Antonius Maria Claret y Clará
Antonius Maria Claret

Antonius Maria Claret (* 23. Dezember 1807 in Sallent, Provinz Barcelona; † 24. Oktober 1870 im Zisterzienserkloster Fontfroide, Frankreich) war ein heilig gesprochener spanischer Bischof und Ordensgründer.


Inhaltsverzeichnis

Jugend

Antonius Maria Claret stammte aus einer Weber-Familie. Mit zwölf Jahren äußerte er erstmals den Wunsch, Priester zu werden. Doch die privaten Lateinstudien wurden bald von der Ausbildung als Weber zuhause und in Barcelona verdrängt.

Ausbildung zum Priester

Nach einigen bedrängenden Erfahrungen wollte Claret Priester werden und in eine Kartause gehen. Immer wieder wurde er jetzt von Visionen und Eingebungen geleitet, bis er dann nach dem Studium im Priesterseminar in Vic am 13. Juni 1835, zur Zeit der Karlistenkriege in Solsona in den Pyrenäen zum Priester geweiht wurde. Er wurde Pfarrverweser seiner Heimatgemeinde, in einer Zeit, als überall Priester und Bischöfe verfolgt und vertrieben wurden.

Volksmissionar

Nach Exerzitien in Rom wollte er den Jesuiten beitreten, wegen einer Krankheit musste er aber das Noviziat wieder verlassen. Zurück in Spanien begann er bald erfolgreich mit Volksmissionen, die nun zu seiner zentralen Aufgabe wurden. Wegen Verfolgungen musste er aber auch hier immer wieder zurückstecken. Von 1843 bis 1847 durchwanderte er dann predigend ganz Katalonien. Wegen neuer Verfolgungen verlagerte er 1848 seine Tätigkeit nach Gran Canaria, wo er in fast jeder Gemeinde Volksmissionen hielt.

Ordensgründung

1849 kehrte er nach Katalonien zurück. Da ihm die Arbeit zu viel wurde, gründete er mit fünf gleichgesinnten Priestern die Gemeinschaft der Söhne des unbefleckten Herzens Mariens (Lateinisch: Cordis Mariae Filii, Abkürzung CMF) Dieser Orden wird heute allgemein als Claretiner bezeichnet.
1850, bereits zum Bischof von Kuba ernannt, gründete er noch die Töchter des unbefleckten Herzens Mariens als Säkularinstitut.
Als Bischof von Kuba schließlich gründete er 1855 die Missionarinnen vom unbefleckten Herz Mariens (Claretinerinnen).

Bischof von Kuba

Im August 1849 wird Claret zum Bischof von Santiago de Cuba ernannt. Im Oktober 1850 wird er im Dom zu Vic zum Bischof geweiht. Im Februar 1851 traf er in Kuba ein.
In Kuba förderte er wieder die Volksmissionen, baute die Diözese aus und reiste selbst mehrfach in alle Orte. Gleichzeitig kümmerte er sich auch um soziale Probleme und schuf zum Beispiel Genossenschaften und Sparkassen. Er kämpfte auch gegen Sklaverei und Rassismus, was ihm Hass und Verfolgung einbrachte. Bei einem Attentat 1856 wurde er sogar lebensgefährlich verletzt.

Am spanischen Hof

1857 wird Claret nach Madrid zurückgerufen an den Spanischen Hof. Er wird Beichtvater der spanischen Königin Isabella II. (Herrscherin von 1833–1870) und Erzieher der Königskinder. Daneben wirkte er in vielfältiger Weise missionarisch in Madrid. Er war außerdem zuständig für die Ernennung der spanischen Bischöfe, gleichzeitig förderte in vielfältiger Weise die Gründung neuer Orden und Gemeinschaften. Wegen seiner vielen Aktivitäten war er wieder vielen Angriffen und Anfeindungen ausgesetzt.

Erstes vatikanisches Konzil

1868 musste Isabella II. aus Spanien fliehen, begleitet auch von Bischof Claret. Dieser reiste dann aber nach Rom, wo er an den Vorbereitungen zum Ersten Vatikanischen Konzil teilnahm. Er war ein starker Verfechter der Unfehlbarkeit des Papstes und hielt trotz angeschlagener Gesundheit auf dem Konzil noch eine Rede zur Verteidigung dieser Lehre.

Tod

Kurz danach reiste Claret zurück nach Südfrankreich zu den Claretinern in Prades. Die spanische Revolutionsregierung verlangte die Auslieferung Clarets. Auf der Flucht vor den Soldaten suchte er Zuflucht im Zisterzienserkloster Fontfroide. Am 24. Oktober starb er hier. Seine Gebeine wurden 1897 nach Vic überführt.

Heiligsprechung

Am 25. Februar 1934 wurde er von Papst Pius XI. seliggesprochen. Pius XII. sprach ihn am 7. Mai 1950 heilig. Die katholische Kirche feiert sein Fest am 24. Oktober.

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