Antoniuskolleg
Antoniuskolleg
Schulform Gymnasium
Gründung 1899
Ort Neunkirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 50′ 21,7″ N, 7° 20′ 7,3″ O50.8393615808337.3353542563889Koordinaten: 50° 50′ 21,7″ N, 7° 20′ 7,3″ O
Träger Salesianer Don Boscos
Schüler 1190 (2009)
Leitung Gerhard Müller, Pater Thomas Lüersmann[1]
Website http://www.antoniuskolleg.de

Das Antoniuskolleg ist ein katholisches Gymnasium in Neunkirchen. Als christliche Schule steht das Antoniuskolleg unter der Trägerschaft der Salesianer Don Boscos.

Geschichte

Das Antoniuskolleg in Neunkirchen

1899 rief Pfarrer Heinrich Schaaf das Antoniuskolleg als „Höhere Schule für Knaben vom Lande“ als Idee ins Leben. Damals konnte das Kolleg nicht als Schule eingetragen werden und bestand nur in Form von Privatunterricht. Dies änderte sich 1901 durch Kaplan Kesselkaul, der die Prüfung zum Rektor in diesem Jahr bestand. Ein Jahr später begann der offizielle Unterricht der Privatschule mit 72 Schülern. Anfängliche Schwierigkeiten ergaben sich aus dem begrenzten Räumlichkeiten für Unterricht und zur Unterbringung des Personals oder von Schülern, deren Elternhaus weiter entfernt lag. 1902 siedelte die Privatschule in die ersten eigenen Räumlichkeiten über. Die Arbeiten am Gebäude wurden 1906 abgeschlossen. Zu dieser Zeit besuchten 238 Schüler den Unterricht des Antoniuskollegs; 200 dieser Schüler bewohnten das Internatsgebäude des Konvikts. Unterrichtet wurden zunächst nur die unteren Hochschulklassen (5-9). Die meisten Schüler wechselten danach auf die staatliche Hochschule in Wipperfürth. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Kolleg am 25. März 1939 durch Ministeriumsbeschluss geschlossen. Danach dienten die Gebäude als Waisenhaus und standen schließlich leer.

1956 traten die Salesianer das Erbe an dem alten Schulgebäude an und nahmen 1957 mit 42 Schülern der fünften Klasse den Internatsbetrieb wieder auf. In den folgenden Jahren wurde ein Ausbau am Internatsgebäude vorgenommen sowie eine Hauskapelle, eine Turnhalle und ein weiteres Gebäude für die Schwestern der Lehrstätte hinzugebaut. 1961 bezogen die ersten Klassen das neue Unterrichtsgebäude und durch die Spende eines Kaufmanns bekam das Kolleg auch eine neue Aula.

Ab dem Schuljahr 1970/71 ist das Antoniuskolleg keine reine Jungenschule mehr. Auf Drängen von Eltern werden auch Mädchen zum Unterricht zugelassen. Das Internat bleibt allerdings bis zum Schluss ein reines Jungeninternat.

Bis 1977 wurden immer wieder Erweiterungen in Form von Pavillons hinzugefügt, welche später durch feste Gebäude ersetzt wurden. 1980 wurde das Antoniuskolleg vom Erzbistum geweiht, nachdem kurz zuvor neue Fachräume für Biologie, Chemie und Physik eingerichtet worden waren. Am 14. August 1977 wurde eine weitere geräumigere Sporthalle eingeweiht, in der noch immer Unterricht sowie schulinterne Sportturniere abgehalten werden.

1998 schloss das Internat auf Grund mangelnder Nachfrage, der Unterricht wurde aufrechterhalten.

Zur Jahrtausendwende besuchten 1080 Schüler das Kolleg. Inzwischen besteht das Lehrerkollegium nicht mehr aus Ordensbrüdern und -schwestern, sondern aus 74 weltlichen Lehrern, die das Antoniuskolleg beschäftigt.

Im September 2008 wurde bekannt gegeben, dass die Malteser Werke die Trägerschaft in den nächsten Jahren übernehmen wird. Aufgrund der Finanzierungsschwierigkeiten der Sanierungsmaßnahmen und des Rückgangs der Ordensmitgliederzahl, wurde diese Übernahme nötig. [2]

Unterricht am Antoniuskolleg

Neben den sprachlichen und musischen Fächer Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Kunst, Musik und Literatur werden Mathematik, Biologie, Physik, Chemie und Informatik im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich sowie im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich Philosophie, Geschichte, Erdkunde, Religion, Sozialwissenschaft und Politik unterrichtet. Hinzu kommt Sport als Fach ohne Fachbereich.

Nachmittags können alle Schüler sowie Externe Arbeitsgemeinschaften und Angebote von Lehrern und Patres belegen. Bis 2001 fand Unterricht an sechs Tagen in der Woche statt. Bis zum Abitur ist das Fach Religion mindestens als Grundkurs zu belegen; das Fach kann auch für die Abiturprüfung gewählt werden.

Im Mai 2007 begann die erste Business-AKademie zur Förderung begabter Schüler, die sich damit einen Vorteil für den Übergang ins Studium oder ins Berufsleben schaffen. Der Kurs beträgt 240 Unterrichtsstunden, dauert zwei Jahre und ist gebührenpflichtig. Der Unterricht findet Samstags statt, es werden die Fächer Betriebswirtschaftslehre, Recht, Rhetorik und Präsentation, Rechnungswesen, Personalmanagement, Investition und Finanzierung, Wirtschaftsethik, Volkswirtschaftslehre und Projektmanagement unterrichtet. Der Kurs endet mit einer Abschlussprüfung.

Seit 2008 wird die Einführung des Abitur nach zwölf Schuljahren erwogen; außerdem wurden die Schulstunden ab dem Schuljahr 2008/2009 von 45 auf 60 Minuten verlängert.

Quellen

  1. antoniuskolleg.de: Pater Lüersmann neuer Direktor des Antoniuskollegs
  2. http://content.antoniuskolleg.de/cms/news/NewsBilder/Pressemeldung.pdf

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