Anzugsvorteil

Der Anziehende ist beim Schach derjenige Spieler, der die weißen Schachfiguren führt und somit nach den Schachregeln das Recht besitzt, die Partie zu beginnen. Er heißt so, weil er seinen Halbzug immer als erster vor dem Spieler mit den schwarzen Figuren macht, dieser wird deswegen auch Nachziehender genannt. Der kleine Vorteil des Weißspielers, die Partie zu beginnen und damit die Partiephase der Schacheröffnung zu gestalten, wird auch als Anzugsvorteil bezeichnet. Experten sind sich zwar uneins, ob es sich um einen objektiven Vorteil handelt, doch statistisch gesehen gewinnt Weiß sowohl bei menschlichen als auch bei Computerpartien in etwa 37 % der Fälle, während Schwarz etwa 27 % der Partien für sich entscheidet.[1][2]

Bei Schachturnieren hängt von der Turnierart ab, wer die weißen und wer die schwarzen Figuren führt. Im Schweizer System werden die Paarungen nach bestimmten Kriterien ausgelost. Dabei wird unter anderem darauf geachtet, dass kein Spieler zweimal hintereinander die gleiche Farbe haben soll. Falls dies doch der Fall ist, wird weiterhin darauf geachtet, dass die Bilanz insgesamt etwa ausgeglichen bleibt.

Im Mannschaftsschach, zum Beispiel im Ligabetrieb, erhalten die Spieler derselben Mannschaft abwechselnd die weißen und schwarzen Figuren. Die Farbvergabe ist davon abhängig, ob es sich um Heimspiele oder Auswärtsspiele handelt. Die Spieler der Heimmannschaft führen an den ungeraden Brettern die schwarzen und an den geraden Brettern die weißen Steine.

Einzelnachweise und Quellen

  1. Statistiken auf ChessGames.com: Aus 500.220 Partien erzielte Weiß etwa 54 Prozent. Stand: 11. Dezember 2008
  2. CEGT-Gesamtliste: Aus 396.005 Partien erzielte Weiß 54,7 Prozent. Stand: 11. Dezember 2008


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