Apokalypse des Petrus
Weltgerichtsmosaik der Basilika von Torcello (Detail)

Die Offenbarung des Petrus (auch Petrusapokalypse) ist ein um 135 oder kurz danach in Ägypten, vermutlich in Alexandrien, verfasster, in griechischer und äthiopischer Sprache überlieferter christlicher Text, der den Apokryphen zugerechnet wird. Niedergeschrieben wurde er vermutlich von einem konvertierten Juden, der aus jüdischen und griechischen eschatologischen Quellen schöpfte. Ein griechischer und ein äthiopischer Text sind überliefert. Die Offenbarung des Petrus gehörte zunächst zum Kanon der römischen Kirche, wurde aber in der dritten Synode von Karthago 397 daraus ausgenommen.[1] Dennoch hatte er eine immense Wirkung auf das christliche Mittelalter.

Der Text bietet eine ausgesprochen ausführliche Schilderung der zukünftigen Hölle und ihrer Strafen, welche die christliche Phantasie bis hin zu Dantes "Inferno" der Göttlichen Komödie gespeist haben.

Die Grundlagen für das theologische Höllenbild im Abendland, das seine "Blütezeit" im Hochmittelalter erlebte, hatten die Theologen Augustinus und Papst Gregor der Große geschaffen.

Wie viele andere detailreiche Darstellungen der Höllenstrafen im Hochmittelalter geht zum Beispiel auch die Darstellung des Weltgerichts auf einem Mosaik von Torcello (frühes 12. Jh.) auf die Petrus-Apokalypse zurück.

Einzelnachweise

  1. Jaques le Goff: Die Geburt des Fegefeuers. Stuttgart 1984 S.50f.

Literatur

Caspar Detlef Gustav Müller: "Offenbarung des Petrus" (Einleitung und dt. Übersetzung), in: Wilhelm Schneemelcher: Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung, Bd.2: Apostolisches, Apokalypsen und Verwandtes, Tübingen 1989.

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