Apollo Milton Obote

Apollo Milton Obote (* 28. Dezember 1924 in Akokoro (Uganda), Lango-Distrikt; † 10. Oktober 2005 in Johannesburg, Südafrika) war der Präsident Ugandas von 1966 bis 1971 und 1980 bis 1985.

Leben

Obote begann seine politische Karriere zusammen mit Jomo Kenyatta in Kenia, nachdem ihm ein Jura-Studium in den USA durch die britische Kolonialregierung versagt blieb. Bei seiner Rückkehr nach Uganda gründete er 1955 den Ugandischen Nationalkongress (UNC) und wurde 1958 in die koloniale Legislative gewählt. 1959 teilte sich die UNC und Obote wurde Vorsitzender des neu geschaffenen Ugandas People Congress. Nach einigen Jahren als Führer der Opposition etablierte Obote eine Koalition mit der Baganda Royalist Party und wurde 1961 zum Premierminister gewählt. Er nahm das Amt am 25. April 1962 auf. Zusammen mit Sir Edward Mutesa, dem Führer der Baganda, als Präsident erreichte Uganda im Oktober 1962 die Unabhängigkeit.

Als Premierminister war Obote zusammen mit Idi Amin, damals stellvertretender Kommandeur der ugandischen Streitkräfte, in einen Goldschmuggel verwickelt. Als das Parlament eine Untersuchung des Vorfalls und eine Amtsenthebung Amins verlangte, setzte Obote die Verfassung außer Kraft und ließ einige Mitglieder seines Kabinetts verhaften. Obote wurde von den Vorwürfen freigesprochen, aber es entstanden Spannungen zwischen ihm und Mutesa, der ihn für das Außerkraftsetzen der Verfassung kritisierte. Obote antwortete mit einem Staatsstreich gegen Mutesa und erklärte sich am 2. März 1966 selbst zum Präsidenten.

Obote war Ugandas zweiter Präsident der Nachkolonialzeit. Seine Führung wurde durch das Militär stark destabilisiert. Am 25. Januar 1971 wurde er durch seinen Armeechef Idi Amin abgesetzt.

Nach dem Fall Amins im April 1979, der durch seine Invasion Tansanias und deren Niederschlagung mit Hilfe der ugandischen und ruandischen Guerilleros vereinfacht wurde, setzte sich Obote im September 1980 in Wahlen durch. Schätzungen besagen, dass zwischen 100.000 und 300.000 Menschen als Ergebnis der Kämpfe zwischen Obotes UNLA und verschiedenen anderen militärischen Gruppen, vor allem Yoweri Kaguta Musevenis NRA, starben. Obote wurde 1985 von Lt. Gen Bazilio Olara Okello entlassen. Ein Militärrat mit Tito Okello an der Spitze wurde etabliert. Im Laufe eines Jahres übernahm Yoweri Kaguta Museveni die Kontrolle über Uganda.

Nach seiner Entlassung floh Obote nach Tansania und lebte zuletzt in Sambia. Obote starb 80-jährig in einer Johannesburger Klinik an Nierenversagen.

Seine Witwe Miria Obote kehrte nach seinem Tod nach Uganda zurück um ihn dort bestatten zu lassen und um das politische Erbe ihres Mannes anzutreten. Sie trat bei der Präsidentschaftswahl im Februar 2006 als Kandidatin an, konnte aber nur 0,82 Prozent der Stimmen gewinnen.


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