1&1 Internet
United Internet AG
Logo der United Internet AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005089031
Gründung 1988
Unternehmenssitz Montabaur
Unternehmensleitung
Mitarbeiter 3.734 (30. Sep. 2007)
Umsatz 1,650 Mrd. Euro (2008)
Branche Internetdienste
Website

www.unitedinternet.de

Die United Internet AG mit Sitz in Montabaur ist ein börsennotierter Internet Service Provider (ISP).

Im Jahr 2008 betrug der Umsatz 1,650 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,487 Mrd. Euro). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg auf 256,9 Mio. Euro von vorher 236,9 Mio. Euro. Das Jahresergebnis wies für 2008 einen Fehlbetrag von 121,5 Mio. Euro aus, entstanden durch 275,4 Mio. Euro an Wertminderungen bei den Beteiligungen. 2007 gab es noch einen Jahresüberschuss von 155,4 Mio. Euro.

Inhaltsverzeichnis

Unternehmen

United Internet ist heute mit insgesamt acht Marken in zwei Geschäftsfeldern aktiv. In seinem Produktgeschäft richtet es sich mit Internet-Mehrwertdiensten (Information-Management-, Hosting- und Access-Produkte) an Privatanwender, Small Offices / Home Offices (SoHos) sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMUs). Diese Zielgruppen werden über die Marken GMX, WEB.DE und 1&1 adressiert. Zudem werden über InterNetX und Fasthosts Hosting-Produkte auch als White-Label-Lösungen über Reseller angeboten. Im Geschäftsfeld Online Marketing bietet United Internet über die Marken AdLINK Media, affilinet und Sedo Werbekunden verschiedene Marketing- und Vertriebslösungen an.

Eigentümerstruktur

Anteil Anteilseigner
45,84 % Streubesitz
36,58 % Ralph Dommermuth (CEO)
8,83 % Kizoo AG, Karlsruhe
8,75 % United Internet AG (eigene Aktien)

Stand: 23. März 2009

Geschichte

Die Geschichte von United Internet beginnt mit der Gründung der „1&1 EDV-Marketing GmbH“ durch Ralph Dommermuth im Jahre 1988. Der Dienstleister für Marketing und Werbung[1] sowie Datex-J-Zugänge ging als erstes Internetunternehmen im März 1998 an die Börse, wo der erste Schlusskurs ein Plus von 200 % aufwies.[2] In den Jahren 1998 bis 2000 wurden parallel zum Dot.com-Boom eine Vielzahl von Beteiligungen an jungen Internet-Unternehmen eingegangen. Zwei der wichtigsten Beteiligungen wurden bereits 1998 getätigt. Zum einen wurde der 1995 gegründete Hoster Schlund+Partner, dessen Marke bis 2006 fortgeführt wurde, zu 100 % übernommen.[3] Zum anderen wurde im August eine 50-%-Beteiligung am schnell wachsenden Freemailer GMX erworben, die 2001 auf 100 % ausgebaut wurde.[4]

Um der Struktur als Holding Rechnung zu tragen, benannte sich das Unternehmen im März 2000 in „United Internet“ um, wobei auch die Rechtsform von einer KGaA in eine AG gewandelt wurde. Die Hauptmarke 1&1 wurde aber als Tochter beibehalten.  [5]

Im Mai 2005 wurde vom Kartellamt der Kauf des GMX-Konkurrenten im Portal- und Freemail-Geschäft WEB.DE für 330 Millionen Euro genehmigt [6] und im Oktober vollzogen.

United Internet hielt im 1. Halbjahr 2007 rund 6,84 Millionen Kundenverträge. Anfang 2008 versuchte United Internet zusammen mit der Drillisch AG eine Übernahme der Freenet AG und auch der Versatel AG. Nachdem United Internet bereits Ende November 2007 einen Anteil von 20,05 % der Versatel übernommen hatte, wurde dieser Anteil am 14. Januar 2008 auf 25,05 % erhöht. [7]

Anfang Dezember 2008 wurde verkündet, dass United Internet die united-domains AG für rund 34 Mio. Euro übernehmen wird.[8] Die Anzahl der kostenpflichtigen Kundenverträge stieg zum 31. Dezember 2008 auf 7,95 Millionen.

Produkt-Geschäft

GMX

GMX-Logo

GMX (Global Message eXchange) wurde im April 1997 gegründet und ist vor allem als Freemail-Anbieter bekannt. Unternehmensgründer sind Karsten Schramm, Eric Dolatre, Peter Köhnkow und Raoul Haagen. Im April 1998 entstand die GMX GmbH. Im Sommer 2000 war der Börsengang geplant, wofür die GMX GmbH in GMX AG umfirmiert wurde. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase wurde der Börsengang jedoch kurzfristig abgesagt. United Internet vergrößerte im Anschluss seinen Anteil am Unternehmen auf 70,1 % (Januar 2001), später auf 100 % (November 2001), und baute den Dienst zum Internetportal aus. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz im Münchner Stadtteil Schwabing-Freimann. Neben Freemailing bietet GMX zusätzlich Portaldienste und Mail-Hosting an. Seit Oktober 2002 (mit einer Unterbrechung von 2006 bis Mitte 2008) ist GMX auch im Internetzugangs-Geschäft aktiv. Das Schmalband-Einwahlgeschäft wurde 2006 auf eine provisionsbasierte Vermarktung fremder Internet-by-Call-Tarife über eine United-Internet-eigene, ursprünglich von WEB.DE bereitgestellte Einwahlsoftware (SoftLCR) umgestellt. Seit Oktober 2004 ist GMX VoIP-Provider, seit Frühjahr 2007 wird eine Jabber-kompatible Instant-Messaging-Software unter dem Produktnamen GMX Multimessenger bereitgestellt und das Portal sowie das Webmail-Interface wurde einem Relaunch unterzogen, außerdem wird wie bereits zuvor von 1&1 mobilfunkbasierte Internetnutzung über mobile Endgeräte angeboten (z.B.Ogo). Beim Wiedereinstieg in das DSL-Geschäft im September 2008 wurden GMX und WEB.DE von United Internet als Niedrigpreismarken mit schlankem Produktportfolio (Discounter) auf dem Markt platziert.[9]

WEB.DE

WEB.DE-Logo
Hauptartikel WEB.DE

Die WEB.DE GmbH bietet Nachrichtendienste, Freemail sowie einige kostenpflichtige Webdienste an und vermarktet Internetzugänge. Das Portal wurde am 18. Mai 2005 für ca. 330 Mio. Euro übernommen. Die bisherige WEB.DE AG firmierte seit der Übernahme des Portals durch die United Internet AG am 31. Oktober 2005 als ComBOTS AG und wurde am 6. Mai 2008 in Kizoo AG umbenannt.

1&1 Internet

1&1-Logo

Die 1&1 Internet AG, ein Internet Service Provider in Form einer Aktiengesellschaft, war die Keimzelle von United Internet und wurde 1988 von Ralph Dommermuth in Montabaur gegründet. Weitere Standorte sind innerhalb Deutschlands Karlsruhe und Zweibrücken. International hat die 1&1 Internet AG noch Standorte in London, Saargemünd, Chesterbrook (Philadelphia), Cebu (Philippinen) und Bukarest.

Die 1&1 Internet AG ist mit über 2,5 Millionen DSL-Endkunden hinter der Deutschen Telekom die Nummer zwei bei der Vermarktung von DSL- und Breitbandzugängen in Deutschland. Die bis Juni 2007 ausschließlich vermarkteten DSL-Anschlüsse, die einen Telekom-Festnetzanschluss voraussetzen, werden entweder von der Telekom bereitgestellt (T-DSL-Resale; ADSL/ADSL2+) oder durch Telefónica mittels Line-Sharing (ausschließlich über ADSL2+-Technik) realisiert und unter dem Namen „1&1 DSL“ vertrieben. Mit der Integration von Voice over IP (2004), Video on Demand (1&1 MediaCenter seit 2006 u.a. in Kooperation mit maxdome) und 1&1-Mobilfunk-Tarif (2007) in ihr DSL-basiertes Bündelangebot ist die 1&1 Internet AG mittlerweile Quadruple Play-Anbieter.

Wegen der vermehrten Nachfrage nach Komplettanschlusspaketen ohne verbundenen Telekom-Telefonanschluss geriet das DSL-Geschäft von 1&1 in der ersten Jahreshälfte 2007 unter Druck,[10] woraufhin 1&1 im Juli 2007 mit der Vermarktung von NGN-Anschlüssen ohne gebündelten Telekom-Telefonanschluss auf der Basis der ADSL2+-Technik von QSC und Telefónica mit einer Bevölkerungsabdeckung von etwa 50 bis 60 % der deutschen Haushalte startete. Seit Sommer 2008 werden solche Anschlüsse auch im übrigen T-DSL-Ausbaugebiet angeboten und über den Bitstromzugang realisiert.

Der Geschäftszweig Internet-Zugänge drängt seit einigen Jahren das frühere Kerngeschäft Webhosting in den Hintergrund. Hier bietet 1&1 neben Shared Hosting auf Linux- und Windows-Basis auch Rootserver, Virtual Server, Managed Server und E-Shop-Lösungen inklusive iPayment an.

Außerdem hat 1&1 zwei Angebote zur mobilen Nutzung des Internets im Programm. Zum einen über Pocket Web, zum anderen über PDAs. Zu beiden Angeboten sind Flatrates für die Internetnutzung erhältlich.

InterNetX

InterNetX-Logo

Die InterNetX GmbH wurde 1998 in Regensburg gegründet. Der Tätigkeitsschwerpunkt liegt bei der technischen Abwicklung und Verwaltung von Domains, sowie Hosting- und Serverhousinglösungen. United Internet hält seit 2004 einen Anteil von 80 %, im Gegenzug übernahm die InterNetX GmbH das Geschäft der früher in Karlsruhe bei der Schlund + Partner AG ansässigen Schlund Technologies GmbH komplett.

Außerdem ist InterNetX Registrar für alle Domains, die über Firmen der United Internet AG bestellt werden.

Das Angebot von InterNetX richtet sich ausschließlich an gewerbliche Nutzer und deckt nahezu alle Domainendungen ab.

Fasthosts

fasthosts logo

Fasthosts Internet Ltd wurde im November 1999 in England gegründet und ist in den Bereichen Webhosting, Domain-Registrierung, E-Commerce für Endkunden und Business Email Hosting tätig. Fasthosts wurde von der United Internet AG am 16. Mai 2006 für 61,5 Mio. GBP (ca. 90 Millionen Euro) zu 100% übernommen. Nach eigenen Angaben verwaltet Fasthosts bis zu eine Million Kunden-Domains.

Online-Marketing

AdLINK Media

AdLINK Media

AdLINK Media ist der Spezialist für Display-Marketing innerhalb der AdLINK Group. Mit reichweitenstarken und markenbekannten Websites ist AdLINK Media einer der europaweit führende unabhängige Display-Vermarkter und erreicht 86 Millionen Unique User und damit jeden zweiten europäischen Internetnutzer. Mit zahlreichen Büros ist AdLINK Media in allen wichtigen Ländern Europas vertreten.

affilinet

affilinet

affilinet ist der Spezialist für Affiliate-Marketing innerhalb der AdLINK Group. Mit Sitz in Deutschland (München (Headquarter) und Hannover (Technik)), Frankreich (Paris), UK (London), Niederlande (Haarlem) und Spanien (Madrid) betreibt affilinet eines der führenden Affiliate-Netzwerke Europas und das erfolgreichste im deutschsprachigen Raum. Es bietet Online-Werbetreibenden (Advertiser) einen effektiven digitalen Vertriebskanal und den registrierten Vertriebspartnern (Publisher) attraktive Verdienstmöglichkeiten. Europaweit sind bei affilinet rund 1.500 Affiliate-Programme und mehr als 450.000 Websites registriert. Das Angebot von affilinet umfasst neben dem klassischen Affiliate-Netzwerk-Management insbesondere ein umfangreiches Serviceangebot, flexible Produktlösungen sowie die rein erfolgsorientierte Abrechnung.

Sedo

Sedo

Sedo ist innerhalb der AdLINK Group auf die Vermarktung von Domains spezialisiert. Mit Sitz in Deutschland, England und den USA[11] bietet Sedo weltweit einen Marktplatz für den Handel mit Domainnamen und Websites. Über die Datenbank von Sedo werden weltweit mehr als 11 Millionen Domains zum Verkauf angeboten. Auch im Bereich Domain-Parking gehört Sedo zu den weltweit führenden Anbietern. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen wie Domain-Parking, Domain-Bewertungen und -Transfers sowie Domain-Vermarktung.

net:dialogs

net:dialogs ist ein deutscher Spezialist für Direkt- und Dialog-Onlinemarketinglösungen. Als Partner von Media-Agenturen übernimmt net:dialogs die Konzeption und Kreation, Projektmanagement, Technik, Auslieferung und Optimierung von Kampagnen.

composite

composite ist ein Spezialist für lokales und internationales E-Mail-Marketing. Neben dem Hauptsitz in London ist composite in fünf weiteren europäischen Ländern mit eigenem Standort vertreten. composite sammelt in Zusammenarbeit mit Partner aus der Internetbranche Konsumentendaten und bereitet diese für Werbekampagnen auf. Datenschutzrechtliche Anforderungen werden bei allen Prozessen eingehalten.

Rechenzentren und Backbone

United Internet verfügt über mehrere Rechenzentren in Deutschland. Eines der größten für über 30.000 Server ist in Karlsruhe. Ein weiteres Rechenzentrum befindet sich in der Nähe des Flughafens Baden-Baden/Karlsruhe und zwei kleinere im Stadtgebiet von Karlsruhe. Aufgrund der großen Marktdurchdringung von 1&1 und deren Hosting befindet sich ein großer Teil der in Deutschland gehosteten Internetseiten dort. Im August 2006 kündigte United Internet an, in Lenexa (Kansas) in den USA ein Rechenzentrum für über 40.000 Server betreiben zu wollen, das bis Mitte 2007 in Betrieb genommen wurde.

Für Ende 2009 ist die Inbetriebnahme eines neuen Rechenzentrums in der ehemaligen Brennelementefabrik „Neue MOX“ in Hanau geplant. Dieser Standort soll Platz für mehr als 100.000 Server bieten.[12]

United Internet betreibt ein eigenes Backbone, mit dem die Rechenzentren an verschiedenen Internet-Knoten (DE-CIX, INXS, AMS-IX, LINX etc.) angebunden sind.

Kritik

Einzelnachweise

  1. Ulf Sommer: In der United-Internet-Aktie ist Musik drin. In: Der Tagesspiegel. 6. April 2000. Abgerufen am 1. November 2007.
  2. Hanno Beck: Vom Westerwald in die Web-Welt. In: FAZ. 5. Mai 2005. Abgerufen am 1. November 2007.
  3. Holger Bleich: Webhoster Schlund+Partner geht in 1&1 auf. In: heise online. 2. November 2006. Abgerufen am 1. November 2007.
  4. GMX - Die Unternehmensgeschichte auf einen Blick. GMX. Abgerufen am 1. November 2007.
  5. Jörg Hilpert: United Internet ist am Start. In: Rhein-Zeitung. 22. März 2000. Abgerufen am 1. November 2007.
  6. Kartellamt genehmigt Internet-Deal. In: Handelsblatt. 19. Mai 2005. Abgerufen am 1. November 2007.
  7. 14. Januar 2008 United Internet baut Beteiligung an Versatel aus
  8. United Internet AG übernimmt Domain-Sparte von Lycos Europe, 13. Dezember 2008
  9. http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/United-Internet;art271,2604861
  10. ht./F.A.Z.: United Internet spürt harten DSL-Wettbewerb. In: FAZ. 9. Mai 2007. Abgerufen am 1. November 2007.
  11. AdLink Group (Hrsg.): Domain-Marketing – Zielgruppengenau auf Internetadressen werben. Abgerufen am 25. Juni 2008.
  12. http://www.1und1.de/index.php?&page=press&mode=displayDetail&id=690
  13. hob: Verbraucherzentrale mahnt 1&1 wegen asymmetrischer Kündigungsfrist erneut ab. In: heise online. 31. Januar 2002. Abgerufen am 1. November 2007.
  14. VZBV: asymmetrische Kündigungsfristen laut Urteil des OLG Koblenz vom 30.10.2003, Az.: 2 U 504/ 03 unzulässig http://www.vzbv.de/go/presse/319/8/36
  15. Michael Wilde: Goldener Handschlag für Power-Sauger. In: heise online. 8. Juni 2005. Abgerufen am 1. November 2007.

Siehe auch


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