Apfelstrudel
„Ausgezogener" Apfelstrudel
Apfelstrudel aus Blätterteig

Apfelstrudel ist eine weit verbreitete Strudelart. Zur Zubereitung werden vor allem sogenannter Strudelteig, aber auch Blätterteig, Quarkteig (österr. Topfenteig) und Hefeteig (österr. Germteig) verwendet. Ein aus Strudelteig zubereiteter Apfelstrudel wird, vor allem wenn der Teig manuell zu einem Teigblatt ausgezogen wurde, Ausgezogener Apfelstrudel genannt. Diese Variante ist in Österreich und anderen Gebieten der ehemaligen k.u.k. Donaumonarchie eine traditionelle Mehlspeise und ein Nationalgericht.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Fülle von Apfelstrudel besteht üblicherweise aus (von Kerngehäuse und Schale befreiten) blättrig geschnittenen süß-sauren Äpfeln, dunklen Rosinen und in Butter gerösteten Semmelbröseln, abgeschmeckt mit gemahlenem Zimt und Kristallzucker.

Apfelstrudel wird frisch warm und knusprig, kalt oder nachträglich gewärmt serviert. Wenn die Farbe beim Backen nicht ansprechend goldbraun wurde, wird er oft teilweise mit Staubzucker überpudert aufgetragen. Gelegentlich wird der Apfelstrudel auch mit Vanillesauce oder mit Vanilleeis oder Schlagobers (Schlagsahne) serviert, was aber nicht der in Österreich traditionellen Anrichtung entspricht.

Varianten sind mit Zusätzen von gestiftelten Mandeln, gehackten Walnüssen, mit in Spirituosen gequollenen Rosinen, geriebener Zitronenschale, in Zitronensaft marinierten Äpfeln, Sauerrahm oder zusätzlich mit einer Milchrahm-Eier-Mischung [1].

Geschichte

Vermutlich liegt der Ursprung des Strudelteiges in Arabien, von wo aus er über Ägypten, Palästina und Syrien bis in die Türkei gebracht wurde. Von dort aus gelangte das Rezept nach der Eroberung von Konstantinopels im Jahr 1453 möglicherweise von der türkischen Baklava über den Balkan nach Wien. Dabei diente die Speise als Marschverpflegung, da sie lange haltbar war. Zu Zeiten der Donaumonarchie kam der Apfelstrudel (ungarisch: Almás rétes) aus Ungarn nach Wien.[2] Während der Türkenbelagerungen im 16. und 17. Jahrhundert erlernten die Ungarn die Zubereitung des hauchdünnen von Hand gezogenem Teiges. Im Jahre 1696 wurde der Apfelstrudel erstmals schriftlich erwähnt.

Sonstiges

Geeignete säuerliche Apfelsorten werden in Österreich auf Wochenmärkten als „Strudler“ bezeichnet.

Der Österreicher Roman Huemer schaffte es 1991 in 1 Minute 53 Sekunden vor laufenden Kameras einen Teigling aus Strudelteig auf 3 m² auszuziehen und damit einen 252 Zentimeter langen Apfelstrudel zu wickeln.

Ist bei einer Handlung kein Fortschritt erkennbar und ein Ende nicht abzusehen, ist in Österreich die Redensart „das zieht sich wie ein Strudelteig“ üblich und wenn sich jemand besonders zäh und langwierig abmüht, dann „strudelt er sich ab“[3].

Einzelnachweise

  1. Franz Maier-Bruck: Vom Essen auf dem Lande – Das große Buch der österreichischen Bauernküche und Hausmannkost, ISBN (verschiedene Verlage) 3-218-00471-3 oder 3701504938 oder 9783701504930
  2. Irene Krauß, Chronik bildschöner Backwerke, Stuttgart 1999, S. 239 f.
  3. Im Strudel des Glücks, pdf-Datei 279 kB, abgerufen am 7. November 2011

Weblinks


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