Luzernar

Das Luzernar (auch Lucernarium oder Lichtfeier genannt) ist ein Ritus, der in der altkirchlichen Liturgie jeden Abend abgehalten wurde. [1].

Im Zuge der Prägung des Gebetslebens der Gemeinden durch das klösterliche Chorgebet ging der Gebrauch des Luzernars meist auf eine einzige Verwendung im Jahr zurück − die Lichtfeier in der Osternacht.

Im Zuge der liturgischen Erneuerung wird auch das Luzernar wieder häufiger als Element des Abendgottesdienstes eingesetzt. Alle Gottesdienste, die in der Dunkelheit beginnen, können mit einem Luzernar eröffnet werden. Die Gemeinde preist Christus als das Licht der Welt. Das Luzernar empfiehlt sich besonders in der Advents- und Weihnachtszeit und am Fest der Darstellung des Herrn.

Das Luzernar hat folgenden Ablauf:

  • Einzug mit der Prozessionskerze
  • Liturgischer Gruß (Lichtruf)
  • LichthymnusPhos hilarion
  • Lichtdanksagung

Der Einzug kann entweder in der Weise geschehen, dass sich alle in der Kirche versammeln und den Einzug des Diakons oder des Priesters mit der Prozessionskerze in die dunkle Kirche erwarten. Alternativ können der Vorsteher der Feier und alle liturgischen Dienste mit der Prozessionskerze einziehen.

Hat die Prozession den Altarraum erreicht, stellt der Zelebrant die Kerze auf einen großen Leuchter. Alle anderen Kerzen im Altarraum, im Kirchenschiff und die Kerzen der Gläubigen werden mit dem Licht dieser Kerze entzündet.

Begleitet von Ministranten mit Kerzen tritt der Diakon oder der Priester an den Ambo und singt dort den „Lichtdank“; die Gemeinde antwortet mit Amen.

Damit ist der Lichtritus beendet. Der Gottesdienst wird in der üblichen Form in der nun hell erleuchteten Kirche fortgesetzt. Die Kerzen der Gläubigen brennen bis zum Ende des Abendgottesdienstes.

Einzelnachweise

  1. Wenn bei Anbruch der Dämmerung allabendlich die Öllampen entzündet und herbeigebracht wurden, wurde dies in der antiken Kultur nicht nur als ein nützlicher Vorgang, sondern als ein bedeutungsvoller Akt betrachtet, der sowohl zu Hause als auch bei der Liturgie des Tempels und der Gemeinde mit religiösen Zeremonien verbunden war. Mit Zurufen wie „gut“, „liebenswürdig“ und „freundlich“ wurde das Licht begrüßt, das in der Finsternis der anbrechenden Nacht erstrahlte. Aus: Luzernar – Lichtdank am Abend, Hrsg. Deutsches Liturgisches Institut Trier, 2001

Siehe auch

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