Antwerpener Hafen
Satellitenbild des Hafens

Der Hafen von Antwerpen ist der größte Hafen Belgiens. Gemessen am Frachtaufkommen in Tonnen ist er der zweitgrößte Hafen Europas (hinter Rotterdam) und der elftgrößte weltweit. Für Stückgut ist Antwerpen der größte Hafen der Welt. Weiterhin beherbergt der Hafen von Antwerpen den nach Houston zweitgrößten Chemieindustriepark der Welt.[1]

Der Hafen liegt am Ästuarium der Schelde. Durch dieses Ästuarium fahren Schiffe von über 100.000 Tonnen über 80 Kilometer Inland. Seine Lage im Festland, die den Restabstand der Ware per Zug- oder Straßenverkehr maßgeblich verringert, ist vorteilhaft für den Containerverkehr und die Umwelt.

Mit entscheidend für seine Größe ist die zentrale Lage des Hafens in Europa, so liegen in einem Radius von 250 Kilometern um den Hafen fünf Hauptstädte und in einem Radius von 500 km sind 60 % der Kaufkraft der Europäischen Union angesiedelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Antwerpen um 1897 mit dem Hafen im Norden

Bis ins 19. Jahrhundert befand sich der Hafen am rechten Ufer der Schelde am Eingang der Stadt. Der Hafen wurde im 19. Jahrhundert durch das Anlegen des Napoleondocks erweitert. Napoléon Bonaparte wollte den Hafen unter der französischen Besetzung in einen Militärhafen umwandeln, um England angreifen zu können.

1879 wurde mit dem „Eisernen Rhein“ eine Schienenverbindung für den Güterverkehr vom und ins Ruhrgebiet eröffnet und der Hafen danach deutlich erweitert.

In den 1950er und 60er Jahren begann der Ausbau zum Containerhafen, verbunden mit der Ausdehnung des Hafens nach Norden bis an die niederländische Grenze. Der Containerverkehr macht heute rund die Hälfte der umgeschlagenen Tonnage aus.

Hafengestaltung

Der Hafen von Antwerpen erstreckt sich auf einer Fläche von 13.057 ha, wovon 7239 ha auf das rechte Ufer und 5818 ha auf das linke Ufer der Schelde entfallen. Er erstreckt sich auf einer Wasseroberfläche von 2200 ha. 400 km Straßen und 1113 Kilometer Bahnstrecken sichern die sicheren Ankünfte und Abfahrten der zu transportierenden Güter. Jeder Anlegeplatz ist dabei mit zwei bis fünf Gleisen ausgerüstet. Auch haben die meisten Hallen und Lager in Docknähe einen direkten Gleisanschluss.

Rechtes Ufer

Ein Teil des rechten Ufers

Die Eröffnung der Berendrecht-Schleuse im Jahre 1989 war ein krönendes Ereignis für die Entwicklung des rechten Dockes. Sie ist mit einer Länge von 500 Metern, einer Breite von 68,5 Metern, einer Tiefe von 13,5 Metern und einem maximalen Tiefgang von 17,75 Metern die weltweit größte ihrer Art. Seit 1989 wurde auch außerhalb des direkten Dockkomplexes erweitert. So entstanden zwei neue Containerterminale. Der erste, das Europa-Terminal, wurde 1990 eröffnet und der zweite, das Nordsee-Terminal, öffnete 1997 seine Tore. Zur Zeit werden große Teile des Areals modernisiert, so dass das Amerika Dock, das Albert Dock und das Third Harbour Dock für Panamax-Schiffe mit einem maximalen Tiefgang von 13 Metern zugänglich sind. Auch das Delwaide Dock wird zur Zeit so modernisiert, dass heutige Containerschiffe anlegen können. Das MSC Home Terminal ist eine Partnerschaft zwischen PSA Hesse-Noord Natie und MSC. Es umfasst eine Länge von zwei Kilometern, so dass mehrere Schiffe auf einmal anlegen können, und ist im nördlichen Teil anzusehen. Das Terminal ist das europäische Zentrum für die Dienstleistungen der Mediterranean Shipping Company (MSC). Ende 2006 hatte dieses eine jährliche Kapazität von 3,6 Mill. TEU.

Linkes Ufer

Das linke Ufer befindet sich im Moment voll in Entwicklung. In der ersten Phase entsteht ein 4360 ha großer Bereich mit den Schwerpunkten Hafen und Industrie. Zusätzlich ist eine weitere Expansion in einer Größenordnung von 1440 ha geplant.

Der Motor all dieser Entwicklung war das 4,5 Kilometer lange Vrasene Dock, deren Terminale sich auf Holzprodukte, Fruchtsaftkonzentrate und Autos spezialisiert haben. Da fast alles durch dieses Dock besetzt war, wurde 1986 mit dem Bau des 5 Kilometer langen Verrebroek Dock begonnen, von denen schon 3,1 Kilometer fertiggestellt wurden. Auch hier existieren moderne Abfertigungsstätten.

Umschlag

2007 liefen 16.696 Schiffe mit zusammen 289 Mio. NRZ den Hafen an.

Jahr Containerumschlag in TEU Gesamtumschlag [t]
2000 4,082 Mio. 130,531 Mio.
2001 4,218 Mio. 130,050 Mio.
2002 4,777 Mio. 131,629 Mio.
2003 5,445 Mio. 142,875 Mio.
2004 6,064 Mio. 152,327 Mio.
2005 6,482 Mio. 160,054 Mio.
2006 7,019 Mio. 167,372 Mio.
2007 8,177 Mio. 182,897 Mio.

Quellen und Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bundesagentur für Außenwirtschaft: Chemische Industrie, Belgien (2008)

51.2990666666674.32792777777787Koordinaten: 51° 18′ N, 4° 20′ O


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