Apollonia (Kriminalfall)

Einer der klassischen Kriminalfälle auf See fand 1981 an Bord der 1968 gebauten Segelyacht Apollonia statt. Die 16 Meter lange Yawl (Zweimaster) trug zuvor den Namen Wappen von Bremen und war der gleichnamigen Bremer Segelkameradschaft abgekauft worden. Der neue 35-jährige Eigner beabsichtigte, zusammen mit seiner Freundin und anderen Seglern das Segelschiff in die Karibik zu überführen und anschließend zu verchartern.

Auf Gran Canaria verließ die Crew das Schiff. Um die Überführung trotzdem durchführen zu können, nahm der Eigner einen Mitsegler und dessen Freundin sowie zwei junge Männer als zahlende Gäste an Bord.

Im Verlauf der Atlantiküberquerung kam es aufgrund der Kombination der unterschiedlichen Charaktere zu einem tragischen Verlauf: Der Mitsegler erschoss den Eigner und dessen Freundin, einen weiteren Mitreisenden verletzte er schwer.

Die Leichen blieben auf der karibischen See, die Yacht lief kurz vor Weihnachten auf Barbados ein. Den örtlichen Behörden wurden Lügen aufgetischt, der Plan des Täters ging zunächst auf. Nachdem der Täter jedoch versuchte, die Hinterbliebene des Mordopfers um Geld zu prellen, begannen Ermittlungsarbeiten in Bremen. Der Täter wurde schließlich durch Geständnisse seiner Freundin und des verletzten Mitseglers überführt. Zunächst wurde er zu zweimal lebenslanger Freiheitsstrafe plus 15 Jahre verurteilt. Die Haftstraße saß er in der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg ab; von dort aus gelang ihm die Flucht. Im Ruhrgebiet griff ihn die Polizei später wieder auf. Im April 1999 – nach 17 Jahren Haft – wurde er entlassen.

Die Apollonia wurde in der Karibik zunächst weiter eingesetzt, bis sie acht Jahre später in einem Hurrikan sank. Ein amerikanischer Liebhaber restaurierte das Schiff zehn Jahre lang und segelt es noch heute in der Karibik (Stand 2004).

Die ARD bereitete den Vorfall in ihrer Reihe Die großen Kriminalfälle unter dem Titel Mord in der Karibik – Die Todesfahrt der „Apollonia“ filmisch auf. Die Erstausstrahlung war am 8. März 2004.

Literatur

Klaus Hympendahl: Logbuch der Angst. Delius Klasing, 2001, ISBN 3768815269

Weblinks


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