer als Stelzengänger mit einem Vogel in der Hand[1] Anton (Raphael) Duttenhofer (* 19. Oktober 1812 in Stuttgart; † 11. Februar 1843 in …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Begräbnisstätten bekannter Persönlichkeiten — Inhaltsverzeichnis 1 Ägypten 2 Argentinien 3 Australien 4 Belgien 5 Brasilien …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Straßennamen von Memmingen — Übersichtskarte der Stadt Memmingen Die Liste der Straßennamen von Memmingen listet alle Straßennamen von Memmingen und den Ortsteilen auf. Die erste Spalte benennt den Straßennamen. Bei der Stadt Memmingen wird zusätzlich in der zweiten Spalte… …   Deutsch Wikipedia

  • Christian von Holst — (2008) Christian von Holst (* 19. August 1941 in Danzig) ist ein deutscher Kunsthistoriker. Von 1994 bis 2006 war er Direktor der Staatsgalerie Stuttgart. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich von Schiller — Ludovike Simanowiz: Friedrich Schiller (1794) Schillers Unterschrift Johann Christoph Friedrich von Schiller, 1802 geadelt (* 10. November …   Deutsch Wikipedia

  • Johann Christoph Friedrich von Schiller — Ludovike Simanowiz: Friedrich Schiller (1794) Schillers Unterschrift Johann Christoph Friedrich von Schiller, 1802 geadelt (* 10. November …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Bildhauern — Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z A Aaltonen, Wäinö (1894–1966) Abakanowicz …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”