Antonio Tozzi

Antonio Tozzi (* um 1736 in Bologna; † nach 1812 ebenda) war ein italienischer Opernkomponist.

Er erhielt seine Ausbildung an der Accademia Filarmonica in Bologna. Seine ersten Opern wurden in Venedig ab 1762 aufgeführt, darunter war mit der semiseria „La morte di Dimone“ die erste Vertonung eines Librettos von Giovanni Bertati, die mit großem Aufwand an Maschinerie, Chor und Ballett sechzehn Personen auftreten lässt, darunter vier Gottheiten. 1774 wurde er zum Hofkapellmeister in München berufen und brachte dort seine tragedia „Orfeo ed Euridice“ zu Aufführung. Der Skandal, den ein Verhältnis mit der Gräfin Seefeld auslöste, zwang ihn zum Verlassen der Stadt, was Leopold Mozart in einem Brief an seine Frau folgendermaßen kommentiert: „Du mußt jedem die Geschichte von Tozzi und Gräfin Seefeld erzählen, damit die Leute merken, dass die Italiener überall Schurken sind“.

Nachdem er eine weitere Oper in Venedig komponierte und produzierte, „Rinaldo“, deren Libretto die Textquelle von Haydns „Armida“ werden sollte, verlegte er im Februar 1776 seinen Hauptwirkungsbereich nach Spanien, wo er bei Madrid und in Barcelona neben eigenen Werken (wie zum Beispiel „I due gemelli Castore e Polluce“ anlässlich der Geburt von Zwillingen des späteren Königs Karl IV.) Opern von Soler, Paisiello, Cimarosa, Guglielmi und Anfossi zur Aufführung brachte.

Unter Tozzis etwa zwanzig Opern sind einige Dramma giocoso, aber mit Dramma, Dramma Serio, Tragedia und Opera seria wiegt eindeutig das heroisch-mythologische Element vor. Sein Schaffen ist gekennzeichnet durch große dramatische und melodische Fähigkeiten und einen kompakten Stil der Orchestrierung, der oftmals jeder einzelnen Streicherstimme eine bestimmte Aufgabe zuweist, zum Beispiel rhythmische Markierung, motivische Unterstützung, Doppelung der Singstimme oder Etablierung einer Gegenmelodie. Im zeitgenössischen „Diario de Barcelona“ wurde er des Öfteren der führende Komponist Barcelonas genannt.


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