Anton von Monts

Anton Graf von Monts de Mazin (* 2. April 1852 in Berlin; † 18. Oktober 1930 in Haimhausen) war ein deutscher Diplomat.

Leben und Wirken

Monts, Spross einer französischstämmigen preußischen Adelsfamilie, begann seine diplomatische Laufbahn 1886 als Botschaftssekretär in Wien, wo er bis 1890 tätig war. Es folgten Verwendungen als preußischer Gesandter bei den norddeutschen Hansestädten und Bundesstaaten, sowie unter der Kanzlerschaft Leo von Caprivis, zum deutschen Generalkonsul in Budapest. Von 1895 bis 1902 fungierte er schließlich als preußischer Gesandter in München, bevor er im Oktober 1902 den Höhepunkt seiner Laufbahn erreichte, als er zum deutschen Botschafter für Italien in Rom berufen wurde.

Während seiner Zeit in Rom, wo er bis zum März 1909 verblieb, warnte er die deutsche Regierung vergeblich vor Illusionen in ihrer Italienpolitik: Sein, mit Blick auf das sich anbahnende Abkommen von Racconigi zwischen dem Königreich Italien und dem zaristischen Russland vom Oktober 1909 – in dem beide sich zur Aufrechterhaltung des status quo auf der Balkanhalbinsel verpflichteten – ausgesprochener Hinweis, in einem Brief an den Reichskanzler vom 8. Dezember 1908, dass eher mit einer „italo-russischen Entente“, als mit einer Bündnistreue Italiens im Kriegsfall zu rechnen sei (GP 27/1, Nr.9877), blieb unbeachtet. Über seine bald darauf erfolgende Abberufung als Botschafter, zugunsten des späteren Außenministers von Jagow, urteilte eine Freundin Monts im Rückblick: „(Er fiel) in Ungnade, da der Kaiser nicht die Wahrheit hören wollte, sondern nur was ihm passte.“ (Erika von Watzdorf-Bachoff: Im Wandel und in der Verwandlung der Zeit. S. 88).

Monts Hoffnung, zum Nachfolger des Fürsten von Bülow als Reichskanzler berufen zu werden, bewahrheitete sich nicht (Fritz Fellner: Vom Dreibund zum Völkerbund. Studien zur Geschichte der internationalen Beziehungen 1882–1919. 1994, S. 154).

1908 heiratete Monts Henriette Haniel, die Witwe des verstorbenen Industriellen Eduard Haniel von Haimhausen.

Literatur

  • Karl Friedrich von Nowak und Friedrich Thimme (Hrsg.): Erinnerungen und Gedanken des Botschafters Anton Graf Monts. Berlin 1932.

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