Aphididae
Röhrenblattläuse
eine Kolonie mit Oleanderblattläusen (Aphis nerii)

eine Kolonie mit Oleanderblattläusen (Aphis nerii)

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Schnabelkerfe (Hemiptera)
Unterordnung: Pflanzenläuse (Sternorrhyncha)
Überfamilie: Blattläuse (Aphidoidea)
Familie: Röhrenblattläuse
Wissenschaftlicher Name
Aphididae
Latreille, 1802
eine Röhrenblattlaus

Die Röhrenblattläuse oder Röhrenläuse (Aphididae) sind eine Familie der Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) und gehören der Überfamilie der Blattläuse (Aphidoidea) an. Sie stellen mit ca. 2.000 Arten die größte Familie der Blattläuse dar. In Mitteleuropa kommen ca. 650 Arten vor.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Läuse erreichen eine Körperlänge von 1 bis 8 Millimetern. Sie haben einen weichen Körper, der meist grün, braun oder rot gefärbt ist. Wie alle Blattläuse tragen sie zwei lange Siphonen (Siphunculi) am Hinterleib, mit denen sie eine Verteidigungsflüssigkeit aussondern können. Ihre langen Fühler haben meist vier bis sechs Segmente, selten auch weniger. Sie haben einen Saugrüssel und nur sehr kleine Facettenaugen. Nicht alle Individuen haben Flügel. Wenn diese vorhanden sind, sind die Vorderflügel, die vier bis sechs Adern aufweisen, größer als die Hinterflügel. Ihre Beine sind je nach Art kurz oder lang und dünn.

Lebensweise

Röhrenblattläuse ernähren sich phytophag durch das Saugen von Pflanzensaft aus ihren Wirtspflanzen. Man findet sie meist an den weichen, un- oder wenig verholzten Bereichen der Pflanzen und an den Blättern. Wie viele andere Blattläuse auch, scheiden sie Honigtau aus, da sie nicht so viele Kohlenhydrate aufnehmen können, aber auf Aminosäuren im Pflanzensaft angewiesen sind. Deswegen werden auch sie von Ameisen „gemolken“.

Die geflügelten Tiere werden oft durch Wind weit verfrachtet und können so weiter entfernte Gebiete besiedeln. Die ungeflügelten Formen sind träge und bewegen sich langsam. Sie können auch nicht hüpfen und springen.

Entwicklung

Die Röhrenblattläuse entwickeln wie auch die anderen Blattläuse durch Jungfernzeugung (Parthenogenese). Alle Arten besitzen sowohl ungeflügelte als auch geflügelte Formen, wobei die ersteren der Massenvermehrung und die letzteren der Verbreitung und dem Wirtswechsel dienen. Diese Entwicklung verläuft aber je nach Art unterschiedlich. Bei der einen Gruppe wechseln die geflügelten Formen die Wirtspflanze, wie z.B. die Schwarze Bohnenblattlaus (Aphis fabae). Die andere Gruppe entwickelt sich zwar gleich, aber die geschlechtlichen Generationen leben gemeinsam auf ein und derselben Pflanze mit der ungeschlechtlichen zusammen, wie z.B. die Grüne Apfelblattlaus (Aphidula pomi). Die Generationenfolge beginnt mit im Herbst gelegten Eiern, deren Larven nach einer Überwinterung zeitig im Frühjahr schlüpfen.

Die Reproduktionsrate von Röhrenblattläusen ist enorm. Innerhalb einer Woche wird eine neue Generation fertig ausgebildet, pro Jahr können deswegen zahlreiche Generationen wiederum für Nachkommen sorgen.

Schadwirkung

Zahlreiche Röhrenblattlausarten können in der Landwirtschaft erhebliche Schäden anrichten. Nicht nur, dass sie in großen Kolonien auftreten und die Pflanzen durch das Saugen ihres Saftes schwächen, können durch das Eindringen des Saugrüssels auch Viren übertragen werden. Darüber hinaus bilden sich durch den ausgeschiedenen Honigtau Schimmelpilze, die der Pflanze neben dem Erlangen eines dunklen Belages auch Schaden zufügen können. Da sie aber zahlreiche Feinde haben, die sich von ihnen ernähren, halten sich Schäden außerhalb von menschlichen Monokulturen in Grenzen.

Arten (Auswahl)

  • Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae)
  • Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)
  • Grüne Apfelblattlaus (Aphidula pomi)
  • Oleanderblattlaus (Aphis nerii)
  • Grüne Zwetschgenblattlaus (Brachycaudus helichrysi)
  • Große Zwetschgenblattlaus (Brachycaudus cardui)

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