Antoniuskirche (Westend)
Antoniuskirche
Die Antoniuskirche vor dem Trianon

Die St.-Antonius-Kirche ist eine katholische Kirche in Frankfurt am Main. Sie wurde 1899/1900 im neugotischen Stil im Stadtteil Westend errichtet. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau diente sie als Pfarrkirche der Gemeinde St. Antonius. Seit 1. September 2007 ist sie Filialkirche der neuen Gemeinde St. Ignatius und St. Antonius

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden um die historische Innenstadt von Frankfurt eine Reihe von neuen Stadtvierteln. Das Westend entwickelte sich zu einem bürgerlichen Wohnviertel, in dem es zunächst keine Kirchen gab. 1899 stiftete Landgräfin Anna von Hessen, eine geborene Prinzessin von Preußen, den Bau einer katholischen Kirche im Westend, die dem Heiligen Antonius von Padua geweiht werden sollte. Der Berliner Regierungsbaumeister Menken entwarf einen neugotischen Kirchenbau, der am 26. Mai 1900 durch den Limburger Bischof Adalbert Endert geweiht wurde. Im Oktober 1901 konvertierte die Stifterin in Fulda zum Katholizismus.

Die Seelsorge an der Kirche übernahmen sechs Kapuzinerpatres, die sich damit nach einer fast hundertjährigen Unterbrechung wieder in Frankfurt ansiedeln konnten. Bereits von 1722 bis zur Säkularisation 1802 hatten die Kapuziner die ehemalige Antoniterkirche in der nach ihnen (auf frankfurterisch) benannten Töngesgasse besessen.

Bis 1917 blieben alle katholischen Kirchen Frankfurts Teil einer einzigen Pfarrgemeinde mit zuletzt etwa 86.000 Mitgliedern, deren Pfarrkirche der Kaiserdom St. Bartholomäus war. Am 2. April 1917 wurden mehrere Kuratiegemeinden, darunter auch St. Antonius im Westend, ausgegliedert. Die Kapuziner übernahmen die Liebfrauenkirche, erster Pfarrer der neuen Antoniusgemeinde wurde Paul Loreth.

Nachdem sie bereits bei mehreren Luftangriffen zuvor beschädigt worden war, brannte die Antoniuskirche beim großen Vernichtungsangriff vom 22. März 1944, bei dem die Frankfurter Altstadt und fast alle dortigen historischen Kirchen zerstört wurden, vollkommen aus. Bereits 1947 bis 1949 wurde sie zunächst provisorisch wiederaufgebaut. 1963 erhielt sie im Inneren eine neue Kassettendecke und neue Glasfenster im Chor. Außerdem wurde ihr spitzer Turmhelm restauriert. Eine weitere Renovierung folgte 1974.

Seit der Gemeindefusion 2007 gehört die Antoniuskirche zur selben Gemeinde wie die Ignatiuskirche am Reuterweg.

Lage

Entgegen der üblichen Orientierung liegt der Chor der Kirche im Westen, der Turm mit dem Haupteingang im Osten an der Savignystraße. In unmittelbarer Nähe der Kirche befinden sich mit dem 208 Meter hohen Westend Tower und dem 142 Meter hohen City-Hochhaus zwei Wolkenkratzer, die den Kirchturm um ein Mehrfaches überragen. Photographien der Kirche vor dem Hintergrund der Frankfurter Skyline sind ein beliebtes Motiv.

Ausstattung

Die fünf 1958 von Johannes Beeck aus Hinsbeck entworfenen Chorfenster zeigten die Geheimnisse des Rosenkranzes. Der gotische Hochaltar ist das Werk eines unbekannten Meisters aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Er entstammt einer Sammlung mittelalterlicher Altäre, die der damalige katholische Stadtpfarrer Franz August Münzenberger im 19. Jahrhundert anlegte, und befindet sich seit 1974 in der Antoniuskirche. Er zeigt im Mittelstück die Krönung Mariens, im unteren Teil des Retabel Bildnisse der Heiligen Sebastian und Stephan.

Die 1965 von der Orgelbaufirma Gebrüder Späth aus Ennetach als opus 800 geschaffene Orgel ist mit über 5000 Pfeifen in 55 Registern eine der größten Kirchenorgeln Frankfurts. Zu ihren Besonderheiten zählen ein besonders tiefes Baßregister, die Kontrabombarde 32′, und eine Spanische Trompete.

Drei der vier ursprünglichen Glocken wurden 1942 beschlagnahmt und eingeschmolzen. Erst 1999 zum hundertjährigen Kirchenjubiläum konnte das Geläute wieder mit drei Glocken ergänzt werden, die von der Gießerei Petit & Gebr. Edelbrock aus Gescher stammen. Das Geläute hat damit heute wieder vier Glocken mit folgender Disposition:

  1. Carolus c', 2.500 kg, gegossen 1999
  2. Antonius d', 1.600 kg, gegossen 1999
  3. Maria f', 950 kg, gegossen 1999
  4. Josef g', 600 kg, gegossen 1899

Eine weitere Glocke (Corpus Christi a', 480 kg) soll das Geläute später ergänzen.

Trivia

In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts war die Kirche einer der Drehorte der SAT1-Fernsehserie "Schwarz greift ein".[1]

Einzelnachweise

  1. Eine kurze Inhaltszusammenfassung und ein Bild vom Kirchturm finden sich unter http://www.kath.de/sat1/schwarz_greift_ein.htm.

Weblinks

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