Anulus umbilicalis
Bauchnabel
Bauchnabel eines 11 Tage alten Kindes

Der Bauchnabel, auch kurz Nabel genannt (lat. Umbilicus, gr. Omphalos, auch Anulus umbilicalis, wörtlich der Nabelring), entsteht bei allen Plazentatieren (höheren Säugetieren, aber nicht bei Beuteltieren) einschließlich der Menschen nach ihrer Geburt. Es ist die Stelle mittig auf der Vorderseite des Bauchs, an welcher während der Schwangerschaft beim Heranwachsen im Mutterleib die Nabelschnur angewachsen ist, die über die Plazenta die für das Leben und Wachstum notwendigen Stoffe mit dem Blutkreislauf der Mutter austauscht.

Nach der Geburt und dem Entfernen der Nabelschnur verwächst der Bauchnabel und verschließt sich. In gewisser Weise kann er dann als Narbe bezeichnet werden.

Es gibt viele unterschiedliche optische Erscheinungsformen von Bauchnabeln. Die Entwicklung hängt von vielen Faktoren ab, von genetischen Gegebenheiten, Beschaffenheit der Bauchmuskulatur, Umgang mit dem Bauchnabel nach der Geburt, körperlichen Belastungen etc. Grundsätzlich unterschieden werden kann der konvex tellerartig nach außen gestülpte Nabel und der häufigere nach innen gekehrte Nabel. Der nach innen gekehrte kann dabei gleichmäßige konzentrische Falten im Innern aufweisen oder zwei backenartige aufeinander zugehende Auswölbungen oder unregelmäßige Verwachsungen. Bei einem ausgeprägteren Bauch erscheint er als größere Vertiefung.

Medizinisch relevant wird der Bauchnabel bei Entzündungen, ausgelöst z. B. durch mangelnde Hygiene oder bei Nabelbrüchen (Hernie). Bei jedem vorhandenen Nabelbruch ist die Vorstellung beim Arzt ratsam, da Bauchorgane sich im Nabelbruch einklemmen können. Während ein im Säuglingsalter bestehender Nabelbruch meist in den ersten Lebensjahren verwächst, verschwinden Nabelbrüche, die über das Pubertätsalter hinaus bestehen, nicht mehr.

Zum Schmücken des Bauchnabels verwendet man seit Ende des 20. Jahrhunderts in den westlichen Industrieländern Piercings, meistens aus einer hautverträglichen Metalllegierung. Aus frühen und archaischen Kulturen sind ähnliche Verzierungen bekannt.

Der englische Naturforscher Philip Henry Gosse beschrieb 1857 in seinem Buch Omphalos: An Attempt to Untie the Geological Knot seine Gedanken über den Bauchnabel, die philosophisch höchst kontrovers waren und es zum Beispiel bei den Kreationisten immer noch sind. Er spekulierte, dass der alttestamentliche Gott die Erde bei der Schaffung älter erscheinen ließ als sie tatsächlich war, weil Gott unter anderem Adam mit einem Bauchnabel schuf, obwohl dieser „erste Mensch“ laut der Bibel nicht durch Schwangerschaft erzeugt worden sein sollte.

Nabelanomalien

Als Nabelanomalie wird eine angeborene Störung im Bereich des Nabels bezeichnet.

  1. Amnionnabel: Hier greift die Amnionhülle auf die Bauchhaut über, so dass nach Abfall der Nabelschnur ein rundlicher Hautdefekt entsteht, der granuliert und damit in der Regel komplikationslos abheilt.
  2. Haut- oder Fleischnabel: Hier tritt der umgekehrte Fall ein und die Bauchhaut erstreckt sich auf die Nabelschnur, so dass sich nach deren Abfall ein stumpfförmiger Nabel bildet und dieser somit das Hautniveau mehr oder weniger deutlich überragt.

Nabelblutung

Klassifikation nach ICD-10
P38 Omphalitis beim Neugeborenen mit oder ohne leichte Blutung
P51 Nabelblutung beim Neugeborenen
P51.0 Massive Nabelblutung beim Neugeborenen
P51.8 Sonstige Nabelblutungen beim Neugeborenen
P51.9 Nabelblutung beim Neugeborenen, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Die Nabelblutung beim Neugeborenen - ICD-10: P51 - stellt in der Regel ein minder schwerwiegendes Ereignis dar, bei dem es zu einer Blutung aus dem noch nicht epithelialisierten Nabelgrund kommt. Für den Fall, dass die Ursache im Sich-Lösen der Nabelligatur besteht, wird dies als P51.8 eingeordnet. Schwerwiegende (massive) Nabelblutungen müssen der weiteren Abklärung zugeführt werden. Ursächlich sind eine Gerinnungsstörung oder abnorme Druckverhältnisse in den Nabelschnurgefäßen, wie sie bei Herzfehlern vorkommen können. Eine Nabelblutung aufgrund einer entzündeten Nabelschnur (einer Omphalitis) wird unter P38 eingeordnet.

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