Luzerner Theater

Luzerner Theater
Das Luzerner Theater

Das Luzerner Theater (umgangssprachlich auch Stadttheater Luzern) ist das einzige professionelle Theater in der Zentralschweiz. Es ist ein typisches „Dreisparten-Haus“ mit einem Musiktheater-Ensemble, einem Schauspiel-Ensemble und dem Tanztheater. Dazu ist dem Luzerner Theater ein Figurentheater – jedoch ohne eigenes Ensemble – angeschlossen.

Das Luzerner Sinfonieorchester (LSO) ist ein wichtiger künstlerischer Partner des Musiktheaters.

Mit etwa 250 temporären und fest angestellten Mitarbeitern (ohne LSO) in der Kunst, Technik und Administration liegt das Luzerner Theater auf Platz 61 der grössten Zentralschweizer Arbeitgeber.

Inhaltsverzeichnis

Ausstattung, Standorte

Das Luzerner Theater bei Nacht
Der Zuschauerraum
Bühnengrundriss
Das UG

Das Luzerner Theater hat 555 Sitzplätze, die sich auf das Parkett und die zwei Ränge verteilen. Neben der Hauptbühne gibt es eine weitere, kleinere Spielstätte, das UG in der Winkelriedstrasse in Luzern. Das UG wird von allen Sparten genutzt und eignet sich besonders für kleine und experimentelle Inszenierungen.

Im Theater befindet sich die Bühne mit den üblichen Nebeneinrichtungen, wie Künstlergarderoben, Maskenbildnerei, Requisite, die Kostümabteilung, Beleuchtung, Bühnentechnik, Tontechnik und ein Teil der Verwaltung.

Die Theaterdirektion, die Dramaturgie und die Öffentlichkeitsarbeit hat sich in einem separaten Gebäude gegenüber dem Bühneneingang etabliert.

Probenbühnen, Tanzsaal, Fundus und Lager sind im neuerrichteten Südpol Luzern – einer Kultureinrichtung, die im November 2008 offiziell eröffnet wurde – untergebracht.

Die Theaterwerkstätten arbeiten ausserhalb des Hauses im Luzerner Tribschenquartier.

Im jährlichen Spielplan stehen etwa 15 bis 20 Inszenierungen, wobei sich die Anzahl der Premieren im Musiktheater und Schauspiel in etwa gleichen.

Das Musiktheater am Luzerner Theater gilt allgemein als Sprungbrett für talentierte Opernsängerinnen und -sänger an grosse Opernhäuser. So war unter anderem der international tätige Tenor Ramón Vargas Ende der 80er Jahre Ensemblemitglied in Luzern.

Um eine langfristige Finanzierung des Theaters zu gewährleisten, wurde das damalige Stadttheater Luzern 1995 aus der Verantwortung der Stadt Luzern genommen und in eine Stiftung umgewandelt, in der der Kanton Luzern, die Stadt Luzern und etliche Gemeinden aus dem Luzerner Umland mitwirken. Stiftungsratspräsident ist derzeit der Luzerner Unternehmer Kurt W. Meyer.

Baugeschichte des Luzerner Theaters

Die Bezeichnung „Luzerner Theater“ wurde erst mit Beginn der Direktion Dominique Menthas (ab 2004) eingeführt. Unter der Leitung von Barbara Mundel (1999–2004) nannte man das Haus „luzernertheater“. Der mit Eröffnung des Neubaus im 19. Jahrhundert geprägte Name „Stadttheater Luzern“ hat sich bis heute im Volksmund erhalten.

Das Theaterspiel in Luzern hat eine lange Tradition, die mit den Mysterienspielen wohl ihren Anfang nahm. Nach dem das Comödienhaus ob der Sakristei der Jesuitenkirche zu klein wurde und es immer wieder zu Reklamationen durch die Jesuiten kam, entschied sich das Bürgertum ein neues Theatergebäude zu errichten.

Eine Aktiengesellschaft zur Finanzierung wurde gegründet und der heutige Standort nach langem Hin und Her ausgewählt. Louis Pfyffer von Wyher war der leitende Architekt des Theaterbaus, dessen Fundamente im März 1838 gelegt wurden.

Im Herbst 1839 wurde das Stadttheater Luzern feierlich mit Schillers Wilhelm Tell eröffnet. Bereits 1866/67 wurde der Zuschauerraum erneut renoviert, und neue Sicherheitsvorschriften 1870/71 machten weitere Um- und Einbauten erforderlich. Erst im Jahr 1873 wurde das gesamte Gebäude mit einem Aussenputz versehen.

Ein verheerender Dachstuhlbrand am Abend des 29. September 1924 vernichtete nicht nur das Obergeschoss des Hauses, sondern auch einen grossen Teil des Kostüm- und Dekorationsfundus. Auch die Decke des Zuschauerraumes wurde beschädigt, der imposante Kronleuchter stürzte zu Boden.

Eine Bürgerabstimmung verlangte den Wiederaufbau des Theaters, das 1926 zu Saisonbeginn wieder eröffnet werden konnte.

Durch eine grosszügige Stiftung von Henriette Berghuys († 1964) konnten in den Jahren 1969/70 dringend notwendig gewordene Umbau- und Renovationsarbeiten durchgeführt werden. Unter anderem wurde der auf den Säulen ruhende Anbau in Richtung der Jesuitenkirche realisiert, der heute das Kassenfoyer, das Publikumsfoyer und Teile der Kostümschneiderei beherbergt.

1969 wurde auch das Gebäude der Theaterwerkstätten im Luzerner Tribschenquartier errichtet, das eine grosse Entlastung für Mitarbeiter des Theaters bedeutete und zusätzlich Raum schaffte.

1997/98 wurde das Haus wiederum umfassend renoviert und farblich modernisiert. Dabei reduzierte man die Anzahl der Sitzplätze auf 555, um den Komfort für das Publikum zu erhöhen.

Bühnentechnische Einrichtungen

Die Bühne hat eine Nettofläche von etwa 12m x 12m, eine Portalbreite von 8.50m und eine Portalhöhe von (maximal) 5.50m. Das technische Portal ist fest eingebaut, die Portalbrücke ist horizontal verfahrbar. Im Bühnenboden befinden sich zwei Schiebe-Versenkungen in der Grösse von rund 4m x 1m. Für schnelle szenischen Verwandlungen ist die Bühne mit einem Schnürboden ausgerüstet. 17 der insgesamt 20 Züge sind Handkonterzüge und können nur manuell bedient werden. Zwei maschinell verfahrbare Seitenzüge ermöglichen den Einbau einer klassischen Gassenbühne aus schwarzem Samt. Zwei motorengetriebene und digital angesteuerte Kettenzüge, die als Punktzüge eingesetzt werden können, vervollständigen die theatertechnischen Einrichtungen des Hauses. Für die Beleuchtungstechnik sind 3 Oberlichtzüge im Schnürboden eingebaut, die stufenlos verfahrbar sind. Im Portalbereich gibt es zwei weitere Züge (davon einer maschinell) und den theaterüblichen Hauptvorhang aus rotem Samt. Abgeschlossen wird der Bühnenraum von einem vertikal fahrenden Eisernen Schutzvorhang. Der Orchestergraben muss zu den entsprechenden Vorstellungen manuell aus- und eingedeckt werden. Anlieferungen erfolgen über eine hydraulische Hubbühne strassenseitig auf etwa 3m Hubhöhe.

Theaterdirektoren seit 1961

  • 1961–1968 Horst Gnekow
  • 1968–1972 Kraft-Alexander
  • 1972–1982 Ulrich Meyer
  • 1982–1987 Phillipe De Bros
  • 1987–1999 Horst Statkus
  • 1999–2004 Barbara Mundel
  • seit 2004 Dominique Mentha

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