Antonin Nowotny

Antonin Nowotny (* 22. August 1827 in Dobromilice; † 9. März 1871) war ein tschechischer Autor von Schachkompositionen und Jurist in Brno/Brünn.

Im Januar 1854 veröffentlichte die Leipziger Illustrirte Zeitung eine Schachaufgabe zu einem Thema, das seinen Namen unsterblich machte: Die Nowotny-Verstellung, kurz: den Nowotny. Kern dieser Idee ist die Verstellung einer schrägen und einer geraden schwarzen Deckungslinie in deren Schnittpunkt durch einen weißen Opferstein, wodurch eine Doppeldrohung aufgestellt wird. Durch Schlagen kann sie nur differenziert werden.

Das Stammproblem:

Antonin Nowotny
Illustrirte Zeitung, 14. Januar 1854
Solid white.svg a b c d e f g h Solid white.svg
8 a8 b8 c8 d8 e8 f8 g8 h8 8
7 a7 b7 c7 d7 e7 f7 g7 h7 7
6 a6 b6 c6 d6 e6 f6 g6 h6 6
5 a5 b5 c5 d5 e5 f5 g5 h5 5
4 a4 b4 c4 d4 e4 f4 g4 h4 4
3 a3 b3 c3 d3 e3 f3 g3 h3 3
2 a2 b2 c2 d2 e2 f2 g2 h2 2
1 a1 b1 c1 d1 e1 f1 g1 h1 1
a b c d e f g h
Matt in 3 Zügen



Lösung:

1. Tf5! droht 2. Tf4 matt.

1. ... Tf8 2. Lf6! Der entscheidende Zug, der gleichzeitig die Linien f8-f4 und g7-e5 sperrt, mit Doppeldrohung 3. Tf4 und 3. Te5 matt. 2. ... Txf6 3. Te5 matt, 2. ... Lxf6 3. Tf4 matt; die beide Drohungen parierende Totalparade 2. ... Lxf5, kann jedoch (dualistisch) mit 3. Sg5 oder 3. Sd2 matt beantwortet werden.

Weitere, nicht nowotny-typische Varianten: 1...Lxf5 2. Sf7! und die Doppeldrohung 3.Sd6, 3.Sg5 ist nicht mehr zu parieren. Oder 1...Se6 bzw. Sd5 2.Sd2+ Kd4 3.Td5 matt; 1...Lxh6, Le5 2.Te5 matt.

Es funktioniert nicht: 1.Sf7? Sxb5!, weil nun das Fluchtfeld f5 frei ist. In der Variante 1...Lxf5 handelt es sich mithin um eine Blocknutzung: Der Lf5 blockiert seinem König das einzige Fluchtfeld, weshalb der weiße Springer dieses Feld für einen Zug aus den Augen lassen kann.

Nowotny starb 1871 an Tuberkulose. In der Deutschen Schachzeitung 1871 wurde sein Alter fälschlich mit 41 Jahren angegeben, jedoch wurden die tatsächlichen Geburtsdaten von Jan Kalendovsky durch die Überprüfung des Geburtsregisters verifiziert.[1] Das Todesdatum wird in verschiedenen Quellen auch mit dem 7. März 1871 angegeben.

Literatur

G[eorg] Ernst: Anton Nowotny in der Sammlung Korschelt in: Ranneforths Schachkalender 1925, Berlin-Halensee o. J., S. 11-60.

Weblink

Einzelnachweise

  1. Kalenderblatt, in: Die Schwalbe, Heft 208. Onlineansicht

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