Aplerbecker Hütte
Aplerbecker Hütte Postkarte um 1910/15
Aplerbecker Hütte Postkarte um 1910

Die Aplerbecker Hütte ist ein ehemaliges Stahl- und Eisenwerk im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck. Die Commandit-Gesellschaft Aplerbecker Hütte wurde 1862 auf dem Gelände der Firma Blücher AG gegründet. Die Blücher AG, gegründet 1856, mit einem gezeichnetem Kapital in Höhe von 1.000.000 Taler, Konkurs 1859, kann als Vorläufer der „Hütte“, wie sie in Aplerbeck genannt wird, angesehen werden. Die Gesellschafter der Blücher AG kauften das Werksgelände sowie Eisenerzgruben und errichteten ein Puddel- und Walzwerk. Im Dezember 1858 wurde der Hochofen in Betrieb genommen. Jedoch reichte ihr Kapital zum weiteren Ausbau und damit wirtschaftlichen Betrieb des Hüttenwerkes nicht aus und neues Kapital war nicht zu beschaffen. 192 Arbeiter wurden 1859 aufgrund des Konkurses der Blücher AG entlassen. Am 10. März 1860 wurde der Hochofen ausgeblasen. Im August 1861 wurde die gesamte Anlage für 200.000 Talern von acht Mitgliedern des ehemaligen Verwaltungsrates ersteigert. Weiterhin ersteigerten diese noch die zugehörigen Eisenerzgruben. Nach der Gründung der Commandit-Gesellschaft Aplerbecker Hütte konnte 1862 der Betrieb wieder aufgenommen werden.

1869 wird die Aplerbecker Hütte durch Brügmann, Weyland und Co. übernommen. 1909 wird der Name der Gesellschaft in „Aplerbecker Hütte, Brügmann, Weyland und Co., Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Siegen“ geändert. Damit wurden die beiden persönlich haftenden Gesellschafter von ihrer Haftung befreit. 1911 fusionierte die Hütte mit der Westfälischen Drahtwerke AG in Werne zur Westfälischen Eisen- und Drahtindustrie AG. 1920 übernahm der Stinnes-Konzern, 1924 die Vereinigten Stahlwerke AG, Düsseldorf die Aplerbecker Hütte. 1925 kam das Aus. Die Aplerbecker Hütte wurde ein Opfer der Weltwirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg. Bis 1930 wurde sie komplett abgerissen. Zur Zeit ihrer Blüte waren ca. 1.000 Arbeiter in der Hütte beschäftigt.

Produziert wurde im Puddel- und Blechwalzwerk, es gab eine Gießhalle für Roheisen, eine Kesselschmiede, Bienenkorböfen für die Koksherstellung und eine Mechanische Werkstatt. Später wurde in Siemens-Martin-Öfen und in einer Drahtstraße produziert.

Einzig der bereits 1920 ausgegliederte Bereich der Magnetproduktion überlebte die Schließung der Aplerbecker Hütte als Magnetfabrik Aplerbeck später Tridelta bis heute.

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