Malinke

Die Malinke (auch Malinké oder Maninka genannt) sind ein afrikanisches Volk, welches weite Regionen vom Senegal über Mali und Guinea nach Côte d’Ivoire und Burkina Faso besiedelt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung des Malireiches

Mansa Mussa – König des Mali von 1312 bis 1337

Sie sind nach mündlicher Überlieferung Nachfahren der um 2760 v. Chr. dort eingewanderten Wangara. Sie waren das Hauptvolk des ehemaligen afrikanisch-islamischen Reichs Mali am oberen Niger, das zwischen dem 12. und 17. Jahrhundert bestand. Es wurde im 13. Jahrhundert von den Arabern im Norden islamisiert und hatte im 15. Jahrhundert seine Blütezeit erreicht.

Die Malinke wurden in Europa insbesondere auch durch die Blüte ihres großen Königreichs Mali v. a. im 13.–15. Jahrhundert bekannt, dessen Reichtum und Prunk legendär war und von arabischen Reisenden weitervermittelt wurde. 1324 reiste der damalige König von Mali, Mansa Musa, von Mali nach Mekka und hielt Zwischenstation in Kairo. Er verschenkte dabei so viel Gold, dass nach damaligen Quellen der Kurs des Goldes auf die Dauer von 12 Jahren auf die Hälfte sank. Das Königreich von Mali mit einer Fläche von rund 1 Million km², wies zahlreiche Ministerien auf mit weitreichenden Entwicklungsplänen. Mansa Mussa ließ seine Agrarminister Experimente für verbesserte Reissorten auf Versuchsfeldern unternehmen. Er holte nordafrikanische Architekten ins Land, um die lokale Architektur zu verbessern, woraus als Mischkultur die sogenannte „sudanesische Architektur“ entstand (z. B. ersichtlich anhand der Moschee von Djenné in Mali, dem größten Lehmbauwerk der Welt).[1]

Gegenwart

Die heutigen Malinke leben primär von der Landwirtschaft. Es wird hauptsächlich Hirse angebaut, darüber hinaus wird in kleinem Umfang Viehzucht betrieben, jedoch vorwiegend zum Handeln und aus Prestigegründen. Die Häuser der Malinke sind die typischen Rundhäuser der Region, stohgedeckt und in kleinen Dörfern mit Palisadenzaun gruppiert.[1]

Kultur

Sprache

Ihre Sprache, Maninka, in verschiedenen Varianten Malinke, Maninka, Manenka etc. genannt, ist eine der Hauptvarianten des Mandenkan (neben dem Bambara) und gehört damit zur Gruppe der Mande-Sprachen. Es wird in der eigenen N'Ko-Schrift geschrieben.

Musik

Famadou Konate spielt traditionelle Musik der Malinke

Die Malinke sind weltweit berühmt für ihre Musik, welche stark von unterschiedlichen Trommeln Gebrauch macht und sehr rhythmusstark ist. Insbesondere die Djembé ist zentraler Bestandteil der Malinke-Musik, aber auch die Basstrommeln Dununba (Doundounba), Sangban und Kenkeni (Kensedeni). In der Regel werden drei Basstrommeln zusammen mit drei Djembes gespielt, wobei die Basstrommeln einen 12/8 bzw. 16/8-Takt spielen. Die Begleitung der Trommeln erfolgt durch Balafon, Querflöten und Rasseln, dazu kommt häufig Gesang (aus einem Solisten und zwei Begleitstimmen) und Tanz.[2]

Ein international bekannter Musiker der Malinke ist Famoudou Konaté.

Religion

Seit dem 12. Jahrhundert sind die Malinke mehrheitlich Muslime.[1]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Britannica: Malinke
  2. Beat Etage: Die Wurzeln – Rhythmen der Malinké

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